Mugabe droht dem Westen: Vergeltung für Sanktionen
Harare/Mutare - Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat den
westlichen Staaten mit Vergeltung für die seit Jahren bestehenden Sanktionen
gegen sein Land gedroht. "Wir waren viel zu gut zu den bösartigen Leuten aus
Ländern, die uns zerstören wollen", sagte Mugabe bei einer Konferenz seiner
Partei Zanu PF am Freitag in Mutare im Osten des Landes.
Wegen zahlreicher Verstöße gegen Menschenrechte und demokratische Prinzipien
hat der Westen Sanktionen verhängt, die vor allem gegen die Führungsriege
Simbabwes gerichtet sind. Dazu zählen ein Waffenembargo, Einreiseverbote für
führende Politiker und das Einfrieren von Vermögen.
"Zeit ist für uns gekommen, uns zu rächen"
"Die Zeit ist für uns gekommen, uns zu rächen", sagte Mugabe. Ein sinnvoller
Weg sei eine Nationalisierung der Wirtschaft. Laut dem bereits 2008
verabschiedeten, aber nie umgesetzten Gesetz einer "Indigenisierung" sollen alle
Firmen im Land zumindest zu 51 Prozent schwarzen Simbabwern gehören.
Solange die Sanktionen nicht zurück genommen würden, müsste Simbabwe dieses
Gesetz anwenden, betonte Mugabe. Es sei nicht einzusehen, warum 400 britische
Firmen im Land profitable Geschäfte betrieben, sagte der 86 Jahre alte
Präsident, der sein Land seit 1980 mit harter Hand regiert.
Zwei der rund zwölf Millionen Menschen in Simbabwe sind heute auf
internationale Lebensmittelhilfe angewiesen. Hintergrund ist eine 2000
begonnene, brutal durchgesetzte "Landreform", bei der 90 Prozent der weißen
Farmer aus Simbabwe, der einstigen Kornkammer Afrikas, vertrieben wurden.
Mugabe warnte vor den 4000 Parteidelegierten das Ausland, sich in die inneren
Angelegenheiten Simbabwes und die geplanten Wahlen 2011 einzumischen. Bereits
2008 hätten ausländische Diplomaten vor allem aus den USA massiv den Wahlausgang
zu beeinflussen gesucht. Wenn das noch einmal geschehe, würde "jeder Botschafter
rausgeschmissen", sagte der Präsident. Seit dem 11. Februar 2009 gibt es - nach
blutigen Unruhen und wegen internationalen Drucks - eine Regierung der
nationalen Einheit, in der der stärkste Konkurrent Mugabes, Morgan Tsvangirai,
Ministerpräsident ist. (APA/dpa)