Essstörung

Magersucht entsteht durch Gen-Umwelt-Interaktion

17. Dezember 2010, 13:13
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    Die Magersucht zählt zu den schwersten Krankheiten, die die Psychiatrie kennt.

    Foto: Rainer Sturm/www.pixelio.de

Eine Kombination, die krank macht: Genetische Mutation und belastende Lebensereignisse werden als Ursachen der Anorexie angenommen

Wien - Die Interaktion von elterlichem Erziehungsstil und genetischer Veranlagung sind laut einer neuen Studie wesentliche Faktoren für die Entstehung von Magersucht. Dafür wurden 128 Schwesternpaare aus Wien, London und Barcelona untersucht, wobei jeweils eine Schwester gesund ist, bei der anderen eine Anorexia nervosa ausgebrochen war.

Die Forscher - unter ihnen Andreas Karwautz und sein Team von der MedUni Wien - fanden heraus, dass Stressfaktoren wie belastende Lebensereignisse, zwischenmenschlichen Probleme oder körperbezogene spöttische Kommentare in Kombination mit einer genetischen Mutation Ursachen für die Krankheit sind. Bei Studienteilnehmerinnen ohne diese genetische Veränderung beim Serotonintransport zeigte sich kein steigendes Anorexie-Risiko aufgrund eines ungünstigen Erziehungsstils. Länderspezifisch wurden keine Unterschiede beobachtet.

Erkenntnis für Therapie und Beratung

Aus vorangegangenen Untersuchungen war bekannt, dass diejenigen Personen von schwerer Depression betroffen sind, bei denen neben starken psychosozialen Belastungen auch solche genetische Mutationen vorliegen. Karwautz verfolgte diesen Ansatz und integrierte die biologischen und psychosozialen Faktoren im Rahmen der internationalen Multicenterstudie zur Magersucht. Dabei wies er die Wirksamkeit einer Interaktion, wie sie für depressive Störungen bekannt war, auch für die Magersucht nach. "Das ist eine wichtige Erkenntnis für Therapie und Beratung", sagte Studienleiter Karwautz.

Die Magersucht zählt zu den schwersten Krankheiten, die die Psychiatrie kennt. Ihre Mortalität ist doppelt so hoch wie die bei schwerer depressiver Störung. Zu 95 Prozent sind weibliche Jugendliche betroffen, etwa 100 bis 140 Neuerkrankte werden jährlich allein in Wien registriert. (APA)

Kommentar posten
20 Postings
m °u° m
00
20.12.2010, 21:15
Und? Wann gibt es endlich eine Impfung dagegen?

Johannes Benn
11
19.12.2010, 13:44
.

alles und jedes im leben ist irgendwie genetisch und irgendwie auch durch die umwelt bedingt. wo also ist der neuigkeitswert?

Advaita0
10
18.12.2010, 21:54
Auskunft hier, wem der Artikel zu kurz ist

http://de.wikipedia.org/wiki/Magersucht

kiwi100
12
18.12.2010, 14:00
Genetische Assoziationen ...

... lösen sich generell in Luft auf. Solche Artikel dienen alleinig der Stimmungsmache für den wachsenden Markt von genetischen Tests für multifaktorielle Erkrankungen. Was bei monogenetischen Erkrankungen Sinn macht, ist bei Adipositas, Alzheimer, Depression, Herzinfarkt, Krebs, usw. großteils vollkommen unsinnig und nicht aussagekräftiger als Kaffeesudlesen. Allen Interessierten empfehle ich zu diesem Thema John Ioannidis in Schrift - www.annals.org/content/1... /139.short - und Bild - http://video.google.com/videoplay... 492631545#

Dagmar Rehak Wien
 
42
18.12.2010, 10:11
Geh, so a Schmoarrn!

Hungern macht high, und darauf wird man süchtig.
Man muss nicht aus jeder Banalität eine Wissenschaft machen.

WDPP
10
19.12.2010, 23:37

Habe von ihnen schon bessere Postings gelesen. Magersucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Kenne selbst wen der daran leidet, kann natürlich nicht in diesen Menschen hineinsehen, habe aber nicht das Gefühl, das der Hunger den "Süchtigen" einen Kick gibt.

fertigprodukt
23
18.12.2010, 13:06

ich glaube, es geht um das problem macht - ohnmacht. diejenigen die ich persönlich kenne/kannte, die magersüchtig waren, waren meist extrem starke persönlichkeiten in extrem aussichtslosen situationen (aus deren sicht!). der suchtfaktor (den eh kein ernstzunehmender arzt bestreitet) war nur eine randerscheinung.

leider sind die meisten wissenschaftler mehr in ihrem labor daheim als im leben und deshalb erforschen sie so unsinnige sachen.

