Deutschland - Krisengewinnler auf Abruf

Stephan Schulmeister, 16. Dezember 2010, 17:22

Entwurf eines Lösungsansatzes für die Eurokrise - Von Stephan Schulmeister

Je tiefer Griechenland, Irland und demnächst Portugal von der Schuldenkrise erfasst wer- den, desto besser geht es der deutschen Wirtschaft:

Finanzinvestoren flüchten aus Anleihen der "Problemländer" in deutsche Staatsanleihen. Dies treibt das Zinsniveau in diesen Ländern nach oben und in Deutschland nach unten.

Die Schuldenkrise schwächt den Wechselkurs des Euro, und davon profitiert der "Exportweltmeister" am stärksten.

Die steigende Zinsenlast verschärft den Sparzwang für die Regierungen der "Problemländer", und dies dämpft deren Wachstum zusätzlich.

In kurzsichtiger Betrachtung hat es den Anschein, als würde Deutschland endlich für seine Disziplin belohnt. Doch der Schein trügt: Die weitere Ausbreitung des "Zinsvirus" wird auch der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zufügen - spätestens wenn Italien von der Epidemie erfasst wird.

Dafür sind zwei Effekte bestimmend:

Die deutschen Exporte werden umso stärker gedämpft, je größer die betroffenen Volkswirtschaften sind. Und: Je größer das Volumen der Rettungspakete, desto stärker wird der Zweifel an der Finanzierungskapazität Deutschlands.

Vermeintliche Profiteure ...

Ein Zerfall der Währungsunion würde Deutschland (und Europa) noch viel stärker beschädigen, und zwar nicht nur durch die drastische Aufwertung der neuen (alten?) Währung, sondern insbesondere durch die Wiederbelebung der nationalen Ressentiments in Europa. Die wechselseitigen Schuldzuweisungen aus jüngster Zeit könnten sich als Prolog zu diesem Prozess erweisen.

Auch deshalb sind Symptomkuren wie eine Ausweitung des Rettungsschirms oder zusätzliche Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB keine Lösung: Alles, was als zusätzliche Belastung der deutschen Steuerzahler zugunsten der "disziplinlosen" Euroländer (vornehmlich im Süden) dargestellt werden kann, scheitert am innenpolitischen Widerstand in Deutschland.

Ähnliches gilt für die Ausgabe von Eurobonds. Dadurch würden ja die Zinsen für Deutschland steigen und für die "Problemländer" sinken - der "Gute" wird bestraft, die "Schlechten" werden belohnt.

Andererseits: Die Zinsepidemie wird sich weiter ausbreiten, denn sie entspricht der Logik, nach der sich das Gewinnstreben auf Finanzmärkten entfaltet. Die Geschäfte auf dem Markt für "credit default swaps" (CDS) und Staatsanleihen von "Problemländern" sind beispielhaft:

Etappe eins: Solange ein Land noch nicht "im Gerede" ist, macht ein Investor wie Goldman Sachs, die Deutsche Bank oder ein Hedgefonds, ein CDS-Geschäft mit etwas weniger "smarten" Finanzverwaltern (Pensionsfonds, deutsche Landesbanken etc.). Der Investor versichert, dass ein Euroland doch niemals pleitegehen könne, und kauft die CDS-Polizze gegen Zahlung der Prämie.

Etappe zwei: Nun kommt das Land ins Gerede, und die Angst vor einer Staatspleite wird nach Kräften geschürt. Die CDS-Prämien steigen und damit auch die Zinsen, verstärkt durch eine Flucht aus den Staatsanleihen dieses Landes. Damit steigt der Wert der alten CDS mit viel niedrigerer Prämienlast. Wenn der Zins auf ein Spitzenniveau gestiegen ist, verkauft der Investor den CDS mit Gewinn.

Etappe drei: Nun kauft der Investor selbst die hochverzinslich gewordenen Staatspapiere mit billigem Zentralbankgeld. Gleichzeitig wird die Argumentation von Etappe eins ins Spiel gebracht: Niemals dürfe die Europäische Union eines ihrer Mitgliedsländer im Stich lassen! Schließlich wird das Land gerettet und das Geschäft so abgesichert.

