Herrliche Aussichten

19. Dezember 2010, 17:09
  • Nur kurze Zeit waren die Kurzparkzonen in Wien aufgehoben. Jetzt sind die Parksheriffs wieder zurück.
    foto: apa

    Nur kurze Zeit waren die Kurzparkzonen in Wien aufgehoben. Jetzt sind die Parksheriffs wieder zurück.

Kaum schmilzt der Schnee sind auch die Sheriffs wieder auf der Suche nach Parksündern

Die sherifflose Zeit währte nur kurz. Denn mit dem Schmelzwasser trauen sich auch die Parksheriffs wieder in die Großstadtwildnis - und die Milde des Magistrats schmilzt. Dann schützt auch eine dicke Schneehaube auf dem Auto nicht vor den Hütern der Parkraumbewirtschaftung. Schon gar nicht angegraute, denen man von weitem ansieht, dass sie vorgestern taufrisch waren.

Mit einem echten Leckerbissen belohnt werden Freunde der Schadenfreude, wenn sie Zeit und Muße investieren, um rathäusliche Organe bei der Suche nach im Winterwonderland versteckten Parkscheinen zu beobachten. Frei nach dem Motto "Nur nicht überarbeiten" funken die Innovativen unter den Geldeintreibern erst einmal ihren "Server" an, um zu checken, ob es sich um einen Handyparker handeln könnte. Ist das nicht der Fall, werden Hinweise auf ein Parkpickerl gesucht. Mit etwas Glück lässt sich die Dauerparkerlaubnis von einem Seitenfenster aus erspähen. Kontrolliert wird selbige, wenn überhaupt, durch Bohren eines möglichst kleinen Schneelochs.

Den mit Abstand größten Aufwand verursacht natürlich eine kunstvoll hinter der Scheibe ausgebreitete Galerie von Halbstundenparkscheinen. Bei ihrer Freilegung werden die Handschuhe des Kontrollors (so er überhaupt welche dabeihat) so richtig kalt und nass. Und das alles für einen Schuss in den Ofen (die Parkometerabgabe wurde selbstverständlich korrekt entrichtet), herrlich!

Apropos: Wie unterhaltsam Schneekettenanlegen mit High Heels sein kann, erzählt Kollege S. nächste Woche. (Luise Ungerböck/DER STANDARD/Automobil/17.12.2010)

-> derStandard.at/AutoMobil auf Facebook.

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16 Postings

die organe der parkraumüberwachung zu bashen ist sowas von last century!

sie haben's aber nicht besser verdient!

Es kann auch anders kommen

Es kann aber auch passieren, dass man trotzdem angezeigt wird, obwohl man den Parkschein korrekt ausgefüllt hat! Aufgrund des für die Obrigkeit sehr bequemen K&K-Prinzips der Beweislastumkehr muss ja der Autofahrer beweisen, dass er nix angestellt hat, und nicht das "Organ", dass ein Delikt vorliegt. Und wie soll man das beweisen? Das Vorlegen des korrekt ausgefüllten Scheins wird dem Richter nur ein müdes Lächeln abringen ("Ham's nachher gemacht!").
Merke: Bei uns hat das "Organ" immer den längeren Atem. Herrlich!

Das dürfte aber nur in Wien möglich sein da Wien wohl die einzige Stadt ist die noch immer (?) keine Parkscheinautomaten hat.

Denn bei diesen Automaten tut man sich schwer nachträglich was auszufüllen.

Die werden sich hüten!

Erstens würde dann der Reibach für die Trafikanten wegfallen, die die Scheine verkaufen, was eventuell Wählerstimmen kosten könnte.
Ausserdem darf es das nicht geben, dass die Obrigkeit in Beweisnotstand gerät, wie VorposterIn Ruth S.-P. richtig anmerkte. Man muss den Untertanen jederzeit ankönnen, darauf sind unsere Wischiwaschi-Gesetze schliesslich ausgerichtet!

Bekommen die Trafiken wirklich einen Anteil an den Parkscheinen oder dürfen die das Geld 1:1 an die Stadt weitergeben?

Vom Lottoschein gibt es 8%. Von Handywertkarten 5%-15%. Glauben Sie, die Trafikanten machen sich die Arbeit mit den Parkscheinen umsonst?

Wieso nicht?

Von den Vignetten der Asfinag bekommt der, ders verkauft auch genau nichts.
Wenn der auf einem Kontingent am Jahresende sitzen bleibt, dann hat derjenige Pech gehabt.

Jetzt verstehe ich, warum die Dinger so schwer zu bekommen sind...

Aber zum "wieso nicht": Sogar die Supermärkte lassen sich von den Herstellern bezahlen, damit sie die Produkte ins Regal stellen. Wer am Kunden dran ist macht heute den Preis...

"Frei nach dem Motto "Nur nicht überarbeiten" funken die Innovativen unter den Geldeintreibern erst einmal ihren "Server" an"

Na hoffentlich, alles andere wäre ineffizient.
Andernfalls würde im Artikel aber wahrscheinlich über die stupiden Parksheriffs hergezogen, die zu blöd sind zuerst "den "Server" anzufunken".
Auch die kleinräumige Freilegung des Parkpickerls würde ich mir nicht anders wünschen.
Bloß die Überprüfung der Parkscheine könnte man sich sparen, eine dicke Schneedecke schließt wohl aus, dass es sich um einen Kurzparker handelt.

wenn man sonst nix glernt hat, wird man parksherrif.
oder standard-poster.
:-)

da bin ich ja lieber standard-poster. da kann ich wenigstens im warmen sitzen...

die idee finde ich gut

mit den parkscheinen unter der verschneiten windschutzscheibe. eine gute idee, mal zwischendurch vom handyparken abzusehen, nur um die paksherriffs zu ärgern ;-)

Die Idee

funktioniert nur zu Beginn der nächsten gesetzlich festgelegten Kurzparkperiode.
Nach Ablauf der maximalen Parkzeit wird das illegal.
Dann muß das Fahrzeug bewegt werden, mit sauberen - schneefreien - Scheiben.
Aber so Kleinigkeiten stören die Schreiberin ja nicht, die beichtet ja auch gerne, daß fremde Scheiben mit Lippenstift verschmiert.
Offenbar ein ganz besonderes "Exemplar" Verkehrsteilnehmerin.

Mir kömmt ein schändlicher Verdacht!

Könnte es sein, werte Frau UNGERBÖCK, dass Sie insgeheim nur darauf hoffen, dass einer dieser "Parksheriffs" die Windschutzscheibe Ihres verschneiten Autos vom Schnee befreit?

Das Problem mit den High Heels verstehe ich nicht. Schließlich blieben viele Damen damit ja sogar autozufahren. Und das, während sie dabei auf ihrem Smart-Phone im Internet nach der Telefonnummer ihres Frisörs suchen...

Da freut sich

das einfache Gemüt.

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