Urteil aufgehoben

Adamovich gewinnt gegen Kampuschs Mutter

Colette M. Schmidt , 22. Dezember 2010, 18:31
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    Das Oberlandesgericht gab Ludwig Adamovichs Berufung statt.

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    foto: apa/fohringer

    Brigitta Sirny muss sich kritische Bemerkungen gefallen lassen.

Freispruch für den ehemaligen Leiter der Kampusch-Kommission, Ludwig Adamovich: Er ist der üblen Nachrede nicht schuldig

Wien - Der große Andrang herrschte am Mittwochvormittag in einem anderen Saal des Justizpalastes. Ein paar Türen weiter drängten sich Kameramänner und Journalisten beim Bawag-Berufungsverfahren um den Exbanker Helmut Elsner. Stille herrschte derweil im Saal F, wo vor vier Zusehern die auf 20 Minuten anberaumte Berufungsverhandlung des ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich, gegen Brigitta Sirny, die Mutter von Natascha Kampusch, über die Bühne gehen sollte.

Adamovich fehlte

Adamovich selbst war nicht anwesend. Ob er nicht komme, will der Vorsitzende Dietmar Krenn von der Anwältin des 78-jährigen wissen. Diese verneint ernst: "Er ist dazu nicht in der Lage. Seine Frau ist vor eineinhalb Wochen gestorben. Gestern war das Begräbnis."

Ein Mitglied des Senats verliest danach einige Details, um die es in der Privatklage von Sirny gegen Adamovich ging. Adamovich hatte im Juli und August 2009 mehrere Interviews gegeben, in denen er auch über die Kindheit des Entführungsopfers befragt wurde. Konkret wollte man von Adamovich wissen, ob die Zeit, die Kampusch erlebte, bevor sie in die Gewalt Wolfang Priklopils geriet, dafür ausschlaggebend gewesen sein könnte, wie sich ihr Verhältnis zum Entführer über die Jahre entwickelte. Adamovich sprach in einem der Interviews, das vom Vorsitzenden am Mittwoch noch einmal verlesen wurde, wörtlich von einer "lieblosen Kindheit ohne viel Zärtlichkeit". Zudem gibt er an anderer Stelle zu bedenken, dass die Zeit ihrer Gefangenschaft womöglich "allemal besser" gewesen sei "als das, was sie davor erlebt hat".

Vor allem diese Worte des ehemaligen Leiters der Evaluierungskommission in der Causa Kampusch sorgten nicht nur bei der Mutter von Kampusch für Aufregung. Es sei "das Schlimmste, was man einer Mutter vorwerfen kann", meint Sirnys Anwalt, Wolfgang Miller vor Gericht. Doch Richter Krenn, der kurzfristig für die erkrankte bisherige Vorsitzende im Dreier-Senat, Marina Stöger, einsprang, wies schon nach kurzer Zeit darauf hin, dass er "massive Zweifel" am Urteil des Erstgerichts habe. Nach einer 45-minütigen Beratung, während der im Nebenzimmer hörbar angeregt diskutiert wurde, begründete Krenn den Freispruch.

"Ersturteil bedenklich"

Die Erstrichterin habe etwa Aussagen Adamovichs "aus dem Zusammenhang gelöst" und nicht berücksichtigt, dass er alles klar als subjektive Meinung und "vorsichtig formuliert" habe. Ihr Urteil sei mit "erheblich bedenklichen Feststellungen" behaftet und "der Wissensstand" des Mannes unberücksichtigt.

Zudem habe Adamovich nie einen konkreten Vorwurf gegen die Mutter gerichtet und gesagt, nur "Anhaltspunkte und keine zwingenden Beweise" für seine Überlegungen zu haben. Seine Aussagen überschritten nicht die Grenzen der Meinungsfreiheit, erklärt der Richter.

Adamovichs Anwältin, Isabel Funk-Leisch, wies darauf hin, dass jene Indizien, auf die sich ihr Mandant berief, "sehr wohl unter Beweis gestellt werden können, was jedoch vom Erstgericht nicht gemacht worden sei.

Nicht befangen

In Justizkreisen war moniert worden, dass die Richterin, Birgit Schneider, die Adamovich im Dezember 2009 schuldig und zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt hatte, den Fall nicht wegen Befangenheit abgelehnt habe.

Denn Schneider ist die Tochter des ehemaligen Leiters der Staatsanwaltschaft Wien, Otto Schneider, der selbst mit dem Fall Kampusch befasst war. Er ist einer jener fünf Staatsanwälte, gegen die bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen wegen des Verdachtes des Amtsmissbrauches in der Causa Kampusch laufen.