Hauptproblem für die Finanzinvestoren: Je Land können die drei Etappen nur einmal absolviert werden. Also müssen neue drankommen, wobei jedes Mal andere (durchaus relevante) Gründe zur "Unterfütterung" der Pleiteangst von Etappe zwei herangezogen werden.

Alle lukrativen Finanzaktivitäten folgen dieser Logik: Spekulation verstärkt das "trending" von Wechselkursen, Rohstoffpreisen, Aktienkursen, Zinssätzen oder auch CDS-Prämien und zielt gleichzeitig darauf ab, die daraus resultierenden Preisdifferenzen profitabel zu nützen, und zwar auf Kosten der weniger "smarten" Akteure.

Nach einer "Anstandspause" werden sich daher die Finanzinvestoren Portugal und danach Spanien zuwenden, sie folgen dabei nur ihrem Gewinnstreben.

Das Hauptproblem besteht in der finanzkapitalistischen "Spielanlage" und damit im systemischen Charakter der Krise: Das Profitstreben kann in der Realwirtschaft eine enorme Dynamik entfalten, wenn gleichzeitig die finanziellen Rahmenbedingungen - insbesondere Zinssatz und Wechselkurs - stabil gehalten werden (wie bei uns in den 1950er- und 1960er-Jahren, oder in China seit etwa 1980). Wenn sich das Profitstreben durch Änderung der "Spielanlage" immer mehr auf die Finanzwirtschaft verlagert, so verschlechtern sich die Bedingungen für unternehmerische Aktivitäten: Finanzspekulation destabilisiert Wechselkurse, Zinssätze, Aktienkurse und Rohstoffpreise, und das Wirtschaftswachstum sinkt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt (wie bei uns seit Anfang der 1970er-Jahre).

Eine systemische Krise braucht eine systemische Therapie: Die Anreizbedingungen sind so zu verändern, dass sich unternehmerisches Handeln (wieder) mehr lohnt als Finanzkunststücke. Grundvoraussetzung: Das System Politik muss die zwischen der Real- und Finanzwirtschaft vermittelnden Preise (im Raum: Wechselkurs, in der Zeit: Zinssatz) stabilisieren, und zwar entsprechend den Gleichgewichtswerten der (neoliberalen!) Wirtschaftstheorie (Zinssatz=Wachstumsrate, Wechselkurs=Kaufkraftparität). Ein konkreter Lösungsansatz für die akute Eurokrise sähe so aus:

... zu tatsächlichen machen

  • Der Rettungsfonds (dotiert mit 750 Milliarden Euro) wird zum "Europäischen Währungsfonds" (EWF) ausgebaut, gespeist aus Mitteln der Euro-Zentralbanken.
  • EZB und EWF geben eine Garantie für die Staatsschuld sämtlicher Euroländer ab. - Damit gibt es keinen Grund für Risikoprämien.
  • EZB und EWF legen gemeinsam die Zinshöhe für neu emittierte Eurostaatsanleihen fest, und zwar annähernd auf dem Niveau der (nominellen) Wachstumsrate (derzeit etwa drei Prozent).
  • Auf diese Weise wird der langfristige Zins nach einem gleichen Verfahren festgelegt wie der (kurzfristige) EZB-Leitzins ("Mengentender").
  • Jene Neuemissionen, welche zu diesen Konditionen keine privaten Abnehmer finden, werden vom EWF übernommen.
  • Die Eurobonds werden freilich genügend Anleger finden. Es existiert ja ein enormes Volumen an Finanzkapital, das einen relativ sicheren Hafen sucht.
  • Die Vergabe der Erlöse aus den EWF-Eurobonds an die einzelnen Mitgliedsländer wird klaren Richtlinien unterworfen (analog zu IWF-Krediten, aber den europäischen Rahmenbedingungen angepasst).

Der Teufelskreis von Wucherzinszahlungen an Finanzinvestoren, verstärkten Sparbemühungen, Dämpfung des Wirtschaftswachstums, steigender Verschuldung und noch höheren Zinsen, wäre damit ausgeschaltet.

Davon profitiert gerade die deutsche Wirtschaft. Ihre Stärke besteht ja nicht in Finanzakrobatik (wenn wir von der Deutschen Bank mal absehen), sondern in realwirtschaftlicher Effizienz. (Stephan Schulmeister, DER STANDARD, Printausgabe, 17.12.2010)

STEPHAN SCHULMEISTER ist Wirtschaftsforscher in Wien.

