NASA untersucht Möglichkeit für Windfarmen in luftigen Höhen

Flugdrachen, Luftschiffe oder Ballone würden Dank höheren Windgeschwindigkeiten wesentlich mehr Leistung bringen

Washington/Turin - In Zukunft könnten Windturbinen auch in höheren Sphären schweben. Einer der Vorteile eines solchen Konzeptes wäre etwa eine höhere Energieausbeute durch größere Windgeschwindigkeiten. Was bisher als verrückte Idee von Ingenieuren und kleineren Start-ups galt, untersucht nun auch die NASA mit Förderungen der US-Regierung. Geprüft wird, wie Schwärme von Flugdrachen, Luftschiffe oder Ballone für die Stromerzeugung eingesetzt werden können.

Die Idee beruht auf der Nutzbarmachung der Winde in höheren Luftschichten, wobei Seile aus Nanoröhren den erzeugten Strom zurück auf die Erde schicken. Intelligente Software passt die Flugobjekte optimal an die Windbedingungen an. Derartige Flugobjekte können das ganze Jahr über am Himmel schweben und würden nur im Falle eines Sturmes oder zur Wartung eingeholt.

Zwei- bis dreimal höhere Windgeschwindigkeit

Für den NASA-Techniker Mark Moore liegen die Vorteile fliegender Windkraftwerke auf der Hand. "Bereits in 600 Meter Höhe ist die Windgeschwindigkeit zwei- bis dreimal höher als am Boden. Da die daraus erzielbare Leistung die dritte Potenz des Windes ist, kann man damit acht bis 27 mal mehr Strom erzeugen. Zudem ist der Wind in diesen Höhen auch gleichmäßiger", so der Experte.

Am besten würden sich laut Moore derartige Systeme für den Offshore-Einsatz eignen. "Einerseits gibt es über dem Meer kaum Anrainerprobleme, andererseits gibt es 20 Kilometer von der Küste entfernt in niedrigen Höhen kaum mehr Bedarf an Luftwegen."

Prototyp aus Italien

Vorläufer des Konzepts gibt es bereits in Italien. Die Firma Kite Gen Research betreibt nahe Turin den Prototypen eines Windkraft-Flugdrachens für Höhen bis 10.000 Meter, der mit neun Generatoren 27 Megawatt Spitzenleistung erreicht. Das italienische System beruht auf einem elektromagnetischen Generator, der vom Wechsel von Auf- und Abspulen angetrieben wird. Die Windturbine steht dabei am Boden, was einiges an Material und Fundamentarbeiten erspart. (red/pte)

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15 Postings

Leider ist ALLES über das Kitegen in Italienisch.

Aber hier ein paar Videos von einem der 3MW Prototypen.
http://www.youtube.com/watch?v=koNmizCxQWs

Am Ende ist auch eine Animation einer GWe Offshore Anlage zu sehen.

Hier ein anderes Kitegen Stem:
Operazione "Viagra"
http://www.youtube.com/watch?v=d2wwWLFGneY

Auch das Kitegen Stem kann man offshore auf schwimmenden Plattformen betreiben.

Wäre super wenn der Standard einmal einen Artikle über das Kitegen bringen würde.

Die Chinesen investieren übrigens auch gerade 4Mrd $ in ein HighAltitudeWind Projekt!

Wirbelstürme, gordische Knoten und Luftschiff-Wettblasen

Also, bei einem kleinen Luftwirbel (muß nichtmal ein richtiger Tornado werden, dann ist das Zeux ohnehin hin und weg) gibt es ernste Verwirrung, wenn da mehrere Fesselflugobjekte in einem solchen Windpark betrieben werden.
Generatoren in luftiger Höhe selbst zu betreiben, erfordert dicke Brummer an Luftschiffen, welche die schweren Trümmer überhaupt oben halten können.
Solche dicken Luftschiffe ziehen und zerren aber auch besonders stark an den Seilen und Kabeln, die dann wieder besonders dick und wohl auch schwer ausfallen müssen.
Ich seh eine Sackgasse.
Das Kitegen-Verfahren klingt eleganter (da ist nur das Segel oben), aber kann nicht kontinuierlich Strom liefern und wird wohl auch nicht soo zuverlässig sein.

Windkraftanlagen auf unseren Bergen.

Die stehen dann schon mal in 1500 - 2500m Höhe. Die Alpenländer könnten Europas wichtige Stromlieferanten werden mit Bürgerbeteiligungen anstatt Steuern zu erhöhen. Denn bei diesen Ertragswerten braucht man keine Förderung mehr.

das Problem ist dann nur, dass der Wind auf den Bergen meist recht unregelmäßig weht (ändert oft die Richtung, Böhen)

und wenn sich ein Flugzeug in den Nanoröhren verfängt

fliegt das ganze Windkraftwerk am Ballon davon

"... beruht auf einem elektromagnetischen Generator ..."

Das soll ja angeblich öfter vorkommen, wenn irgendwo Strom erzeugt wird.

Wieso "erspart eine Windturbine, die am Boden steht, einiges an Material und Fundamentarbeiten"? Gegenüber welcher Variante?

Und wieso steht die überhaupt am Boden, wo doch "die Idee auf der Nutzbarmachung der Winde in höheren Luftschichten beruht"?

"Bereits in 600 Meter Höhe ist die Windgeschwindigkeit zwei- bis dreimal höher als am Boden

der letzte absatz ist wirklich völlig deplaziert, falsch übersetzt oder konfus geschrieben.

aber zur höheren windgeschwindigkeit habe ich auch noch eine anmerkung: die windräder am boden werden bei zu starkem wind "in den wind" gestellt um keinen schaden zu erleiden...und erzeugen dann quasi gar keinen strom - wieso sollte das in der höhe anders sein?

Alles Auslegungssache würde ich meinen. Windräder will man für seltene, starke Winde nicht überdimensionieren.

Für Luftschiffgeneratoren(oder wie man das auch nennt^^) kann man dann ganz bewusst Leistungsfähigere Turbinen einsetzen. Durch die gleichmäßigere Luftgeschwindigkeit gibts da sicher weniger Probleme mit der Dimensionierung.

wer lesen kann ist klar im vorteil

>>Das italienische System beruht auf einem elektromagnetischen Generator, der vom Wechsel von Auf- und Abspulen angetrieben wird.

das heißt so viel wie:
ein konventionelles Flugsportgerät (Drache/Gleitschirm) steigt an einem langen seil durch Windenergie/Auftrieb auf, beim abspulen des langen Seiles wird ein Generator (der am Boden neben der winde steht) angetrieben --> Energie erzeugt

und dann lässt man den drachen abstürzen...

und holt die nächste schwiegermutter... ;-)

Da hätte ich sofort einen Verbesserungs-Vorschlag!

Das Schnürl für's Drachensteigen aus Kupferkabel kann gleich als Stromleiter gefertigt werden;-)

geht nicht, ist bei dieser länge viel zu schwer und reißt

Da wird man doch eine Verstärkunfsfaser nutzen können?

Immerhin hängen die Grünen mit jeder Herzensfaser an teuren Ideen!

Dann am Berg die Gasgefüllten Turbinen steigen lassen?

geht nicht, wird gerne gestohlen

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