Magenuntersuchung

"Ötzi" wurde entfrostet und aufgeschnitten

21. Dezember 2010, 14:18
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    foto: apa

    Die Mumie vom Similaun in Südtirol wurde im November das zweite Mal seit seiner Entdeckung aufgetaut.

Mikrobiologen wollen herausfinden, welche Bakterien der 5.300 Jahre alte Steinzeitmann in seinem Verdauungsorganen hatte

Stockholm/Innsbruck/Bozen - Der Eismann vom Similaungletscher in den Ötztaler Alpen wurde vor wenigen Wochen zum zweiten Mal seit seiner Entdeckung aufgetaut. Im Anschluss schnitten die beteiligten Wissenschafter "Ötzi" ein etwa zehn Zentimeter großes Loch in seinen Bauch. Hintergrund der Operation: Die Forscher wollen mit Hilfe der dabei entnommenen Gewebeproben ermitteln, welche Bakterien es vor 5.300 Jahren im Magen des Steinzeitmannes gab. An der Untersuchung beteiligt sind Mikrobiologen vom Karolinska Institut und dem Seruminstitut in Stockholm.

Die Entdeckung der Gletschermumie aus der Jungsteinzeit war 1991 eine Weltsensation. "Vielleicht kann das, was wir bei "Ötzi" sehen, unser Verständnis von Bakterien verbessern, die resistent gegen Antibiotika sind", meint der schwedische Bakteriologe Lars Engstrand.

Gut erhaltene Gewebeflora

Engstrand und der deutsche Mediziner Peter Malfertheiner von der Universität Magdeburg sowie ein französischer Kollege konnten bereits im November im Archäologischen Museum von Bozen den Magen- und Darmtrakt der sonst stets eingefrorenen Leiche untersuchen. Der Schwede entnahm 20 Gewebeproben, deren DNA jetzt in Stockholm analysiert wird. Engstrand meinte zu ersten Ergebnissen, die DNA der Bakterienflora sei so gut erhalten, dass man mit Hilfe moderner Technik ermitteln könne, welche Bakterien "Ötzi" bei seinem Tod im Magen gehabt habe.

Gastoskopie misslungen

Als Ziel der Untersuchungen nannte der Schwede auch die Klärung der Frage, ob der Mann aus der Jungsteinzeit möglicherweise auch Magengeschwüre gehabt habe. Engstrand berichtete, dass er bei der Untersuchung der Mumie zunächst mit seinen beiden Kollegen versucht hatte, per Gastroskopie das Mageninnere zu untersuchen. Aber die Speiseröhre sei für die Sonde zu eng gewesen.

"Stattdessen schnitten wir eine zehn Zentimeter großes Loch in seinen Bauch und holten Reste von dem Essen heraus, das er zu sich genommen hatte." Über seine Gefühle dabei sagte Engstrand: "Es war unglaublich faszinierend. Man empfindet Demut, wenn man jemanden untersucht, der seit 5.300 Jahren tot ist." Die Ergebnisse der Stockholmer Analysen sollen im März veröffentlicht werden. (red/APA/dpa)


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Posting 1 bis 25 von 52
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is-mir-latte
 
00
22.12.2010, 21:00

Kommts mir nur so vor oder wird der jedes Jahr aufgetaut?

h 90
00
22.12.2010, 05:11

mmmh aufgeschnittener Oezi.
Hat jemand ein gutes Weihnachtsrezept.

Erisian Liberation Front
00
22.12.2010, 10:25
Nach so vielen Jahren auf Eis

ist das sicher ein zacher Hund.

gogosch der Grosse
01
23.12.2010, 09:57
1h im Druckkochtopf und gut ists!

h 90
00
22.12.2010, 12:21

Auch wieder wahr.
Vielleicht faschieren und halbe halbe mit fetten Schweinefleisch mischen. Gibt sicher eine interessante Wurst.
Pariser:
Vom Schwein, vom Kalb, von der Pute oder vom Menschen?
Leberaufstrich kann man sicher machen, gsoffen wird er ja nicht haben.