    Kommentar posten
    Posting 1 bis 25 von 85
    1 2 3
    Cornwell
    31
    17.12.2010, 19:07
    Was soll das ewige Gefasel von den bösen Spekulanten?

    Wenn ein Land wirtschaftlich Toast ist, will niemand seine Anleihen. So einfach ist das.

    Ausgeflippter Lodenfreak
    12
    17.12.2010, 16:08

    Der einzige Grund warum Deutschland als Land wirtschaftlich gut da steht ist, dass dort die Produktivität von einem eh schon hohen Niveau in den letzten Jahrzehnten jedes Jahr noch weiter gestiegen ist, aber die Löhne sogar gesunken sind. Die Leute arbeiten immer mehr, effizienter und effektiver bekommen dafür aber nicht mehr Wohlstand. Den schöpft der Staatsapparat und eine kleine Oberschicht ab. Aber auch dieses Wachstum kann nicht ewig weiter gehen.

    andreas wreiser
     
    02
    17.12.2010, 18:14
    die perfekten Arbeitssklaven

    sind diejenigen,
    die Jahrzehntelang auf Lohnerhöhung verzichteten,
    währenddessen die Unternehmensgewinne explodierten,
    und dann diese Unternehmensgewinne retten,
    wenn sie durch Fehlspekulation auf amerikanische Hypotheken Schrottpapiere,
    und oder auf Staatspapiere der PIGS Staaten
    in Gefahr sind.

    Politik im Schoße der Wirtschaftslobby
    mithilfe der Meinungsmache der Medien,
    machten dies möglich.

    also dann ...
    22
    17.12.2010, 13:32
    schulmeister + flassbeck (chefökonom der UNCTAD)... machen IMMER wieder denselben denk - fehler :

    sie blenden den zins(es-zins) + das geldsystem...
    einfach aus !

    nun wissen wir ja alle, dass n u r ...
    der MONETÄRE SEKTOR (zentral- u. gesch.banken)
    die LIZENZ vom STAAT = W I R (!)
    zum gelddrucken (geldschöpfung per KREDIT) bekommen haben.
    d.h.
    weder der staat, noch die privatunternehmen... können das geld schöpfen... um die ZINSEN (egal wie hoch) bezahlen zu können !
    ergo dessen...
    werden auch in seinem modell (bei 3 % zinsen)
    diese wieder NUR durch neue KREDITE
    (wie bisher : der staat erhöht die neu-verschuldung
    und zahlt damit die alten, fälligen kredite
    + die ZINSEN (teilweise) zurück).

    fazit : auch sein modell hilft wenig, da
    - die schulden (zinseszins) weiter steigen
    - und den CRASH nur kurz hinauszögern !

    andreas wreiser
     
    02
    17.12.2010, 15:42
    Irgendwie scheint der Zins ein Tabuthema zu sein

    Obwohl er das Herz des Wirtschaftssystem ist.

    Es gab auch sicher einen Grund warum es in
    verschiedenen Religionen,
    Christen, Juden und Moslems,
    ein Zinsverbot gab.

    Für mich ist der Zinseszins,
    der Hauptverschiebebahnhof des Kapitals,
    von Arm zu Reich.

    also dann ...
    02
    17.12.2010, 17:10
    ja ... da sabbert sie lieber alle darum herum, stimmt !

    NUR DER Z I N S...

    - berwirkt die GIGANTISCHE UMVERTEILUNG von unten nach oben - z.b. in Ö :
    ... die bilanzsumme der banken = ca. 1000 mrd
    ... die zinserträge ca. 35 mrd
    und die lohnsteuer nur 22 mrd !

    - und ist die URSACHE des total verblödeten wachstums-fetischismus !

    und wie gesagt :
    selbst bei der von schulmeister unterstellten gleichung : zins = wachstum...
    - kann der z i n s NIE im privat.sektor "verdient" werden (da sie kein geld schöpfen können)
    - was zum EXPONENT. GELDMENGENWACHSTUM
    = total verschuldung der haushalte + priv.wirtschaft und sohin zur KNECHTSCHAFT unter das finanz-kapital ... führt.

    gerade von schulmeister ...hätte ich mehr erwartet.
    naja...

    Sarah L.
     
