Warum verschwinden alle Lieblingsprodukte wieder?

Margit Schreiner , 17. Dezember 2010, 18:06
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    foto: standard/heribert corn

    Margit Schreiner, geb. 1953 in Linz, ist eine österreichische Schriftstellerin. Sie studierte Germanistik und Psychologie in Salzburg. Es folgten Aufenthalte in Tokio, Paris, Berlin und Italien. Seit 2000 lebt sie wieder in Österreich. Von ihr erschienen zahlreiche Bücher, unter anderem Nackte Väter (Haffmanns, 1997, bei Schöffling neu aufgelegt), Haus, Frauen, Sex (Schöffling, 2001), Heißt lieben (2003), Haus, Friedens, Bruch (2007) und zuletzt Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur? Über Literatur, das Leben und andere Täuschungen (2008).

Egal ob in Supermärkten oder in Buchhandlungen. Vieles verschwindet wieder - Von Margit Schreiner

Egal ob in Supermärkten oder in Buchhandlungen. Vieles verschwindet wieder: das cremige Joghurt, meine rote Grütze oder auch die großartigen Bücher meiner Lieblingsschriftstellerin Jane Bowles.

***

In Berlin war's bei "Bolle" in der Kaiserstraße. Kaum hat mir was geschmeckt, war's schon aus den Regalen verschwunden. Ich weiß genau, es war ein außergewöhnlich cremiges Joghurt und eine Topfencreme, Quarkcreme hieß das in Deutschland. Im Laufe meiner neun Jahre in Berlin verschwand bei "Bolle" fast alles, was ich gerne gekauft hatte. Am Ende ist "Bolle" selbst verschwunden.

In Italien hatte ich keine Probleme, ich lehnte die Fahrt zum außerhalb des Ortes gelegenen Supermarkt ab, und mein Greißler hatte sowieso nur das Allernötigste. Das blieb stabil. In Paris war Verlass auf die Supermarktwaren, den "Petit suisse" hätten sie niemals aus den Regalen genommen.

Es begann wieder in Österreich: Meine rote Grütze gab es nur kurz, dann wurde sie durch die wesentlich schlechtere grüne Grütze abgelöst. Die 56-%-Kakaoanteil-Schokolade bei Hofer verschwand mit dem Aufkommen der Schwarze-Schokolade-Mode. 75 % oder gar 95 % Kakaoanteil waren mir aber zu bitter. Fast die herbste Enttäuschung, die ich erleiden musste, war das Verschwinden des urplötzlich aufgetauchten Camembert "Le Rustique" bei dem Supermarkt bei mir um die Ecke, der einzige Camembert dort, der nicht nach Plastik schmeckte. Diesmal wollte ich nicht gleich aufgeben. Ich sprach mit der netten Filialleiterin, die ich schon vom "Meinl" kannte, der ja inzwischen auch eingegangen ist. Die nette Filialleiterin erklärte mir, dass es für die Filialen keine Möglichkeit gebe, bestimmte Produkte zu bestellen, da alle Bestellungen von Wien aus zentral geregelt würden. Ein einziges Mal erschien "Le Rustique" noch in den Regalen - ich kaufte den Bestand komplett auf - dann war er endgültig verschwunden.

Auch meine Lieblingssojasprossen verschwanden und wurden durch wesentlich dünnere Sojasprossen ersetzt, über die auf der Packung stand, man solle sie unbedingt vor Gebrauch sehr gut waschen! Auch der günstige Dreierpack mit den kleinen Fruchtmarkfläschchen verschwand. Jetzt gibt es nur mehr einzelne kleine Fruchtmarkfläschchen zu überhöhtem Preis. Viele Produkte - auch sehr ärgerlich - gibt es nur gelegentlich. Außerordentlich frustrierend für jemanden wie mich, der mit festem Kochplan einkaufen geht und dann beispielsweise kein Suppenhuhn für die gerade jetzt in der Erkältungszeit unerlässliche Hühnersuppe bekommt.

