Mozilla gewinnt Klage gegen Abzockportale

16. Dezember 2010, 14:53

Portale hatten Open-Source-Programme wie Firefox "verkauft"

Die Mozilla-Stiftung hat ihre Klage gegen Portale gewonnen, die grundsätzlich kostenlose Software an Internetnutzer verkaufen. In einem Gerichtsurteil des Landgerichtes Hamburg wurde vergangene Woche der Klage der US-amerikanischen gemeinnützigen Stiftung gegen verschiedene Betreiber so genannter "Abzockportale" bzw. "Abo-Fallen" entsprochen. Damit dürfen die Open Source-Programme "Firefox" und "Thunderbird" von Mozilla auf diesen Seiten nicht mehr kostenpflichtig vertrieben werden. Zudem müssen etwaige Kostenpflichten und vertragliche Mindestlaufzeiten auf derart konzipierten Webseiten in Zukunft klar und deutlich kenntlich gemacht werden, urteilte das Landgericht.

Komplette Offenlegung erwirkt

Mozilla hat in dem Rechtsstreit auch erwirkt, dass die Betreiber die bislang erfolgten Downloads und die damit zusammenhängenden geschäftlichen Informationen offenlegen müssen. Auch die von den Betreibern geschaltete Werbung (z.B. Adwords- und Keywords-Werbung mit "Firefox") und die damit zusammenhängenden Informationen müssen offengelegt werden. Mozilla sei darüber hinaus auch berechtigt, auf Grundlage dieser Informationen Schadensersatz gegen die Betreiber geltend zu machen. 

Abzocke

Die Betreiber der fraglichen Webseiten bieten Gratis-Programme zum Download an und werben aktiv für diese. Mit dem Download schließt der oft nichtsahnende Nutzer aber zugleich eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei dem Downloadportal ab - und tappt damit in die Kosten- oder Abofalle. Dafür machen sich die Beklagten und andere Abofallen-Betreiber auch die Markennamen der Mozilla-Software "Firefox" und "Thunderbird" zunutze. Zum Teil würden die Betreiber bis zu 170.000 Rechnungen pro Woche an "Mitglieder" versenden.

"Für die Rechte der Internetnutzer und für ein offenes Internet ist das Urteil des Landgerichtes Hamburg ein großer Erfolg. Open Source Programme wie Firefox oder Thunderbird sind für alle frei verfügbar. Und das soll auch so bleiben", betont Mozilla in einer Mitteilung an Journalisten. (zw)

Der WebStandard auf Facebook

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Mozilla

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 50
1 2
blam
00
19.12.2010, 20:39
ich hoff die betreiber bekommen einen fette strafe…

… und ganz viele inkassobriefe, die man aber nicht einfach so wegschmeißen kann, weil sie rechtens sind.

qummunismus.at
20
18.12.2010, 19:33
das ist natuerlich ein grosser erfolg....

... leider gibt es aber noch zahlreiche gesetzesluecken und weiterhin sehr viel noch legale abzoche: siehe mico$oft word, micro$oft windows, etc..etc... programme die absulut keinen mehrwert gegenüber freien alternativen bieten duerfen noch immer um teures geld verkauft werden und noch immer finden sich leute die den schrott auch beahlen...

q.

Unterton
00
26.12.2010, 00:52

Ja, aber da wird beim Verkauf kein Hehl draus gemacht, dass die genannten Programme nur durch eine monetäre Gegenleistung zu erhalten sind :)

Lex
02
19.12.2010, 14:04
Abzocke?

Wieso?
NIEMAND zwingt MS zu kaufen - jeder entscheidet hier selber...
Ist wohl was anderes etwas was gratis ist um teures Geld zu verkaufen - als etwas was es legal NICHT gratis gibt

Nihil ein anderer Baxter
00
19.12.2010, 15:54

naja - eine uebliche praxis ist es, den user ein personen-daten formular ausfuellen zu lassen, und ihm DANN eine mitgliedschaftsrechnung zu schicken. mit irgendeiner kuendigungs-zeit, sodass vielleicht einige tatsaechlich ein rate zahlen, und sich dann abmelden.

