Patientenanwälte begrüßen "Masterplan Gesundheit"

21. Dezember 2010, 12:42

Bachinger: Nun müssten den Worten Taten folgen und der Masterplan konkretisiert werden

St. Pölten - Ein "deutliches" Ja zu dem vom Hauptverband der Sozialversicherungen angestrebten - und von der Ärztekammer kritisierten - "Masterplan Gesundheit" kommt von den österreichischen Patientenanwälten. Bei ihrer jährlichen Tagung bekannten sich die Patientenvertreter in der Vorwoche in Salzburg zu den grundlegenden Zielen des Papiers, forderten aber weitere Gespräche, teilte der niederösterreichische Patientenanwalt und Sprecher Gerald Bachinger mit.

Viele Anregungen der Patientenanwälte seien enthalten. "Besonders begrüßen wir den ganzheitlichen und umfassenden Ansatz, der dem Konzept zugrunde liegt", betonte Bachinger in einer Aussendung am Dienstag. Nun müssten den Worten Taten folgen und der Masterplan konkretisiert werden. Die Patientenanwälte seien bereit und als legitimierte Patientenvertreter auch verpflichtet, am Diskussionsprozess aktiv und kreativ gestaltend teilzunehmen.

ELGA und der e-Medikation

Zentrale Bedeutung hat für die Patientenanwälte die Entwicklung von Gesundheitszielen auf Bundesebene, die rasche Einführung der elektronischen Gesundheitsakte ELGA und der e-Medikation sowie die Schaffung neuer Versorgungsstrukturen, bei der das Modell der "integrierten Versorgung" eine wichtige Rolle spielt. Im Behandlungsbereich müsse die Eigenverantwortlichkeit des Patienten durch "Empowerment" gestärkt werden. Wichtig sei auch ein vielfältigeres Angebot an Disease Management Programmen auf Grundlage evidenzbasierter Medizin.

"Gerade im Lichte jüngster Ereignisse rund um Behandlungsfehler drängen wir massiv auf eine Stärkung der Patientensicherheit", so Bachinger. "Dazu ist die umfassende Einführung von Risikomanagement-Systemen und Instrumenten zur Qualitätsmessung und -transparenz, besonders auch im niedergelassenen Bereich, nötig. Damit geht natürlich einher, dass die Zuständigkeit aller Patientenanwaltschaften auf den niedergelassenen Bereich der Ärzte ausgedehnt wird." (APA)

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15 Postings
hot doc
00
10.1.2011, 13:00
wie wenn der verein fahrgast

akklamiert, dass die bundesbahnen taktfrequenz und service ihrer züge reduzieren, nur weil sie versprechen, die lokführern ganz genau zu kontrollieren.

und der verein fahrgast würde dann noch eine reihe lustiger zettel erfinden, die der lokführer "zur qualitätssicherung" dann daheim ausfüllen soll.

tortoise
02
25.12.2010, 08:41
Bachinger...

..auch nur ein politischer Günstling! Man sollte ihn eher als "Sprecher der Patientenanwaltschaft" betrachten. Patienten hat der schon lange nicht mehr vertreten!

eagle13
 
13
22.12.2010, 00:27
Ich kann gerne evidenzbasierte Medizin betreiben, nur mag sich die Patientenanwaltschaft dann nicht bie mir beschweren, wenn die Leute sterben, weil A. die Krankheit so selten ist das keine Vergleichskohorte erstellt werden kann B. eine Studie

ethisch nicht vertretbar ist oder C. die Studie für das Pharmaunternehmer nicht wirtschaftlich ist. Diese drei Punkte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sind aber als Denkanstoß gedacht.
Die Patientenanwaltschaft ist ein Jurist der keinerlei medizinische Kenntnis hat und die Bevölkerung nur verängstigt. In Deutschland gibt es den schönen Satz schauen wir, wann der Rechtsanwalt seine Kanzelei vor der UNI - Klinik eröffnet. In Zukunft wird der Arzt sich an die Leitlinien der jeweiligen Organisation halten und der Patient im Zweifel darunter Leiden. Weil sein Krankheitsbild in keiner Leitlinie erfasst ist, für Österreich eine veraltete Leitlinie gilt usw. Doch den Arzt trifft dann juristisch keine Schuld, da er gemäß Gesetz handelte.

hot doc
12
22.12.2010, 09:05

sehe ich genau so. jeder fähige arzt weiss um nutzen und tücken von leitlinien. und jeder, der leitlinien erstellt, weist darauf hin, dass sie keine kochrezepte darstellen und auch nicht dazu gedacht sind, eine juristische konsequenz daraus ziehen zu können.

nur die kleingeistige engstirnige zwänglerische welt der juristen kommt mit ihrer art zu denken nicht im mindesten mit, wie unsere art zu denken und zu handeln auf kollektive (ebm) und individuelle erfahrung, sowie auf intuition und empathie (heilkunst im besten sinne) beruht.

hell like hell
24
22.12.2010, 10:09

Vorschlag zur Güte: Wollen Sie Ihren Namen nicht auf gott doc ändern?
Aber nein, das wäre ja blasphemisch, schließlich haben Sie gerade "den Juristen" in Bausch und Bogen ans Bein gepinkelt - und das ans-Bein-pinkeln per se in einem Posting weiter unten verurteilt...

hot doc
32
22.12.2010, 12:00
anmaßungen und unterstellungen:

wer hat denn mit dem a-b-p angefangen? eben.
übrigens sehe ich mich nicht als gott, wie man uns gerne unterstellt, lassen sie solche killerargumente.
ich bin aber im gegensatz zum herrn bachinger nicht so größenwahnsinnig, dass ich zB den richtern und staatsanwälten erklären würde, wie sie zu arbeiten haben und gerichtsverhandlungen führen, obwohl mittlerweile evident ist, dass mit unserer justiz vieles im argen liegt.