Genauso geht's in den Büchersupermarktregalen zu. Bei Thalia finde ich sowieso nichts, was ich suche, was daran liegt, dass Thalia nach Bestsellerlisten oder Aktualitätslisten oder Schnäppchenangeboten oder was weiß ich nach welchen Kriterien Bücher zusammenstellt, die mit der Ordnung der Bücher in meinem Kopf gar nichts zu tun haben. Das wäre wie Couscous neben Essiggurkerln im Supermarkt. Immerhin kann man hier noch bestellen. Offenbar werden die Bücher den Filialen nicht von Wien aus zugeteilt.

Die wichtigste Entdeckung

Mein virtueller Büchersupermarkt ist amazon.de. Da schaue ich nach, wie meine eigenen Bücher oder die Bücher von Kollegen nach Verkaufszahlen gereiht sind. Niedrige Zahlen bedeuten guten Verkauf, hohe schlechten. Für einen Schriftsteller oft die einzige Möglichkeit, rasch über den Verkauf von Büchern informiert zu sein. Bei den meisten Büchern werden auch von Konsumenten Sternchen verteilt. Ein Sternchen bedeutet in etwa: grottenschlecht, fünf Sternchen: ausgezeichnet. Mehr Sternchen gibt's nicht.

Vor einiger Zeit sah ich unter "Jane Bowles" nach. Ich bereite für Februar einen Vortrag über Jane Bowles vor, eine meiner Lieblingsschriftsteller. Ich habe sie in den 80er-Jahren entdeckt, als Hanser ihre Bücher auf Deutsch herausbrachte. Damals war sie ein Geheimtipp, aber nicht so geheim, dass nicht jeder ernsthafte Schriftsteller sie gekannt hätte. Für mich waren ihre Erzählungen eine Offenbarung. Ich hatte ja lange, allzu lange, Germanistik studiert und war hauptsächlich in der deutschsprachigen Literatur bewandert gewesen. Erst nach dem Studium begann ich die Weltliteratur zu entdecken. Auch die weibliche: Djuna Barnes, Virginia Wolfe, Marguerte Duras und eben Jane Bowles. Sie war für mich die wichtigste Entdeckung. Das war ein neuer, für mich ganz und gar unbekannter Zugang zur Welt, der mich sofort faszinierte. Ein kleines Mädchen, das in einer Lehmgrube General spielt, der unzählige Soldaten hart für den "Schneeziegenkampf" im Gebirge trainiert (Ein grüner Lutscher), eine alte Dame, die sich in ein Camp in der Natur zurückzieht, weil es unschicklich wäre, sich einfach in die Gosse zu werfen (dazu, sagt sie, wäre sie auch zu oberflächlich; Camp Cataract), eine Prostituierte mit einem bereits als Ausbuchtung sichtbaren Tumor im Bauch, die mit zwei ganzen Kerlen zu einem Picknick fährt (Ein Tag im Freien). Zuerst ist es mir gar nicht aufgefallen. Dann lese ich unter Verkaufsrang: 1.217.346, was so viel wie gar keinen Verkauf bedeutet, oder, bei meinem Lieblingsband (Jane Bowles hat nur drei schmale Bücher geschrieben, bevor sie einen Gehirnschlag erlitt und den Rest ihres Lebens in einer spanischen Pflegeanstalt zubrachte) Einfache Freuden gar 3.147.040. So einen schlechten Verkaufsrang hatte ich noch nie zuvor bei amazon.de gesehen. Okay, gut, das betrifft die Hanser-Ausgaben von 1985 und 1988, aber auch das Taschenbuch von 1995 hat einen Verkaufsrang von über einer Million. Ich verstehe nicht, warum Hanser die Bücher nicht neu aufgelegt hat. Immerhin gibt es von Wagenbach noch 2001 eine Taschenbuchausgabe. Erschreckender Verkaufsrang: 948.116.