Seria
13
21.12.2010, 22:29

interessant aber piätätlos, soferne es sowas noch gibt

h 90
02
22.12.2010, 05:12

Ich glaub es wird dem Oetzi egal sein.

epep
07
21.12.2010, 23:44
"piätätlosigkeit" knn der nur oder die betroffene feststellen und genau das kann der oder die betroffene eben nicht mehr.

toter zellhaufen, interessant für die forschung. leute werden deswegen eingegraben das es nicht stinkt, die religionen haben es geschafft daraus einen kult zu machen...

Mstr.'.Ito.'.
01
22.12.2010, 08:58

sorry, aber empathiefähige Lebewesen sind durchaus in der Lage emotional betroffen zu sein, auch wenn sie rein sachlich nicht betroffen sind.

Ramba-zamba
01
23.12.2010, 09:49

alles klar:P

epep
01
22.12.2010, 16:23
wegen eines zellhaufens der vor ich hinschimmelt?

nein, im ernst, ich versteh ja wenn menschen die eine person gekannt haben betroffen sind, wenn auf eine bestimmte art und weise mit der leiche dieser person umgenagen wird oder wenn über die person abfällig gesprochen wird.

aber was ich nicht verstehe, wenn alle aufeinmal das grosse tabu entdecken, bei personen die vorher ohne probleme kritisiert worden sind (zb haider, waldheim, dichand). und plötzlich diese personen nicht für ihre auswirkungen auf die gesellschaft kritisiert werden können, auch im nachhinein.

abstrus wird es aber dann, wenn es um leichen geht die jahrtausende alt sind, wer bitte ist davon emotional betroffen?

Mstr.'.Ito.'.
00
23.12.2010, 09:54

Ich bestreite nichts von alldem, sage ja nur dass es solche Formen von Betroffenheit geben kann - unabhängig davon wie der einzelne das dann für sich bewerten will.

epep
00
23.12.2010, 13:38
dann sind wir eh einer meinung... ;-)

x x3
60
22.12.2010, 08:20
Eine Frage fällt mir zu den Religionen immer wieder ein.

Wenn alles Übel (sagt zumindest Prohpet Dawkins) von den Religionen erschaffen wurde, wer hat dann aber die Religion erschaffen?

Oder anders, welchen evolutionären Vorteil hat Religion, nachdem sich religiösen Gesellschaften Jahrzehntausende gegen nichtreligiöse Gesellschaften durchgesetzt haben?

_Hier_ würde ich mir Antworten vom Propheten (dem Erfinder der Meme) und seinen Jüngern erwarten.

Mstr.'.Ito.'.
01
23.12.2010, 10:04
Einfache Frage, hoffentlich einfache Antwort:

Das menschliche Gehirn kann nicht in falsche und richtige Wahrnehmung unterscheiden. Unser Denken zieht zur Erklärung unserer Erfahrungen Schlüsse aus Beobachtetem. Zu dem kann es zu Wahrnehmungen kommen, die nicht durch die äußeren Sinne erfahren werden. Das sind falsche Wahrnehmungen. So können aus Verknüpfung von richtigen und falschen Beobachtungen falsche (also pseudorationale) Schlüsse gezogen werden. So entstehen religiöse Wahrheiten.
Was es nützt: es dient der Gruppenbildung und Festigung sozialer Beziehungen durch einheitliche ethische Richtlinien + Ansichten, was zur Bildung größerer Populationen eine wichtige Voraussetzung ist. Darin besteht auch der evolutionäre Nutzen, weil größere Gruppen bessere Chancen zu überleben haben.

Nick Tameer
00
24.12.2010, 14:50

Da Gesellschaften weder einen festes Genom haben und sich in tagtäglicher Reproduktion wohl verändern, aber dabei nicht wirklich vermehren, kann man von Evolution in einem biologischen Sinn wohl nicht reden. Selbst in einem rein metaphorischen taugt diese Redeweise nicht recht. Auch die Suche nach Vor- und Nachteilen von Gesellschaften, die sich von einem objektiven Standpunkt außerhalb in einem ewigen clash of civlisations als schlichte Gegebenheiten feststellen ließen, mutet mich seltsam neben der Sache liegend - eben rein äußerlich - an.

