Vorwürfe der Spionagetätigkeit
London - Die diplomatischen Irritationen zwischen
Großbritannien und Russland reißen nicht ab. Wie die Regierung in
London am Dienstag mitteilte, erklärte sie in diesem Monat einen
russischen Diplomaten zur unerwünschten Person. Begründet wurde dies
mit eindeutigen Beweisen für eine Spionagetätigkeit des
Botschaftsangehörigen. Im Gegenzug forderte Russland einen britischen
Diplomaten zum Verlassen des Landes auf.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind seit der
Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko in London im Jahr
2006 strapaziert, die Spannungen reichen gleichwohl zurück bis in die
Zeit des Kalten Krieges. Vor wenigen Tagen unterstellte die Regierung
in Moskau Großbritannien eine "paranoide Spionage-Manie". Auslöser
war die Festnahme einer Russin, die für einen britischen
Parlamentsabgeordneten arbeitet und Medienberichten zufolge der
Spionage verdächtigt wird. Russland warnte anschließend, der Fall
könnte zu einem Rückschlag für die bilateralen Beziehungen werden. (APA/Reuters)