    00
    17.12.2010, 23:20
    nur eine verständnisfrage zwischendurch:

    warum "kann der zins im realen sektor nicht verdient werden"? ihre worte.
    also: es bleibt im realen sektor prinzipiell nichts über, womit ein zins bezahlt werden könne?!

    also dann ...
    00
    18.12.2010, 01:48
    ganz einfach : weil nur die banken...

    geld über kredit schöpfen können.

    und wenn die privatunternehmen gewinne erzielen, so ändert das ja nicht die geldmenge,
    d.h. diese bleibt stabil,
    oder - anders gesagt - wenn die unternehmen nach 1 periode (z.b. 1 jahr) den kredit zurückzahlen
    ... stellt sich die frage :
    woher kommt das geld für den zins ?
    d.h.
    das (zinses-zinns)geld-pyramidenspiel beginnt.

    fazit :
    bei der gleichung : wachstum = zins...
    wird die exponentialfunktion ja nicht gestoppt, sonder bei 3 % kommt es eben langsamer zu einer verdoppelung der schulden ...
    angsichts der hohen verschuldung der staaten
    (80-120 % d. BIP)
    werden mit neuen schulden die alten + die ZINSEN bezahlt (zinseszins)
    und dies geht eben nicht mehr lange ...

    kants richtschnur
    03
    17.12.2010, 15:16
    weil es niemand wahrhaben will. niemand.

    und wenn ein ökonom sich getraut, das auszusprechen, wird er als verschwörungstheoretiker abgetan.
    hörmann wurde ja auch von faktenfrey (gerade vom mietmaul frey!!!) diffamiert.
    außerdem erinnert es ja an diese dunkle zeit in den 30er (eigentlich schon 20ern, feder hat sein manifest zur brechung der zinsknechtschaft schon damals geschrieben), nur wird außen vor gelassen, dass der herr aus braunau
    a) am geld erst im krieg was geändert hat (nämlich wie china, man drucke das geld staatlich) und
    b) von den herrn des geldes (wallstreet, dt.banken, city of london,...usw) und von pharmakonzernen (ig-farben, ig-standard) finanziert wurde.

    die welt will betrogen werden...

    also dann ...
    01
    17.12.2010, 17:18
    JA - frey ... ist ja nur ein dumm-schwätzer..., der nicht mal über eine vwll. grundausbildung verfügt !

    seine kommentare ...
    sind von einer ökonomischen blindheit geprägt, wie man sie selten findet.

    er ist ja auch zu FEIGE...
    sich einer diskussion mit hörmann zu stellen.

    HÖRMANN`S kommentare führten zu ca. 600.000 ergebnissen...bei googlem d.h. ca. 6-12 mio lesern.
    BANKEN ERFINDEN GELD AUS LUFT
    http://www.google.at/search?so... d+aus+luft
    und
    FINALE KRISE DES FINANZSYSTEMS
    http://www.google.at/search?so... anzsystems

    und der zins(es-zins)effekt ist auch kein geheimnis :
    http://www.margritkennedy.de/upload/Pr... ieWelt.pdf

    kants richtschnur
    00
    17.12.2010, 17:56
    der zins und das geldsystem sind die tabus schlechthin.

    aber gehen sie mit schulmeister nicht so hart ins gericht. ich habe viele seiner analysen gelesen und muss sagen, dass er sehr wohl versteht dass zins und geldsystem das gift sind, dass den patienten wirtschaft dahinrafft. man muss nur zwischen den zeilen lesen. die untertöne, die untertöne...
    es ist ja auch die frage, ob man etwas denn auch sagen darf...

    aber es gibt genügend andere wirtschaftswissenschaftler die nicht nur die dogmen der geldpriester nachplappern und sich was trauen.

    konzentrieren wir uns auf deren erkenntnisse und versuchen wir mit ihrem wissen etwas besseres, nachhaltiges zu schaffen.

