Warm-Kalt-Duschen, Knie-, Schenkel- und Armguss: Wasseranwendung für daheim
Düsseldorf - Unabhängig von der Art der Kneipp-Anwendungen gilt grundsätzlich: Sanfte Reize wecken die Lebenskräfte, mittlere Reize stärken die Lebenskräfte und allzu starke Reize schaden, da sie den Organismus schwächen. Positiv an den Lehren Kneipps ist, dass sie kostengünstig sind und zudem daheim ausgeführt werden können. Das gilt auch für die Wasseranwendungen. Zur Gewöhnung für Kneipp-Neulinge eignet sich am besten das Wechselduschen.
Warm und kalt im Wechsel
Dabei wird der Körper zweimal im Wechsel mit körperwarmem und kaltem Wasser abgebraust. Begonnen wird mit warmem Wasser. Nach zwei bis drei Minuten erfolgt für zehn bis 15 Sekunden der Wechsel zum kalten, aber nicht eiskalten Nass. Besonders Menschen mit Kreislaufschwierigkeiten oder Herzkrankheiten müssen darauf achten, dass das Wasser nicht zu kühl ist. Die eigentliche Wirkung geht vom Temperaturunterschied aus.
Kaltes Wasser regt die Durchblutung der inneren Organe an und wirkt belebend. Warmes Wasser fördert die Durchblutung von Haut und Muskeln und entspannt. Der Wechsel zwischen warm und kalt ist ein wohltuendes Training für die Gefäße. Um den Kreislauf in Schwung zu bringen und das Immunsystem zu stärken, empfiehlt sich das Wassertreten, das in einer Badewanne oder höheren Duschtasse absolviert werden kann.
Diese ist dafür halb mit kaltem Wasser zu füllen. Mit nackten Beinen wird darin im Storchengang auf der Stelle getreten. Vorsicht: Wegen der Rutschgefahr ist es ratsam, sich dabei sicheren Halt zu verschaffen. Wer über einen Garten mit einer Wiese verfügt, kann alternativ morgens Tau treten, indem man für zwei bis drei Minuten über das taufrische Gras läuft. Im Winter kann man auch durch den Schnee stapfen, dann allerdings nur rund eine Minute.
Kalte Güsse
Neben der Stärkung der körpereigenen Abwehr erfrischt das Gehen im Kalten und sorgt für einen guten Start in den Tag. Doch Pfarrer Kneipp hat noch mehr Anwendungen entwickelt, wie etwa die kalten Güsse, die unterschiedlich wirken können. Allerdings ist dafür die Duschbrause nicht gut geeignet, weil dabei zu viel Luft beigemischt wird, die den Kältereiz verringert. Daher sollte man nach Möglichkeit den Duschkopf abschrauben, so dass das Wasser im Schwall aus dem Schlauch heraustritt. Alternativ kann ein schlankes, mit Wasser gefülltes Gefäß benutzt werden.
Kniegüsse
Ein probates Mittel gegen Einschlafprobleme sind Kniegüsse. Dabei wird der kalte Wasserstrahl von der Außenseite der Füße langsam bis zum Knie hinauf und an der Innenseite wieder abwärts geführt. Diese Prozedur wird an beiden Beinen jeweils zwei Mal durchgeführt, anschließend sind die Fußsohlen zu begießen. Danach ist es wichtig, sich nicht abzutrocknen, sondern das Wasser nur abzustreifen und dann Strümpfe anzuziehen. Anschließend direkt ins Bett legen, denn schon bald wird die Wiedererwärmung der Füße einsetzen, die durch den Kältereiz der Güsse besonders stark hervorgerufen wird. Und das macht müde.
Darüber hinaus wird durch den Guss die Muskulatur entkrampft und gelockert, gleichzeitig gut durchblutet, das gilt ebenso für die Haut. Dadurch kann Krampfadern und anderen Venenerkrankungen vorgebeugt werden und die Haut sieht frischer aus. Wie jede Kneipp-Anwendung, stärkt auch der Knieguss die Abwehrkräfte.
Schenkel- und Armguss
Ein kalter Schenkelguss hat die gleiche Wirkung wie der Knieguss. Für Frauen ist das kalte Nass an den Oberschenkeln jedoch aus einem weiteren Grund interessant: Der Kältereiz sorgt für eine bessere Hautdurchblutung und arbeitet auf diesem Weg gegen Bindegewebsschwäche wie Cellulite an. Bei Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Herzrasen hilft ein kalter Armguss. Mit dem rechten Arm beginnend führt Probleme sind Kniegüsse. Dabei wird der kalte Wasserstrahl von der Außenseite der Füße langsam bis zum Knie hinauf und an der Innenseite wieder abwärts geführt. Diese Prozedur wird an beiden Beinen jeweils zwei Mal durchgeführt, anschließend die Fußsohlen begießen. (sid/red)