Im dtv-Taschenbuch Zwei ernsthafte Damen von 1986 zwar 375.657, und bei der Brigitte-Edition, herausgegeben von Elke Heidenreich 2005, Zwei ernsthafte Damen sogar 251.070. Dafür stehen bei beiden Ausgaben nur zwei Sternchen für das Buch und die exakt gleiche Kundenrezension: "Ich hatte mich auf viel mehr Leichtigkeit eingestellt, mindestens aber auf eine fesselnde Geschichte, die ich nebenbei ,weg- lese'. Tatsächlich fand ich das Buch sehr ermüdend und habe mich wirklich durchgequält. Die Personen sind bestimmt nicht uninteressant, wenn man sie im Kontext der Zeit betrachtet und sich die Mühe macht, jeden einzelnen Charakter zu analysieren - das muss man auch. Für mich war das kein Lesevergnügen, und ich kann das Buch als leichtes Freizeitvergnügen absolut nicht empfehlen."

Und das bei einem Buch, das in meiner persönlichen Bücherliste zur absoluten Weltliteraturspitze zählt, die mit eiskalter Feder über die Hinlänglichkeit menschlicher Lebensmuster schreibt. Unfassbar! Und merkwürdig: Bei den Lebensmitteln hast du kein Mitspracherecht, was geführt wird und was nicht, bei Büchern darf jeder noch so dumme Mensch mitsprechen.

Bei amazon.de bestelle ich sowieso keine Bücher, dort recherchiere ich nur. Also rief ich die Buchhändlerin meines Vertrauens an und bestellte Jane Bowles. Sie rief mich kurze Zeit später zurück, dass sämtliche Bücher nur antiquarisch zu erwerben seien, was sie dann auch für mich tat.

Trennung zwischen U und E

Ein anderer Fall ist Jim Crace, geboren 1946 in England, der zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart gehört und bereits nahezu alle angelsächsischen Literaturpreise erhalten hat. Auch über ihn möchte ich einen Aufsatz schreiben. Zuerst hatte es mir vor allem Satans Speisekammer angetan, ein Erzählband über das Essen, in 64 Abschnitte geteilt. Da gibt es drei Männer, die auf einen Berg steigen, um "die Grenzen des Geschmacks zu überschreiten", indem sie dort das berühmte Curry Nr. 3 bestellen, von dem niemand weiß, woraus es besteht. Aus Insekten, Ratten, Schlangenfleisch, Fledermausfilet? "Und wir sollten bedenken, dass seit dem Wochenende ein Kind vermisst wird, dass ein alter Mann verschwunden ist ...: wir sollten die Geopferten, die Kadaver, die Totgeborenen bedenken, die, nach denen keiner mehr fragt."

Eine andere kurze Geschichte handelt von einem Gewächs, das ein Arzt einem Patienten aus dem Darm entfernt und achtlos auf den Mist geworfen hat, wo es großartig ausschlägt und köstliche Knollen bildet, die den Menschen zu einem Leckerbissen werden. Oder ein anderer Abschnitt über ein Hochzeitsgeschenk, eine blühende Lippenpalme, die aphrodisisch wirkt, wenn sie nach ihrem siebten Lebensjahr geerntet wird. Und Geschichten aus einem britischen Hafenort mit legendären Suppen und Fischen. Anschließend habe ich gleich Ein Mann, eine Frau und der Tod gelesen, einen Roman, in dem ein bereits lange verheiratetes Paar beim Liebesspiel in den Dünen umgebracht wird und dort langsam verwest. Parallel zur Beschreibung der Verwesung (großartig!) wird ihr gemeinsames Leben erzählt. Obwohl dieser Autor noch lebt und alle seine Bücher erst ab 2000 bei uns auf Deutsch erschienen sind, liegen sämtliche Verkaufsränge über einer Million. Auch hier muss meine Buchhändlerin antiquarisch bestellen. Er wurde offenbar nach Verkauf der ersten Auflage nicht mehr neu aufgelegt. Gestrichen. Aus den Regalen verschwunden. Warum gerade diese beiden?

Einmal liegt's sicher am Massengeschmack. Chips verschwinden niemals aus den Regalen. Im Gegenteil. Es gibt immer wieder neue Varianten. Zuletzt sogar die "Chips light".