    "es gibt nur eine zeit, in der es wesentlich ist aufzuwachen. diese zeit ist jetzt." buddha

    also dann ...
    02
    17.12.2010, 18:13
    ja ...auch ich schätze schulmeister - vor allem auch flassbeck !

    aber O H N E...
    auf das geldsystem und den zins einzugehen...,
    bleibt alles nur halbes machwerk.

    es kann nicht funktionieren, weil es (nur langsamer)
    in derselben exponentialfunktion ... mündet.
    und da die ausgangsbasis...
    diesmal eine ganz andere als 1929-33 ist,
    you know . . .

    ich kenne franz hörmann sehr gut !
    ER...ist ein mann mit großem intellekt, sehr belesen
    und - so wie ich auch - ganz ohne f u r c h t ...

    kants richtschnur
    00
    18.12.2010, 10:42
    dieser link müsste funktionieren:

    http://www.chaostheorien.de/artikel/-... direct=%2F

    kants richtschnur
    01
    17.12.2010, 18:47
    nachdem ich das interview hörmanns hier im online-standard gelesen habe,

    musste ich auch meinen imaginären hut vor diesem mann ziehen, persönlich kenne ich ihn nicht, hab auch (leider) nie studiert...

    die ausgangsbasis für diesen crash ist furchterregend, das system des kreditkettenbriefs geld ist erstmals globalisiert.

    gründercrash und die große depression zusammen werden wie ein spaziergang dagegen anmuten wenn wir, die gesellschaft, nicht endlich zu verstehen und zu handeln beginnen.

    kennen sie andreas popp?

    http://www.chaostheorien.de/artikel?p... NCE_haR1_r

    lesenswertes interview

    also dann ...
    01
    18.12.2010, 10:09
    sorry - konnte unter ihrem link keinen artikel finden ?

    nein - chaostheorien kantne ich noch nicht.Danke f.d. link.

    ich wurde aber fündig - ein äusserst interessanter artikel von BILL BLACK :
    http://www.chaostheorien.de/artikel/-... direct=%2F

    ja ... das system ist am ende !

    der geldadel + die korrumpierten polit-nieten...
    bringen nur noch ihr geldvermögen derart in sicherheit, dass sie REAL-werte (immobilien, grundstücke, gold usw.) kaufen wie verrückt.

    a l l e - insbes. die EU (Ö mit eingeschlossen)
    agieren nach dem "washington consensus" :
    - keine steuern auf vermögen
    - dafür erhöhg. der verbrauchssteuern (möst, mwst)
    - und kürzung bei sozialausgaben.
    s i e ... wollen die REVOLUTION !

    sljudanka
    03
    17.12.2010, 12:59
    Ich bin überhaupt gegen diesen Euro-Fetischismus

    in EUropa gibt es 27 WÄhrungen; wenn jetzt die PIGS rausgehen würden, würd es halt 3 Währungen mehr geben.
    Die Prognosen, dass der EUro und die EU notwendig sind, weil es sonst wieder einen Weltkrieg geben würde, halte ich für übertrieben.
    Erstens wird von EUropa niemher ein WK ausgehen - weil schon die demografischen Daten das garnichtmehr zulassen.
    Expansion wird eher von geburtenstarken (etwa arabischen) Regionen ausgehen.

    Und - wenn die PIGS rausgehen, würden andere - zuverlässigere - Länder sich am Euro beteiligen. Im Endeffekt würde die Anzahl der Währungen sogar sinken...

    Irgendwann würde sich die dt. REgierung mit dem Vorwurf des Verrats oder Veruntreuung beschäftigen müssen, wenn sie so weitertut....

    senfspender
    20
    17.12.2010, 12:46
    Herr Schulmeister...

    ...ein Wirtschaftsfachmann, der Deutschland als Exportweltmeister bezeichnet, zeichnet sich durch bemerkenswerte Faktenignoranz aus

    edurkheim
    23
    17.12.2010, 11:58
    Warum kommt eigentlich immer Schulmeister zu Wort

    Wir haben in Österreich vielleicht nicht die besten Ökonomen aber sicher ein zwei Hände voll die um Welten besser sind als Schulmeister.

    Schulmeister hat es ja weder in der praxis noch in der Wissenschaft wirklich etwas zusammen gebracht.