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
04
17.12.2010, 11:56
rückabwicklung, gewinnabschöpfung, strafrechtliche verfolgung wegen gewerbsmäßigen betrugs

warum kommen solche gauner mit sowas laufend durch??

trollvottel
00
17.12.2010, 14:12

Weil es schwierig ist, wegen den abgezockten Bagatellsummen (ein paar hundert Euro meistens) ein grenzüberschreitendes Strafverfahren einzuleiten, bei dem man dann erst herausfinden muss, wo genau die Betrüger überhaupt sitzen. Vgl. die Alpendodeln.

All Rites Reversed
00
18.12.2010, 12:37

Und weil solche "Unternehmen" sich rechtlich meist in einer Grauzone bewegen - die Nutzer werden ja auf die Kosten der "Dienste" hingewiesen.

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
01
17.12.2010, 14:40
glaub ich nicht

wegen ein paar hundertern tut sich das keiner an. wär ja leichter sein geld ehrlich zu verdienen. da geht's um mehr.

linker hetzer
 
00
17.12.2010, 16:12

wegen ein paar hundert € von ein paar tausend deppen tut sich das sehr wohl wer an...

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
00
17.12.2010, 17:35

dann wären wir aber bei ein paar hundertausend, dafür tut man sich dann halt auch ein grenzübergreifendes strafverfahren an. oder sollte.

Def. Izit
31
17.12.2010, 09:04
An: derStandard

Es geht um GPL und nicht um Open Source

Open Source sagt noch nichts über Lizenz aus
G(eneral)P(ublic)L(icense) garantiert die Kostenfreiheit - d.h. kostenfreie KOPIERRECHTE sind in der Lizenz definiert. Die Urheberrechte bleiben beim Urheber.

Natürlich sind GPL-Programme im allgemeinen auch Open Source

All Rites Reversed
00
18.12.2010, 12:44

FAIL.
1. FF ist nicht GPL, sondern MPL.
2. Open Source sagt sehr wohl etwas über die Lizenz aus, denn i.d.R. bedeutet das Prädikat "Open Source", dass die Lizenz den Kriterien der Open Source Initiative entspricht: http://www.opensource.org/docs/osd
3. GPL impliziert per Definition offene Quellen - lesen und verstehen Sie den Lizenztext mal, bevor Sie darüber fachsimpeln.
4. Bei der GPL geht es ausdrücklich NICHT um Kostenfreiheit, das ist nur ein "Nebeneffekt". Siehe Punkt 3: Erst mal Lizenztext lesen und verstehen ...

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
01
17.12.2010, 11:55
Wow! 100% versenkt!

> Es geht um GPL und nicht um Open Source

FF ist MPL und GPL, beide _ermöglichen_ (wie jede Open Source Lizenz) kostenfreie weitergabe

> Open Source sagt noch nichts über Lizenz aus

doch, genau darum geht es, siehe opensource.org

> GPL garantiert die Kostenfreiheit - d.h. kostenfreie KOPIERRECHTE sind in der Lizenz definiert.

sie erlaubt aber auch ausdrücklich kostenpflichtige weitergabe (nur darf jeder der es kauft dann wieder gratis weitergeben)

> Die Urheberrechte bleiben beim Urheber.

die GPL sagt nichts über copyright (urheberrechte schon gar nicht) aus. ist mal so, mal so.

> Natürlich sind GPL-Programme im allgemeinen auch Open Source

nicht nur im allgemeinen, GPL erfüllt alle OSS-kriterien, punkt

Monopoly mit Hut
04
17.12.2010, 09:30

Das stimmt schlicht und einfach nicht.

Nirgendwo steht in der GPL, dass Programm gratis verbreitet werden müssen. Im Gegenteil: "You may charge any price or no price for each copy that you convey, and you may offer support or warranty protection for a fee." (GPL 3 §4)

leaping frog
00
17.12.2010, 10:03
auch mein verständnis

also auf welche basis haben sie den rechtsstreit gewonnen?