Müßig, sich zu fragen, warum eigentlich ein Konsalik, der im Gegensatz zu Jim Crace, der immer noch lebt, tot ist, nicht aus den Regalen verschwindet. Hätte auch niemanden gewundert, wenn es nicht geheißen hätte: höchste Zeit, auch in der deutschsprachigen Literatur endlich die Trennung zwischen U und E aufzuheben. Da hat die Verwirrung begonnen. Vorbild dafür war die amerikanische und angelsächsische Literatur. Dort herrsche kein deutscher Bierernst, hieß es, sondern Ironie, Understatement und jede Menge Unterhaltung. Dabei müssen wir etwas grundsätzlich falsch verstanden haben, so wie wir ja auch gesunde Ernährung mit Light-Produkten verwechseln, die chemisch hergestellt und von einem vernünftigen Ernährungsstandpunkt aus Dreck sind.

Der schräge Blick

Konsaliks sämtliche Werke wurden nach seinem Tod 1999 rasch wieder aufgelegt. Allein 2010 sind es vier neu aufgelegte Bücher. Jim Crace hingegen verschwindet nach kürzester Zeit. Es wird auch an unserer Mentalität liegen. Der schräge, versetzte Blick ist vielen nicht geheuer. Wir mögen lieber das, was wir schon kennen, und bleiben bei Weißwurst oder Frankfurter bzw. Wiener. So erfahren wir aber nichts Neues. Es ist das Fremde, das Neues bringt, und sei es nur der fremde Blick.

Irgendwie geht letztlich alles zusammen. In der Bildung wollen wir's auch so billig wie möglich. Ich glaube kaum, dass irgendein Student noch die Zeit haben wird, Jane Bowles oder Jim Crace mühsam zu entdecken und dann auch noch zu lesen. Der ist viel zu viel mit seinen ECTS-Punkten beschäftigt. Schließlich muss er mit vierundzwanzig mit dem Studium fertig sein. Nachher hat er schon gar keine Zeit, weil er mit verschiedenen Jobs die teuren Zusatzseminare zu seiner Ausbildung bezahlen muss, die aber meistens auch nicht zum Ziel führen, und dann, ob sie nun zum Ziel geführt haben oder nicht, hat er schon gar keine Zeit mehr, weil die Zeit vergeht schnell.

Ich frage mich, was aus einer Gesellschaft wird, die immer mehr Mist isst und liest und im Fernsehen anschaut und gleichzeitig meint, alles zu wissen.

PS: Als ich jetzt meinem Verleger erzählte, dass Jane Bowles nur mehr antiquarisch erhältlich sei, erfuhr ich, dass die Gesamtausgabe, neu übersetzt, im Herbst 2011 bei Schöffling erscheinen wird. (Margit Schreiner, DER STANDARD/ALBUM - Printausgabe, 18./19. Dezember 2010)


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    TitelbildChristine Nöstlinger über den Krisenfall Weihnachten

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Kommentar posten
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Anna Kuchmann
01
Nachtrag: "All die verschwundenen Dinge"

Ich möchte noch einen Nachtrag anbringen: Ich habe in einer Vorankündigung gelesen, dass der Schweizer Autor Lukas Hartmann gerade ein Kinderbuch zu diesem Thema mit Illustrationen veröffentlicht - es erscheint im April bei Diogenes. Titel ist: "All die verschwundenen Dinge". Vom Inhalt ist angegeben, dass darin ein Junge sich auf die Suche nach allen verschwundenen Dingen macht, die offenbar an einem Ort gespeichert oder gelagert sind. Es ist zwar ein Kinderbuch, die Geschichte klingt nett und dem Artikel verwandt. Deshalb wollte ich den Hinweis noch anbringen.

Meinungsf(er)orscher
13
22.12.2010, 13:17

"bei Büchern darf jeder noch so dumme Mensch mitsprechen"

Da habe ich aufgehört, den Artikel zu lesen. Ich möchte ja das elitäre Gehabe von Margit Schreiner nicht allzu sehr stören.....Warum Jane Bowles weder bei Thalia noch in anderen Buchhandlungen zu finden ist, ist vermutlich, weil wir dummen Menschen diese Schriftstellerin als nicht ausreichend bewerten. Nur die punkto Intelligenz über allen stehende Margit Schreiner hat erkannt, welches Genie diese Dame war.