    Und was er hier analysiert mein Gott das weiß doch heute mehr oder weniger jeder der manchmal den Wirtschaftsteil einer Zeitung liest und was er dann schlussfolgert staatliche Festsetzung von langfristen Anleihezinsen, das ist ja nur mehr peinlich.

    etic
    12
    17.12.2010, 14:22
    ad senfspender + edurkheim

    Schulmeister argumentiert immerhin einen ganzen Artikel lang, Sie antworten mit Wortklauberei ("Exportweltmeister") und nicht weiter begründeter persönlicher Herabsetzung. Ist das nicht wirklich "peinlich", und welche Interessen mögen Sie wohl haben/vertreten?

    edurkheim
    00
    17.12.2010, 16:06

    Ich habe ehrlich gesagt keine Lust 800 Zeichen lang zu argumentieren warum eine staatliche Zinsfestlegung auf Zinsen ohne Risikokomponente wenn der Staat selber Gläubiger im internationalen Wettbewerb ist nicht funktioniert.

    Sondern ich wollte einfach nur einmal vorschlagen andere Ökonomen zu Wort kommen zu lassen, die wissenschaftlich ausgewiesen kompetenter sind.

    Sidlo
    11
    17.12.2010, 12:57
    Warum fragt man nicht mal einen Ökonomen

    aus dem anglosächsischen Raum oder einen österreichischen Ökonomen der es dort zu etwas gebracht hat. Andere Länder fragen gerne ihre Wissenschaftler die im Ausland arbeiten und es international zu viel Ruhm gebracht haben, gerade auch wenn es um Themen geht die das Land selber betreffen, weil man Ihnen als weltweit anerkannten Außenstehenden mit sehr viel Detailwissen über das Land das allerbeste Urteil zutraut, und auch weil man stolz auf sie ist. In Österreich ist davon aber nicht das Allergeringste zu merken: Wenn man danach geht könnte man fast meinen, dass es gar keine erfolgreiche österreichischen Wissenschalftler im Ausland gibt.

    1116er
    01
    17.12.2010, 11:45
    ein wichtiger punkt fehlt in dieser liste.

    "ein Investor wie Goldman Sachs, die Deutsche Bank oder ein Hedgefonds...", der ein (wie im artikel beschrieben) spiel spielt, das der eu als ganzes oder teilen der eu schaden zufügt, wird bei der emission von euro-anleihen nicht zum zug kommen (am besten nie wieder).

    gute worte und das hoffen auf vernunft helfen in einem system, wo der rücksichtsloseste meist der gewinner ist, nicht. nur vorhersehbare finanzielle einbußen.

    Protagoras v. Abdera
    01
    17.12.2010, 10:48
    Dann wäre der Teufel des finnazmarktkapitalismus vielleicht teilweise exorziert (nach Lewis Carroll: "Beware the Jabberwock my son")

    Aber es bleiben die Ungleichgewichte der Realwirtschaft. Müssen die nicht reguliert werden, Hr. Schulmeister? Oder brauchen wir vielleicht doch europaweite proportionale Mindestlöhne um eine Konkurrenz um verschiedene Lohnniveaus zum Zweck der Steigerung der Produktivität der Exportwirtschaft und die dadurch bedingten Marktungleichgewichte zu beseitigen? Und dann lauern noch andere Fragen, die in den Widersprüchen kapitalistischer Vergesellschaftung eingeschrieben sind: Was geschieht mit der wachsenden (bisher oft außerhalb regulärer Lohnarbeit erfolgender, unbezahlter/schlecht bezahlter) Reproduktionsarbeit? Was mit dem Klimawandel?

    franz der freie
     
    00
    17.12.2010, 10:22
    danke, herr schulmeister für die brillante beweisführung gegen die einführung des euros.

    leider haben wir ihn schon, mit anderen "beweisen" ihres institutes auch schlüssig umworben. einige wenige länder, die den euro noch nicht haben, werden sicher nachdenken. wenn sie nicht beitreten, brauchen sie auch keinen rettungsschirm und dafür auch nicht bezahlen.
    ps: für 3% zinsen wären die eurobonds ein rohrkrepierer. die ezb müsste dauernd buchungen von "ich an mich" machen. aber wenn man nur mit dem linken auge sieht, ist das so in ordnung. sie können ja nicht anders.

    chrilly donninger1
    03
    17.12.2010, 09:39
    Um 3% kauft nur der Schulmeister

    Der Wert für 10-jährige US Treasury ist momentan 3.5%. Das ist nahe dem historischen Tiefstand. Die Hauptursache ist die Null-Leitzins Politik der FED.
    Der historische Wert liegt bei ca. 5%.
    Nachdem beim EWS auch Schuldner niedriger Bonität dabei sind muss man von mindestens 6% ausgehen.

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