Innenminister Zwetanow: "Wir müssen diese Seite nun schließen"
Sofia - In Bulgarien hat die Affäre um einstige Spitzel unter den Botschaftern des Landes eine Abrechnung mit der kommunistischen Staatssicherheit (DS) ausgelöst. "Zwanzig Jahre nach der Wende sprechen wir über Menschen, die schon längst in Rente oder auf anderen Posten hätten sein sollen", kritisierte Innenminister Zwetan Zwetanow am Montag im Staatsfernsehen. Die Diskussion um die Geheimdossiers hätte zu Beginn des Übergangs (zur Demokratie) stattfinden sollen. "Wir müssen diese Seite nun schließen", sagte er.
Ein für die Akten der früheren Geheimdienste zuständiger Ausschuss in Sofia hatte vor einer Woche bekanntgegeben, dass gegenwärtig 33 Botschafter Bulgariens weltweit - viele auch in EU-Staaten - eine Vergangenheit als Spitzel der einstigen Staatssicherheit haben. Der bürgerliche Regierungschef Bojko Borissow kündigte bereits an, dass er sich von allen früheren DS-Agenten trennen wolle. Als erste Konsequenz legte der für die Auslandsbulgaren zuständige Minister Boschidar Dimitrow, ein Historiker, am Sonntagabend sein Amt nieder. (APA)