Knapp drei Monate nach der Wahl - Fortsetzung der Sitzung für 11. Jänner vereinbart
Sarajevo - Knapp drei Monate nach der Parlamentswahl Anfang Oktober ist das bosnische gesamtstaatliche Parlament noch immer nicht konstituiert worden. Eine für heute, Mittwoch, einberufene Fortsetzung der konstituierenden Sitzung musste auf den 11. Jänner verschoben werden, meldeten bosnische Medien. Die Parlamentsparteien haben sich noch immer nicht über die künftige Regierungskoalition auf der gesamtstaatlichen Ebene geeinigt.
Dies wäre die Voraussetzung für die Wahl des Parlamentspräsidenten und seiner Stellvertreter. Das Parlament hatte den ersten Teil der konstituierenden Sitzung am 30. November abgehalten.
Die führenden Parteien im gesamtstaatlichen Parlament mit 42 Sitzen sind seit der Wahl vom Oktober mit je acht Sitzen die Sozialdemokratische Partei (SDP) des Bosniaken (Muslimen) Zlatko Lagumdzija und der Bund der Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) des Serben Milorad Dodik. Die bosniakische Partei der Demokratischen Aktion von Sulejman Tihic ist mit sieben Abgeordneten vertreten. Die beiden führenden kroatischen Parteien, die HDZ und die HDZ 1990, haben drei bzw. zwei Abgeordnete.
Bosnien-Herzegowina soll als nicht ständiges Mitglied am 1. Jänner den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat übernehmen. Medien berichteten bereits ausführlich über den Sonderfall eines Landes, in welchem fünfzehn Jahre nach dem Kriegsende die Umsetzung des Friedensabkommens weiterhin von einem Hohen Repräsentanten - dem österreichischen Diplomaten Valentin Inzko - überwacht wird und das derzeit nur eine technische Regierung besitzt. (APA)