Sirnys Anwalt nannte den Freispruch, gegen den kein Rechtsmittel mehr zulässig ist, "weltfremd". (DER STANDARD Printausgabe, 23.12.2010)

derStandard.at/Panorama auf Facebook

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62
Adamovich weiß mit Sicherheit mehr als die hier postenden Personen, denn er hatte als Vorsitzender der NK-Kommission Einblick in die Akten.

Wer erinnert sich beispielsweise an die Fotos, die NK kurz nach ihrem Verschwinden 1998 in eigenartigen Posen zeigten?

Ich erinnere mich selbst, dass ich in einer Zeitung ein Foto von NK gesehen hatte, wo das Kind mit hohen Stiefeln und Reitgerte abgebildet war. Ich dachte mir damals, oje das arme Kind, kann mir schon vorstellen was mit der passiert sein muss... Auch der Polizei-Ermittler Max Edelbacher hat über dieses Foto gesprochen. Warum wird darüber jetzt nicht mehr geschrieben, ist das jetzt auf einmal nicht mehr erlaubt?

Ann Ecker
310
A. is an honorable man - und die Erde ist eine Scheibe

Ich finde das Urteil skandalös. Die Erstrichterin durfte nicht recht haben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. da patzt man notfalls auch den Ruf der mutigen Erstrichterin an.
Wenn ich noch irgendeinen Rest Respekt für A. hatte, so ist er spätestens jetzt tiefer Verachtung für diesen unbelehrbaren Grufti gewichen ... für mich ist er ein A. Basta.

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Diese ganze Familie ist nur von Gier getrieben.

Kampusch's Mutter Sirny gnauso wie die Kampusch selbst.

Daher all diese Klagen.

Offenbar verkauft sich das Buch nicht gut genug...

Einohrhase
00
10.3.2011, 15:08
also wer pöbelt hier jetzt???

sie urteilen schon wieder, über menschen die sie nicht kennen....

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
13
13.1.2011, 11:45
da gibt es viel zu beantworten:

peter pilz - Nationalrat, XXIV. GP 1. Dezember 2010
http://tinyurl.com/66253rf
ewald stadler - Nationalrat, XXIV. GP 1. Dezember 2010
http://tinyurl.com/64ldazo

Gusti Rentner
 
11
15.1.2011, 10:01
Es ist kein Faden so fein gesponnen, dass er nicht ans Tageslicht kommt...

...!!!

masterpiece
01
13.1.2011, 11:02
YESSSS!!!!

otedkh
13
29.12.2010, 19:58
Fall Kampusch - ein Justizskandal? Teil 12

Über Priklopil meinte Adamovich: „Es spricht sehr vieles dafür, dass andere im Hintergrund gestanden sind und dass Priklopil ein Auftragstäter war." Ein ursprünglicher Plan könnte „gescheitert sein". So etwa sei das Verlies zum Zeitpunkt der Entführung gar nicht fertig gewesen. Dieses sei erst im Laufe der Zeit ausgebaut worden. Dies spreche dafür, „dass die Entführung nicht so abgelaufen ist, wie sie geplant war." Am Ende sei dann „Priklopil mit dem Mädchen dagestanden."

Nun, nach dem Freispruch, stellt sich natürlich die Frage, ob die derzeitigen Ermittlungen gegen fünf Staatsanwälte neue Erkenntnisse bringen, die die erwähnten Adamovich-Äußerungen stützen.

http://diepresse.com:
http://tinyurl.com/26ftck3

suboptimal
 
217
29.12.2010, 15:05
Jahresbestseller Schweiz - 3096 Tage

1. Platz Sachbücher: Natascha Kampusch

am 4. Platz abgestunken - Thilo Sarrazin mit "Deutschland schafft sich ab"
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/bu... y/25740490

Im Ausland haben sie zwar noch über seine Verurteilung, nicht aber über den wundervollen Sieg des freigesprochenen Rufmörders gegen ihre Mutter berichtet, kein Wort .... NIRGENDS – dort wissen sie nichts über den Freispruch. Seine degoutante Privatmeinung über ihr Unglück interessiert keinen mehr. Dort ist er out und tilt.

*jedenfalls wow zum 1. Platz*
.

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02
Was das aussagt?

Auch in der Schweiz gibt es eine Mehrheit von niveaulosen PISA-Versagern...

Einohrhase
00
10.3.2011, 15:11
und hier schimpfens gleich über eine andere nation

bravo

die Großmutter
13

Das Gericht hat keine Schamgrenze, das sagt es aus.

LGM
08
31.12.2010, 05:34

Während beim Spiegel Sarazzin auf Platz 1 ist, und NK auf Platz 15.
Was soll das bitte aussagen? Speziell über Adamovich?

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00
Haha, köstlich!

Spiegel-Leser haben Sarazzin auf Platz 1, und NK auf Platz 15.

Während im Schweizer Durchschnitt NK auf Platz 1 liegt, und Sarazzin auf Platz 4.

