Auf dunkelhäutige Zuwanderer geschossen - Ermittlungen gegen inhaftierten 38-Jährigen auf dreifachen Mordverdacht ausgeweitet
Stockholm - Ein schwedischer Heckenschütze in Malmö hat
möglicherweise seit sieben Jahren dunkelhäutige Zuwanderer aus dem Hinterhalt
beschossen und soll dabei mindestens drei Morde begangen haben. Wie die Polizei
am Montag mitteilte, sind die Ermittlungen gegen einen inhaftierten 38-Jährigen
auf dreifachen Mordverdacht ausgeweitet worden. Außerdem wird gegen ihn wegen
zehnfachen Mordversuchs ermittelt.
Der Mann war im November festgenommen worden, nachdem in der südschwedischen
Stadt in immer kürzeren Abständen auf dunkelhäutige Menschen geschossen worden
war. Zunächst wurde der Haftbefehl gegen den Festgenommenen mit Verdacht auf
Tötung einer jungen Frau in ihrem Auto sowie fünffachem Mordversuch begründet.
Für keinen dieser Anschläge, bei denen die Opfer in den meisten Fällen auf einen
Bus warteten, konnte die Polizei ein konkretes Motiv ermitteln.
Beim Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft gab die Staatsanwaltschaft
an, dass der Heckenschütze nach neuen Fahndungsergebnissen möglicherweise schon
vor sieben Jahren unerkannt mit einer Schusswaffe Jagd auf Zuwanderer mit
dunkler Hautfarbe gemacht hat. Einzelheiten über den Verdacht auf zwei Morde im
Jahr 2003 und fünf Mordversuche zwischen 2005 und 2010 wurden nicht genannt. (APA/dpa)