Wenn ihre Büchere genauso abgehoben sind wie dieser Artikel, dann verirrt sich hoffentlich nie eines in mein Bücherregal und auf Amazon bleibt es hoffentlich auch irgendwo bei Rang 1.xxx.xxx oder noch höher.

parade isa
00
25.1.2012, 14:05
die bücher von margit schreiner

... sind von höchster qualität. es ist nicht wegzuleugnen, dass mittelmaß und ramsch den markt dominieren, weil sie den größten umsatz versprechen. das hat was mit kapitalismus zu tun. darum müssen wir auch unsere guten buchhandlungen hegen und pflegen, und täglich um ihr überleben bangen.

Easy Rawlins
02
20.12.2010, 20:17
"bei Büchern darf jeder noch so dumme Mensch mitsprechen"

Ich bin sicher der Autorin ist ausgebildete Lebensmittelfachfrau, sonst würde sie sich doch wohl nicht trauen, zu diesem Thema zu schreiben?

The Only Cat in the Village
03
20.12.2010, 16:50
Virginia Wolfe, Marguerte Duras ???

Fröhliches Lektoratsgestolper, aber innerhalb eines solchen Textes dann doch eher ärgerlich (es sind nämlich
Virginia Woolf und Marguerite Duras).

victualia
00
20.12.2010, 15:25
Liebe Frau Schreiner,

ich hab grad in meinem Süßigkeitenladl eine Tafel Schokolade mit 55% Kakaoanteil und eine mit 65% gefunden, vor nicht all zu langer Zeit beim Hofer gekauft. Es würd sich also lohnen, dort mal wieder vorbei zu schaun...

Und was die Sternchen bei Amazon betrifft - über Geschmack lässt sich nun halt mal streiten... Das ist bei Ihrer Lieblingsautorin genauso wie bei den Bestsellern bei Thalia od. Ihren eigenen Büchern, der eine findets gut, der andere schlecht.
Sternchen hin, Sternchen her.

Euro-Berater
00
20.12.2010, 14:49
Danke für die Tips !

Kein Problem, die Bücher in Englisch zu bekommen.

ODB Wu
01
20.12.2010, 14:48
"bei den Lebensmitteln hast du kein Mitspracherecht, was geführt wird und was nicht, bei Büchern darf jeder noch so dumme Mensch mitsprechen"

also das wird es konfus. nur weil ich kritisieren darf, habe ich noch kein mitspracherecht bez. des verkaufs. und es gibt auch sicher webseiten wo ich lebensmittel kritisieren darf, auch wenn ich kein 5-Hauben-Koch bin. Deswegen bin ich aber noch nicht dumm.

mbli
01
20.12.2010, 12:32
wenn man einen etwas unangepassten geschmack oder selektive vorlieben hat,

ist es leider system, dass diese produkte von wenigen gekauft wird und daher verschwinden. der masse ist es wurscht, sie greift angepasst zum artikel daneben - im wahrsten sinn des wortes!

Anna Kuchmann
03
20.12.2010, 12:16
H. Phettberg in "Europa der Sinne" (1997), S. 87-88:

"Also bei meinem Supermarkt (...) hat man viele Markenartikel aus dem Sortiment genommen. Mein geliebtes Lieken-Urkorn-Brot war darunter, das ich jeden Tag esse. Ich habe getobt wie die Hölle. (...) Heute kann es mir passieren, daß das Personal innerhalb von drei Wochen ausgetauscht ist, da kann es mir passieren, daß die sagen, "das haben wir nie gehabt", weil die erst drei Wochen bei der Firma sind. Und ich werde rasend und fast ohnmächtig und ich könnte mich in den Boden rammen vor Wut, aber die sagen mir (...): "Das haben wir nie im Sortiment gehabt, das Lieken." Unglaublich! Das Personal (...) hat keinerlei Verlusterlebnis. Und ich altere und für mich ist alles, was ich nicht mehr habe, ein Verlust. Täglich verliere ich etwas."