Welch köstliche Feststellung!

Ieh befürchte, in Österreich wäre die Situation ähnlich wie in der Schweiz. Was das aussagt? Ein Ausdruck mangelnden Niveaus von Großteilen der Bevölkerung. Die PISA-Versager stellen die Mehrheit, leider...

Nurmalso1
 
04
31.12.2010, 21:28
Eine suboptimale M A R K E T I N G - Strategie?

njet
03
29.12.2010, 17:33

NK?

saphre
04
30.12.2010, 00:58
ghostwriter?

Nurmalso1
 
02
31.12.2010, 21:32
MASTERMIND?

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
26
28.12.2010, 10:17
nach solchen informationen könnte man die adamovic-aussagen möglicherweise auch als

verharmlosend (das ist provokation) ansehen.

http://tinyurl.com/26ftck3

# ...von einer mittelbaren Zeugin gestützt wird. Diese gibt im Bekanntenkreis vertraulich an, dass NK vor der Entführung in Ungarn "in Rotlicht-Lokale mitgenommen" worden sei. Zwar ...

# ...habe die Mutter von NK seinerzeit einen Fitnessklub aufgesucht, NK, damals ein kleines Mädchen, habe sie mitgenommen. Es könne in dem Klub zu einem „Kontakt mit dubiosen Personen gekommen sein", erklärte...

und auch den beitrag von subti aka heike sollte gelesen werden, da beginnt es zu zerbröseln:

siehe unter:

Und Sie, Herr Seeh, produzieren

johann steiner
11

diese Gerüchte können gestreut sein, ... und auch wenn die Mutter problematisch sein sollte, kann man sie nicht mit Femejustiz aburteilen, dieses Urteil zu Gunsten von Adamovich ist eine enorme Sauerei

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
03
29.12.2010, 10:06
Und Sie, Herr Seeh, produzieren

wurde gelöscht, da dürften doch zu viele beleidigungen gegen hrn. seeh drinnen gewesen sein.

aber in diesem beitrag wird heike auf eine andere art "geschmacklos"!

Heike P., Dienstag, 28. Dezember 2010

... ihrer Flucht wieder einmal keine Unterhose tragen ...

haben sie den letzten anstand verloren!

mit ausnahme von ihnen und ein paar gleich gearteten interessieren sich die meisten leute in keinster weise für die unterwäsche von nk.

geschmackloser geht es nicht mehr, ist in ihrem fall wahrscheinlich nicht zutreffend.

Boandlkramer
13
27.12.2010, 21:03

in sinngemäßer Anwendung...

Quelle: http://www.justiz.gv.at/internet/... 3404877DA3

Der OGH hat der bisherigen Judikatur in Mediensachen, dass bei mehreren möglichen Auslegungsvarianten einer Äußerung die für den Äußernden ungünstigste der Beurteilung zugrunde zulegen ist, – (jedenfalls) für Strafurteile – eine Absage erteilt: Es ist vielmehr von der günstigsten Variante auszugehen. Ich (BMJ) sehe das als eine konsequente Fortsetzung der Rechtsprechung des OGH in einem Urteil vom Aug. 2007: damals hatte der OGH ausgesprochen, dass im Hinblick auf den Erklärungsempfänger nicht vom „Schlagzeilenleser“ – also von der für den Äußernden ungünstigsten Variante"

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Endlich einmal jemand mit Niveau, juristischem Wissen und Verstand in diesem Forum!

Solche Postings wie Ihres sind für mich der Grund, dieses Forum zu lesen - auch wenn man sich dafür durch dutzende anderen "suboptimal"e Postings (die man getrost vergessen kann, da frei von sachlichem Inhalt) wühlen muss, um einzelne derartige Juwelen zu entdecken...

Danke!

suboptimal
 
136
28.12.2010, 00:23
Danke, aber ich bin inzwischen der Meinung,

dass man überhaupt und von Amts wegen ganz offiziell dem seligen Priklopil posthum einen Orden dafür verleihen sollte, dass er das entführte Kind aus seiner "grundsätzlich misslichen Situation" bei seiner Mutter befreit hat.

Man beachte, der freigesprochene Rufmörder hat "grundsätzlich" geschwurbelt - nicht "mutmaßlich" oder "vielleicht" oder "möglicherweise denkbar", wie es sonst seiner feigen Art entspricht. "Grundsätzlich" hat so viel Gewicht, dass es schon einen Orden für Priklopil, den Retter, rechtfertigen würde.
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Und Sie reißen GRUNDSÄTZLICH einzelne Wörter (nicht mal Sätze!) aus dem Zusammenhang. Das ist GRUNDSÄTZLICH...

... suboptimal.

Aber dafür scheinen Sie ja zu stehen... ;-)

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