Feuerwerk - Aber sicher!

  • Auch eine äußerlich unversehrte Hand kann durch die Druckwelle der Explosion geschädigt worden sein.
Foto: Dennis Aldag/www.pixelio.de
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    Auch eine äußerlich unversehrte Hand kann durch die Druckwelle der Explosion geschädigt worden sein.

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Plastische Chirurgie warnt vor Hand-und Brandverletzungen während der Feiertage

„In der Zeit um Weihnachten und Silvester herrscht bei uns in der Handambulanz Hochbetrieb. Wir sind mit schweren Verletzungen der Hände konfrontiert, die zum Beispiel durch die Explosion von Feuerwerkskörpern entstanden sind. Hochgradige Verbrennungen, abgerissene Finger oder Nervenverletzungen, die durch die Druckentwicklung bei der Explosion entstehen, sind keine Seltenheit," meint Werner Girsch, Plastischer Chirurg, Leiter der Handambulanz am Orthopädisches Spital Speising in Wien und Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) in einer Aussendung. Die Heilung oder Linderung der Unfallfolgen ist leider oft sehr langwierig und schmerzhaft. Girsch hat in seiner Zeit an der Abteilung für Wiederherstellende und Plastische Chirurgie an der Wiener Universitätsklinik unzählige solcher Verletzungen akut versorgt. In Speising widmet er sich der Wiederherstellung nach solchen Unfällen, die oft aufwendige Strategien erfordern, um Beweglichkeit und Funktion der Hände erhalten oder rekonstruieren zu können.

Unfallvermeidung

Nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch viele Erwachsene unterschätzen die Gefahr, die von Feuerwerkskörpern ausgeht. Girsch dazu: „Die meisten Unfälle geschehen, weil eine Rakete oder ein Kracher in der Hand explodiert. Manchmal reagiert zum Beispiel eine Rakete verzögert und wird für einen Blindgänger gehalten. Wenn sie in dem Moment wo sie aufgenommen wird doch zündet, kann sie enormen Schaden anrichten".

Das Spektrum der durch Feuerwerk verursachten Handverletzungen umfasst Verbrennungen unterschiedlicher Schweregrade, Verletzungen von Nerven, Sehnen und Blutgefäßen sowie Knochenbrüche. Im schlimmsten Fall kann es zu Fingerverlusten oder zu einer explosionsartigen Zerstörung der gesamten Hand kommen. Girsch rät daher äußerst vorsichtig mit Raketen und Krachern umzugehen, um Unfälle zu vermeiden. Wichtig ist, dass man die Gebrauchsanweisung beachtet, genügend Abstand zu den Knallkörpern hält und Kinder und Jugendliche nicht unbeaufsichtigt mit ihnen hantieren lässt.

Erste Hilfe

Was tun, wenn das Unglück passiert ist? Girsch erklärt: "Da die Druckwelle der Explosion das Gewebe empfindlich schädigen kann, empfehle ich auch eine äußerlich unversehrte Hand untersuchen zu lassen sobald sie anschwillt. Starke Schwellungen könnten Blutgefäße, die die Hand versorgen, abdrücken und damit die Extremität gefährden. Bei tiefen Risswunden muss geprüft werden, ob Blutgefäße oder Sehnen verletzt wurden und ob diese genäht werden müssen". Abgetrennte Extremitäten können im besten Fall wieder angenäht werden. Hier spielt die Zeit eine wesentliche Rolle. Je länger der Körperteil von der Blutversorgung abgeschnitten ist, desto schlechter stehen die Chancen, dass die Operation gelingt. Abgetrennte Gliedmaßen sollten in einen Kunststoffsack gegeben und vor Feuchtigkeit geschützt kühl gehalten werden. Das erhöht die Chancen, für eine erfolgreiche Replantation.

Wohin im Notfall

Betroffenen finden in den Handambulanzen der Abteilungen für Plastische Chirurgie erste Hilfe und beste Versorgung. Im Notfall wird der Patient von der Rettung in das entsprechende Spital eingewiesen. Bei langwierigen und komplizierten Verläufen ist auf jeden Fall die Vorstellung an einer plastisch-chirurgischen Ambulanz oder aber bei einem plastisch-chirurgischen Handspezialisten zu empfehlen. (red)

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