Dagmar Rehak Wien
 
12
18.12.2010, 14:27

Als stark würd ich das nicht bezeichnen, eher als selbstvernichtend.

WDPP
12
19.12.2010, 23:39

Irgendwie nehmen sie das ganze nicht ernst genug. Das ist eine Krankheit. Auch Leute mit Depressionen z.B. können starke Personen sein. Das eine hat mit den anderem nichts zu tun.

Jake Gittes
03
18.12.2010, 09:42

Ja klar. Und diese Genmutation gibt es natürlich zu 95 Prozent nur bei weiblichen Personen.

Logisch.

jodaflo
 
00
17.12.2010, 20:01
schuld? modeindustrie, supermodels und gazetten vielleicht

jodaflo
 
04
17.12.2010, 18:53
wtf...magersucht ist ein komplexes ding aus genetik, erziehung, depression und belastende lebensereignisse.

wie wärs wenn ma einfach mal die modeindustrie und ihre gazetten und deren "supermodels" die schuld geben, weil an denen ist was eigentlich super?

ihre fähigkeit herumzubitchen, höchstens.

ich glaube die kinder in indonesien, bangladesch und auf den phillipinen, würden die modeindustrie auch gern für so einiges verantwortlich machen, wüssten sie davon.

mädels, essts viel obst und gemüse, brot und wenig fleisch, aber nicht aus dem supermarkt, die verkaufen euch auch nur dreck...

ausserdem stehen männer sowieso nicht auf die zahnstocher aus den magazinen, lasst euch von denen nicht verrückt machen!

http://www.evb.ch/p18581.html

mode macht einen nicht sexy, euer geist tut es!

und ein schlechtes gewissen braucht man auch nicht zu haben.

fertigprodukt
23
18.12.2010, 13:03

ich glaube, dass es den meisten magersüchtigen mädchen sehr wenig um "sexy" geht, sondern darum, wenigstens in irgendeinem bereich ihres lebens macht über etwas zu haben.
magersucht ist eine krankheit der starken, aber ohnmächtigen.

Cereal Killer
05
17.12.2010, 17:19

ich bin ja nun kein experte, aber ist nicht alles was das leben betrifft eine gen-umwelt-interaktion?

Bonair
21
17.12.2010, 20:07

Eigentlich ja, nur der Anteil der beiden Faktoren ist von Erkrankung zu Erkrankung unterschiedlich (angeborene Erkrankungen haben z.B. sehr wenig Umweltanteil)

wald und wiese
02
17.12.2010, 19:52

ganz genau das gleiche habe ich mir auch gerade gedacht.

fertigprodukt
30
17.12.2010, 14:35

dann haben afrikaner oder perser dieses gen nicht? *lach*
was für ein grenzenloser unsinn.

JosyH1
14
17.12.2010, 16:18
Was genau ist der Unsinn?

oder bist du einer der Laein die meinen, die Magersüchtigen sollen halt einfach den Mund aufmachen und was essen - ähnlich wie man ja auch zu einem Patienten mit gebrochenem Bein sagen kann "Steh halt auf und lauf".

Falls du zu denen gehörst würde ich es bereichernd finden wenn du einer Inkompetenz und Vorurteile einfach für dich behältst - für Betroffene Familien ist das nämlich ein echtes Drama aus dem man auch mit professioneller Hilfe nicht immer einen Ausweg findet.

WDPP
01
19.12.2010, 23:44

Gutes Posting.
Der vergleich mit dem gebrochenen Bein ist gut. Soweit ich das beobachte, ist es weniger der Kick am Hunger (falls es sowas gibt), der die Magersucht ausmacht, es ist eher eine Art "Angst vor dem Essen (oder auch der Gewichtszunahme?)".

fertigprodukt
23
17.12.2010, 18:09

ich finde, es hilft keinem betroffenen, wenn man ihm sagt, dass das irgendwo in seinen genen zu finden sei. man kann alles in den genen finden, wenn man will. deswegen finde ich solche studien vollkommen unsinnig.

es wäre hilfreicher, nach lösungs- und heilungswegen für diese schlimme krankheit zu suchen.

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