Wie Location-basiertes Advertising Couponing neu erfindet - Ein Ad-Blog von Judith Denkmayr von "Digital Affairs"
Judith Denkmayr, Geschäftsführerin der Agentur "Digital Affairs", erklärt im Ad-Blog, wie Location-basiertes Advertising Couponing neu erfindet.
Wir hier in Österreich sind eigentlich ein recht digitales Völkchen: 5,4 Millionen nutzen regelmäßig das Internet, etwa 2,2 Millionen Österreicher sind Smartphone-Besitzer - und fast genauso viele sind auf Facebook registriert.
Etwas zurückhaltender scheinen die Österreicher noch bei der Nutzung von sogenannten Location Based Services (LBS)*: während in den USA das wohl bekannteste LB-Service "Foursquare" seit seiner Gründung 2009 bereits fünf Millionen registrierte User erlangen konnte, sind die Nutzerzahlen in Österreich noch bescheiden: Nur knapp 5.000 User checken sich via Foursquare-App in "Locations" ein; Österreichs Lokalmatador Tupalo.com schafft es immerhin schon auf etwa 7.000 Nutzer ihrer LBS-Mobile Apps.
Nachvollziehbarer Return of Invest
Doch bereits 2011 werden uns Location Based Marketing und Advertising wohl ausgiebig beschäftigen - denn im Gegensatz zu den schwer messbaren Benefits von Social Media-Aktivitäten ist der Return on Investment (ROI) bei Location Based Services unmittelbar nachvollziehbar: Sie erlauben relevante, zielgruppengerechte, personalisierte Information - in dem Moment, in dem sich der Kunde unmittelbar in der Nähe des Standorts aufhält. Eine große Chance für Stadt- und Standortmarketing. Erste Best-Practice-Beispiele wie etwa das Reisinger's am Salzgries gibt es bereits hierzulande.
Frohe Schnäppchen-Botschaft
Was macht aber Location Based Advertising so spannend? Ruft der User die Mobile Application auf, ist er gezielt auf der Suche nach Standort-Informationen - und sei es nur, um sich "einzuchecken". Neben diesem positiven Werbeumfeld des Social Gamings oder der gezielten Informationssuche ist der zusätzliche Vorteil des "Check In", dass dieser inklusive Standort-Info und Link an die Online-"Freunde" auf der jeweiligen Plattform kommuniziert wird - Verbreitung der Frohen Schnäppchen-Botschaft ist also garantiert.
Die Advertisements lassen sich dank der Daten aus den Userprofilen der Netzwerke auf Alter, Geschlecht, Lifestyle oder auch Einkommen targeten. US-Direct-Marketer sprechen derzeit von Response Rates bis zu 20 Prozent auf Angebote, die via LBS positioniert werden.
Beste Deals auf Facebook Places, Gowalla und Foursquare
Ein Best-Practice-Beispiel zu den CRM oder Couponing-Deals von Facebook war der Black Friday 2010, der Tag nach Thanksgiving, an dem in den USA die Shopping-Weihnachtssaison startet. Der "Black Friday" ist für die US-Händler der stärkste Shopping-Tag im Jahr und es werden die schweren Geschütze aufgefahren: die Tore der Läden öffnen bereits um 4 Uhr morgens, Angebote, Schnäppchen, Sonderaktionen aller Art werden auf den Black Friday gebündelt, zahlreiche Websites geben Tipps, wo die besten Deals zu holen gibt.
Dieses Jahr jedoch waren die besten Deals auf Facebook Places, Gowalla und Foursquare zu holen: Best Buy, Macy's, Gutscheine bei H&M, bis zu 30 Prozent Rabatt bei Toys'R'Us - das bekam, wer sich bei den jeweiligen Retailern "eincheckte".
Im 1. Quartal 2011 wird es dann soweit sein: Mit dem Launch von Facebook Places, dem Location Based-Service des Über-Social Networks, erhöht sich die "technische Reichweite" von Location-basierten Services auch in Österreich schlagartig: 2,2 Millionen Facebook-Nutzer - bei 2,2 Millionen Smartphone-Nutzern - da darf man von einer hohen Schnittmenge ausgehen.
Zukunft: "Geo Fences"
Bis sich diese Advertising-Formen in Österreich durchgesetzt haben, ist man anderswo bereits mit anderem beschäftigt: Neben diesen Werbeformen nach der Pull-Methode arbeitet man in den USA schon am Push-Approach: Dank sogenannter virtueller "Geo Fences" werden uns in Zukunft Deals, Coupons und ähnliches auch ohne vorherigen "Check In" auf den Mobile Devices erreichen - wenn es die Privacy-Einstellungen oder ein unbewusst gesetztes Opt-In denn erlaubt.
*Location Based Services bieten dem User eines Mobile Devices einen
Nutzen durch dessen Standortbestimmung. Der Nutzen besteht zum Beispiel
aus einer Information oder Unterhaltung, welche an dem Standort
"hinterlegt" wurden.
JUDITH DENKMAYR ist Geschäftsführerin der Agentur "Digital Affairs".
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