Ramba-zamba
00
23.12.2010, 09:54

denke auch, dass es sich mehr um eine machtfrage handelt.. wer hat den nutzen, von gesetzen, die das volk dumm und fleißig halten... ? hat davon die gesellschaft einen nutzen, nur weil es lange zeit hält.. man weiß es nicht..

das jüngste Gerücht
01
22.12.2010, 16:04

Macht übers gemeine Volk???

h 90
03
22.12.2010, 08:26

wie waere wenn Sie einfach sein Buch lesen wuerden, da ist das viele Seiten lang und aufuehrlich diskutiert.
Nur ein Wort wissen (Dawkins) und das in eine Diskussion ohne sich damit beschaeftigt zu haben ist etwas schwach.

x x3
20
23.12.2010, 08:59
"Sein" Buch lesen?

Du meinst sicher den Gotteswahn, oder?

Woher glaubst du, habe ich meine Abneigung gegen Dawkins? Weil mir seine Nase nicht gefällt?

Ein gutes Buch - solange es sich gegen den Schwachsinn wendet, den Kreationisten und Geistesverwandte verzapfen.
(Ein guter Titel wäre z.B. "Wider dem kreationistischen Gotteswahn")

Nun, Dawkins zerpflügt in der Tat deren dümmlichen Ansichten.
Von Religion hat er indes genauso wenig Ahnung wie manche 8-jährigen, die begeistert sind von ihrer neuen Erkenntnis, dass auf den weißen Wölkchen am Himmelzelt doch keine Engel mit Harfe sitzen, sondern dass es sich hier um kleine Wassertröpfchen handelt.

Ein Hobby-Atheist eben. Ahnungslos, polemisch, missionarisch.

epep
00
23.12.2010, 13:44
immer wieder die selben argumente angeblich derer die dawkins gelesen haben.

langsam wirds fad, alle dieser angeblichen leser verwenden immer und immer wieder die gleiche argumentation aus texten von kathnet oder äghnlich reaktionören christenseiten.
dawkins setzt sich ausführlichst mit (nicht allenm, aber vielen) den argumenten vergangener phiilosophen auseinander, die fragen zu gott gestellt haben. dawkins hat wahrscheinlich mehr ahnung von den kirchlichen gottes-beweiser philosophen als die meisten, ganz sicher aber als sie.

auch ein schönborn, als anhänger des intelligent design, ist kreationist. kreationist umfasst nicht nur die sogenannten junge-erde-kreationisten (welt in 6000 jahre), sondern die zahlreichen spielarten, unter anderem eben auch id, die ja auch an einen eingreifenden gott glauben.

x x3
00
28.12.2010, 20:04
Angeblich gelesen ...

Kathnet ...
intelligent design ...
Reduktion des Themas auf irgendwelche dämlichen Gottesbeweise ...
Wusste gar nicht, dass einem das Widerlegen von Teekannenbeweisen zu einem Experten in Astronomie macht.
Polemik im Stil einen G.W.Bush (wer nicht für uns ist, ist gegen uns)

Richtig, es wird fad.

Ramba-zamba
01
23.12.2010, 09:55

oh, und verlesen auch noch.. na was solls.. hab das buch nicht gelesen ;)

Ramba-zamba
00
23.12.2010, 09:52

??? kenne mich zwar nicht so gut aus, aber darwin war doch alles andere als atheist? im nachhinein wird er gerne so dargestellt, quasi, dass er das der kirche zu fleiß gemacht hat, was einfach ein irrtum ist.. naja, wie sie meinen.. werden schon ihre selbstgeschriebenen quellen haben ;)

epep
00
23.12.2010, 13:40
darwin hatte ein skeptisches verhältnis zur religion.

hat aber später dann doch einen bezug zu gott in seine bücher aufgenommen, um nicht eine allzu offene front zu bieten.

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