Tierschützerprozess

Unterricht in Sachen Undercover

16. Dezember 2010, 17:51
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    foto: der standard/robert newald

    Richterin Sonja Arleth wehrte am Donnerstag Anträge der Verteidigung ab.

Die verdeckte Ermittlerin "Danielle Durand" hatte in 15 Monaten nie etwas strafrechtlich Relevantes wahrgenommen

Wiener Neustadt - Der Fantasie sind offenbar keinerlei Grenzen mehr gesetzt - und auch am letzten Verhandlungstag vor Weihnachten schenken sich das Gericht und die Verteidigung im Tierschützerprozess nichts.

Donnerstag, 9.00 Uhr - Richterin Sonja Arleth möchte zügig mit der Einvernahme jener verdeckten Ermittlerin beginnen, die mehr als 15 Monate lang als "Danielle Durand" bei den Tierschützern aktiv war und 18 Monate mit ihnen per Mail intensiv kommunizierte.

Wäre da nicht das Problem mit der plötzlichen Überfüllung des Saales: Mehr als 40 HAK- und Polizeischüler hatten im Verhandlungssaal Platz genommen - während draußen Angehörigen und Freunden der Angeklagten gesagt wurde, es seien alle Plätze reserviert. "Das kommt meines Erachtens einem Ausschluss der Öffentlichkeit gleich", protestiert Verteidiger Josef Philipp Bischof. Er stellt den Antrag, dass zumindest ein Teil der Öffentlichkeit wiederhergestellt werde. Sechs der 13 Angeklagten waren demonstrativ nicht im Saal erschienen. Richterin Arleth unterbricht die Verhandlung, um Rücksprache mit dem Gerichtspräsidium zu halten.

9.40 Uhr: Richterin Arleth erklärt, die Zählkarten würden ausschließlich "nach zeitlichem Einlangen der Anfragen" ausgegeben. Man könne aber freie Plätze in den zwei Journalistenreihen ab 9.45 Uhr vergeben - also unterbricht sie die Verhandlung neuerlich.

10.10 Uhr: Verteidiger Bischof bleibt dabei: "Ich erachte die Abhaltung eines fairen öffentlichen Verfahrens nicht gegeben. Den Polizeischülern wurden die Zählkarten schon am Eingang ausgeteilt - sie waren offenbar vorbestellt."

Die nächste Unterbrechung.

11.15 Uhr: Alle 13 Angeklagten sind anwesend - Richterin Arleth begründet neuerlich, warum sie die verdeckte Ermittlerin in einem anderen Zimmer mit Videoübertragung in den Saal einvernehmen will. Diese sei "im Interesse der Wahrheitsfindung geboten, im Zusammenhang mit der Gesamtsituation." "Danielle Durand" sei psychisch schwer belastet - nicht zuletzt auch wegen der medialen Berichterstattung, in der sie wegen einer angeblichen Affäre mit dem Zweitangeklagten "undercover lover" genannt wurde.

Verteidigerin Alexia Stuefer stellt neuerlich einen Antrag, die Zeugin im Saal zu vernehmen, sie sei "eine bestens geschulte Polizeibeamtin. Es ist anzunehmen, dass sie derartige Situationen gewohnt ist". Bischof beantragt ein medizinisches Gutachten über den psychischen Zustand der Zeugin. Arleth zieht sich wieder zur Beratung zurück.

11.37 Uhr: Die Anträge der Verteidigung werden abgelehnt. Es sei wichtig, "eine Atmosphäre zu schaffen, dass die Zeugin in der Lage ist, in Ruhe und ohne Druck zu antworten".

Nach der Mittagspause ist es dann endlich so weit. "Danielle Durand" wird im Nebenzimmer von Richterin Arleth befragt. Prompt wird aber der Ton der Vernehmung zunächst im Gang des Landesgerichts übertragen.

Sie sei von April 2007 bis Juli 2008 getarnt als Französischstudentin in die Szene eingeschleust worden, berichtet die Ermittlerin schließlich. Sie habe gewusst, dass eine Soko wegen "Sachbeschädigungen in der Modebranche" gegründet worden sei.

Allerdings: Strafrechtlich Relevantes habe sie nie gelesen, gehört oder gesehen.

Der Prozess wird im Jänner fortgesetzt. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 17. Dezember 2010)

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karl ingwer
10
Weisheit von Herrn Orsolic

stimmt auch für verdeckte Ermittlerinnen: "wichtig is, da Oasch passt!"

unbequem
02
Kein Kronzeuge mehr

Die STA hat keine Zeugen nur verleumdnerische Verdächtigungen...somit kann das Gericht bereits das Verfahren schließen.
Unterm Szrich eine Schande für die STA und ein Beweis der "Beliebigkeit" von Staatsanwälten mit Karriere Ambitionen....
Die Richterin ist zwar unabsetzbar aber ein Hochloben zu einem Kopierjob im Justizministerium ( Mit Amtstitel Frau Hofrat-losikeit) wäre der Schadensbegrenzung wegen, für die Zukunft, das Wort zu reden.....