Mirabilis1
00
20.12.2010, 08:44
Ein Mann, eine Frau und der Tod

Na dieses Buch habe ich vor vielen Jahren gelesen, nein stimmt nicht ganz, ich habs irgendwann nach zwei Dritteln angeekelt weggelegt, dann zum Altpapier geworfen..und das heißt etwas, da ich nur ganz ungern nur auf eines meiner über 1000 Bücher verzichte...das hat einfach die Magennerven überfordert

esdchgfhgd
02
20.12.2010, 07:37
ich hab mich beim lesen des artikels geärgert

der text ist furchtbar dünn. eigentlich eine zumutung für das wochenend-feuilleton einer sog. "qualitätszeitung". aber auch die auswahl dieses textes sagt etwas über den zustand des landes aus.

karambolage1
01
20.12.2010, 12:48

feuilleton im standard – sie haben noch träume...

Günther Hase
 
03
19.12.2010, 23:46

Ich hatte mich auf viel mehr Leichtigkeit eingestellt, mindestens aber auf eine fesselnde Geschichte, die ich nebenbei ,weg- lese'. Tatsächlich fand ich den Artikel sehr ermüdend und habe mich wirklich durchgequält. Die Personen sind bestimmt nicht uninteressant, wenn man sie im Kontext der Zeit betrachtet und sich die Mühe macht, jeden einzelnen Charakter zu analysieren - das muss man auch. Für mich war das kein Lesevergnügen, und ich kann den Artikel als leichtes Freizeitvergnügen absolut nicht empfehlen.

d'Artagnan
00
19.12.2010, 23:18
Kiwi-Stachelbeer

Das erinnert mich an die herrliche Kiwi-Stachelbeer-Marmelade. Mann war die gut. Die kühne, aber gelungene Kombination wurde von Darbo ratz-fatz wieder eingestellt. Jetzt gibt's nur mehr fade 08/15-Erdbeer & Co.

m_M
00
20.12.2010, 11:12
Kiwi-Stachelbeer

wenn man schon "addicted" zu solchen
genüssen ist, dann gibts doch nur einen
Ausweg !
selber einkochen !!
ich glaube das schafft (fast)jede(r)

Quintus Beckloeffel
22
19.12.2010, 16:01

Ganz große Literatur! Diese Frau könnte den Roman ihrer Generation schreiben.

Humphrey Gokart
03
19.12.2010, 22:52
Der Titel steht auch schon:

'Vom Hüten des Ladens'.

Chinese des Schmerzes
19
19.12.2010, 13:18
läppisch und banal

das, was margit schreiner hier schreibt, ist so läppisch und banal und kleinkariert, dass es einen zornig macht - so dass man in zukunft nur sehr sehr zaghaft zu einem buch von ihr geifen wird ... selbstschädigung nennt man so etwas ...

flavius76
00
20.12.2010, 12:56

da kann ich Ihnen nur beipflichten. In Anspielung auf einige Titel Ihrer Werke kann für obigen Beitrag folgendes:

Ent, behr, lich

flavius76
00
20.12.2010, 12:57

....kann für obigen Beitrag folgendes GELTEN....

= muß es natürlich heißen

felderstein
06
19.12.2010, 09:56
verschiebung

Die Titel von Frau Schreiner wurden auf besagter Website übrigens auch ziemlich verrissen. Klassischer Fall von Verschiebung: Frau Bowles´ (=meine) Bücher kommen auf Amazon schlecht weg, ergo ist jeder Amazon-Rezensent ein Idiot.

Günther Hase
 
05
19.12.2010, 23:55
Da ist sie nicht die Erste

Der Franzobel hat doch an selber Stelle schon geklagt, dass Laien seine Bücher rezensieren dürfen - wenn jeder schreiben darf was er denkt, ja wo kämen wir da hin ???

Spar Gourmet
00
20.12.2010, 11:42

naja, der franzobel schreibt ja selber wie ein laie...vielleicht mag er bloß nicht mit den anderen verglichen werden, die sind womöglich besser (was weiters nicht schwer ist)?

Günther Hase
 
00
20.12.2010, 13:28
Das lustige ist

ich mag den Franzobel genau deswegen. Meine Profs würden seine Art zu schreiben 'Plauderstil' nennen, aber mir gefällts. Nur aus Eitelkeit auf Amazon surfen und dann wehleidig sein wenn man mal nicht so gut weg kommt kanns halt auch nicht sein ;-)

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