E. Laserstrahl
31
21.12.2010, 17:40
Die Spital Mafia

Die Patientenanwaltschaft ist der verlängerte Arm der Ärzte! Die ganze Wahrheit wie es in den Spitäler zugeht! www.aerztepfusch.at Eine unglaubliche Geschichte....

f gut
12
22.12.2010, 08:06
...................warum.....................

....machen Sie immer Werbung für das Buch?
Verkauft es sich so schlecht?

hot doc
52
21.12.2010, 16:36
und wieder einmal erklärt ein jurist, wie die medizin auszusehen hat.

der herr dr. bachinger kanns nicht lassen. es ist nicht seine aufgabe, gesundheitspolitik zu betreiben, sondern die interessen von menschen zu vertreten, die beschwerden über die behandlung im krankenhaus haben. nur das ist sein portefeulle.

es kommt auch nichts wirklich brauchbares raus, diesr masterplan gesundheit strotzt vor platitüden was der bachinger dabei will, ich habe es gelesen, ist eine für juristen typische regulierungs- und normierungswut. außerdem lächerliches losgehen auf längst überholte autoritäre konzepte durch den vertreter einer berufsgruppe, die ein viel geringeres ansehen hat als wir.
da will er leitlinien, und weiß nicht mal wie diese zustande kommen. hält die für eine art von gesetz. und will ...

hot doc
42
21.12.2010, 16:43
mit leitlinien billigmedizin umsetzen.

kostproben aus seinem elaborat zum masterplan:
überschrift:
"Von der ärztlichen Kunst zur wissenschaftlichen Profession oder: von der eminenzbasierten zur evidenzbasierten Medizin"
Ahnungslosigkeit pur wird da demonstriert. Wir brauchen den Herrn Bachinger nicht, um evidenzbasierte Medizin zubetreiben. Dazu haben wir unsere Wissenschaftler. Leider, Herr Bachinger, benötigen wir im Gegesatz zu Richterleins, die auch heute noch nach Gutdünken entscheiden, viel Berufserfahrung, um wissensch. Erkenntnis in individuelle, einzigartige und oft multimorbide Menschen hineinzugießen. Und dann denkt er, Evidenz lässt sich 1:1 in Leitlinien umlegen.
Was nicht stimmt. Wer Leitlinine liest, stößt immer wieder auf: Level of Evidence: Grade C.

aflen
21
21.12.2010, 19:45
Naja,

darüber wer das geringere Ansehen hat, darüber lässt sich trefflich diskutieren!
Ich denke jedenfalls, dass zur Zeit die Ärzteschaft, nicht zuletzt wegen ein paar peinlicher, leider publik gewordener, Fehler ziemlich an Glanz und Glorie verloren hat!
Schon blöd: Falsches Bein erwischt, falsche Niere entfernt ... Wo ist denn da die Qualitätssicherung und die mehrfache Kontrolle geblieben? Wobei die Qualitätssicherung zumindest ansatzweise im Spital je eh vorhanden ist.
Im Gegensatz zum niedergelassenen Bereich - dort ist Qualität und deren Sicherung(!) aber sowas von nicht vorhanden ...

hot doc
11
22.12.2010, 09:00
gehässiges blabla

wollen sie ihre vorwürfe irgendwie sachlich begründen oder reicht es ihnen, uns ans bein zu pinkeln?

aflen
11
22.12.2010, 09:30
Wenn Sie das als "blabla" abtun,

dann beschreiben Sie bitte einmal wie die Qualitätssicherung und Evaluierung der gewählten Behandlungen zum Beispiel beim Allgemeinmediziner aussieht.

hot doc
12
22.12.2010, 12:07

qualitätssicherung würde damit beginnen, dass man im turnus allgemeinmediziner ausbildet. dass sie statt dessen ausgebeutet werden, ist schuld der krankenhausträger, nicht der ärzte selber. und teilweise auch unserer vertretung, die sich nicht traut, mit maßnahmen gegen diesen auch von ihr thematisierten missstand aufzutreten.

hot doc
11
21.12.2010, 16:55
das bedeutet aber,

dass wir bei "C" keine Evidenz haben. Also weiterhin eminenzbasierte Medizin betreiben. Sei es, weil der Sinn der Maßnahme so offenkundig ist, dass eine kontrollierte Studie darüber unethisch ist (schmunzeln sie über: http://www.neonatology.org/pdf/Parac... RPCT.pdf), sei es, weil die krankheit zu selten oder zu individuell in ihrer ausprägung ist, um statistisch valide daten zu gewinnen. es bedeutet nicht, dass wir uns nicht in die karten schauen lassen wollen, oder zu faul für wissenschaftliche arbeit sind.
es gab vor 6 monaten einen exzellenten artikel im standard zu EBM. leider hat ihn der herr b. nicht gelesen. oder nicht verstanden. kann man den nochmals ins netz stellen?
leitlinen erstellen fachgesellschaften. nicht juristen.

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