Urmele
20
24.12.2010, 16:59
Ich schätze Herrn Mag. Hnat sehr,

aber beim Anblick dieser Fotos kann ich nur den Kopf schütteln. Ich kann das nur so verstehen, dass die undercover-lover wirklich under cover (unter der Decke) war.

mistaG
22
23.12.2010, 13:07
wähh,...

...a wunder dass auf die überhaupt wer angebissen hat !

SK26
01
21.12.2010, 18:43

was bedeutet das kleine "T" im hintergrund mit den 2 kerzen daneben?

kathi baum
04
22.12.2010, 19:39
viell. auf ein häufiges zitat der frau richterin bezogen: " Thas ist kein politischer prozess!" : )

kathi

SK26
00
22.12.2010, 22:08
+++

:D

zhang sanfeng
02
21.12.2010, 22:45

"vorsicht: justizmord"

slartibartfaß der Umwandler
24
20.12.2010, 16:22

diese richterin sieht schon so aus, als ob sie käuflich wäre.

blubb66
05
21.12.2010, 15:00
eigentlich ist jeder käuflich

vielleicht meinst du "leistbar" ;-)

Mann oder Frau? Was darfs sein?
15
19.12.2010, 16:50
Trennung zwischen Staat und Kirche?

Wie ich schon mal geschrieben habe, das Beste bei derStandard.at sind die Fotos.

Das Kreuz im Hintergrund sagt mehr als Tausend Worte.

terremoto
06
20.12.2010, 21:53

Das Kreuz paßt auch deshalb insgesamt so gut "ins Bild", weil sich die christliche Lehre so gar nicht mit den progressiven Ideen der Tierrechtsbewegung verträgt.

Wenn man die christliche Lehre im Bezug auf die Wertigkeit von "Mensch" und "Tier" hin untersucht, könnte man das Kreuz durchaus als Symbol RADIKALER GESINNUNG ansehen.

Mann oder Frau? Was darfs sein?
01
20.12.2010, 22:05

Naja, Fleisch esse ich leider auch. Aber Religionen verabscheue ich. Egal welche, der Buddhismus ist da keine Ausnahme.

Ein Kreuz oder eine Bibel haben in einem weltlichen Gericht nichts verloren. Da sieht man, wie hinten nach wir eigentlich sind.

leitfaden
00
20.12.2010, 08:42
na, wenigstens steht's am kastel und

nicht am richtertisch.

Mann oder Frau? Was darfs sein?
00
20.12.2010, 15:49

Dort ist ja kein Platz mehr, denn dort steht eine Buddhastatue.

Voll in die Kaldaunen!
21
19.12.2010, 20:15
Das Kreuz im Hintergrund ...

Meinen Sie, dass sich's leichter schwört , wenn man nicht dran glaubt ...?

Mann oder Frau? Was darfs sein?
02
19.12.2010, 20:39

Aber warum in einem Land, das Kirche und Staat voneinander trennt, überhaupt schwören?

Was ist, wenn ich Moslem bin? lol

Mann oder Frau? Was darfs sein?
01
19.12.2010, 20:38

Logo

Erika Rothen
019
19.12.2010, 15:14
Warum gibt sich die Justiz die linkische Mühe, noch einen minimalen Anschein der Rechtmäßigkeit zu wahren?

Dass die Tierschützer mit ebenderselben Vehemenz und Willkür verknackt werden sollen, mit welcher man die wirklichen Schwerverbrecher vom Format der wandelnden Unschuldsvermutungen schützt, ist doch längst kein Geheimnis mehr.

Die österreichische "Justiz" soll sich doch endlich die lächerliche Mühe sparen, so zu tun als ob.
Gegen deren Umtriebe waren ja selbst Metternich, Lawrentii Berija und Attila der Hunnenkönig noch lupenreine Demokraten...

Miststierler der Allah-nige
02
21.12.2010, 14:58
Danke für Stirnrunzel und Lacher!

Raptorjesus
06
19.12.2010, 07:52

Jagt das Pack mit nassen Fetzen aus dem Land, es ist Zeit für Demokratie!

kathi baum
05
18.12.2010, 19:47
- offenbar auch KUNST VOR GERICHT

in diesem grotesken gerichtsverfahren! https://at.indymedia.org/node/19230
(der künstler und aktivist chris moser wurde bei seinen einvernahmen hauptsachlich zu seiner KUNST und seiner GESINNUNG befragt!)
- schrecklich wies zugeht in österland!
- solidarität mit den unschuldig angeklagten!!!!!!
kathi

FalscherProphet
15
18.12.2010, 22:49
Gleicher Link mit "http" anstelle von "https"

ist verträglicher:

http://at.indymedia.org/node/19230

a o e
010
18.12.2010, 15:53
Sie befinden sich hier: peterpilz.at > AMTSGEHEIMNISSE > Polizei > "Danielle Durand"

pp kommentiert den 'bericht' der VE.

http://networkedblogs.com/bX1QH
"... 97 Seiten in fünf Teilen - das sind die besten Entlastungsdokumente für die angeklagten Tierschützer. Wer sie liest, weiß, warum die Polizei diese Protokolle vor dem Gericht verstecken wollte."

http://is.gd/iXtfV
Teil 1: DEMOS (pdf)
Teil 2: AUF GRUNZTOUR (pdf)

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