Markenname ???

der name Firefox steht nämlich (wenn ich mich richtig erinnere) nicht unter GPL.

ist angeblich der grund warum debian firefox nicht unter desen name benützt.

Geistman
01
17.12.2010, 12:34

Trademarks

Although our code is free, it is very important that we strictly enforce our trademark rights, in order to be able to protect our users against people who use the marks to commit fraud. Our trademarks include, among others, the names Mozilla®, mozilla.org®, Firefox®, [...] This means that, while you have considerable freedom to redistribute and modify our software, there are tight restrictions on your ability to use the Mozilla names and logos [...]

und

All Mozilla software is open source and free software. This means that it is not only available for download free of charge, but you have access to [...]. (http://www.mozilla.org/foundatio... sing.html)

Also geht sicher Richtung Marke. Firefox is gratis und die haben FF.

Monopoly mit Hut
01
17.12.2010, 10:57

Ich nehme an, da ging es um missbräuchliche Verwendung der Namen oder "Vorspielung falscher Tatsachen" o.ä.

Leider wird das ja weder in diesem Artikel erklärt, noch gibt es auf der Firefox-Website eine Pressemeldung.

Mit der GPL hat es jedenfalls nichts zu tun.

Est-dragon
00
20.12.2010, 11:25

Geistman hat schon Recht. Es verstößt gegen die Nutzungsbedingungen des Firefox. Wenn man ihn unter dem Mozilla Logo und Namen "vertreibt" muss er gratis sein. Hätten ihn die Abzocker "rebranded", dann hätten sie auch Geld verlangen dürfen. Das erlauben die GPL und die MPL. Aber halt zum eigenen Gewinn die eingetragenen Nutzungsrechte von Mozilla zu nutzen geht nicht. Da hätten sie das schon mit Mozilla ausmachen müssen. Selbst wenn der Source Code für Linux Distris leicht angepasst wird, braucht es etwa die Zustimmung von Mozilla, was auch zu Problemen mit Debian geführt hat.

Zitronenbaum
02
17.12.2010, 07:17
Haha

Jetzt kriegen diese Dödel auch endlich ihr Fett weg. :)
Nur schade, dass manche Leute so verängstigt sind, dass sie tatsächlich auch zahlen. /: Diese Abzocker drohen ja immerhin auch mit Anwälten und Inkasso und etcweißderkuckuck wenn sie nix kriegen.

Mathias
 
00
17.12.2010, 12:38
aus genau diesen Gründen ...

... empfehle ich jedem, der sich irgendwo mittels Emailadresse registrieren muß, dass derjenige eine Freemail (Hotmail, GMX, Web, uws.) Adresse zulegen soll. Weil dann kann man dort die ganzen Drohemails getrost ignorieren.

birka
00
19.12.2010, 15:43

Die Drohmails kannst so oder so ignorieren. Selbst wenns schriftlich kommt können die einen nix anhaben, weil die außer Drohungen nichts in der Hand haben..

mazedlx
30
16.12.2010, 23:26

und hier ein abzocklink http://www.opendownload.de/anmelden.... me=Firefox

Durch Drücken des Buttons "Anmelden" entstehen Ihnen Kosten in Höhe von 96,00 Euro incl. MwSt pro Jahr (12 Monate zu je 8 Euro), Vertragslaufzeit 2 Jahre, damit Kosten von insgesamt 192,00 Euro.

lesen sollte man halt schon können....

tomatensaft
 
02
17.12.2010, 08:26
Es geht nicht ums Lesen!

Zum einen gehts hier darum dass ein Unternehmen Geld für Siftware verlangt die per Statut gratis ist! Dafür verletzen diese Unternehmen auch Markenrechte weil sie ja mit Firefox & Co werben. Zum einen.

Zum anderen gehört in der EU wenn nicht sogar in der gesamten westlichen Welt mehr zu einem Vertragsabschluss ald nur ein kurzer "ich koste" Text. Rein rechtlich ist das nix wert... schon allein deswegen weil der Hinweis auf das Recht auf Widerruf fehlt.

Wenn Sie in Zukunft in einem Laden "Anschauen des Druckers verpflichtet zum Kauf" lesen sollten schau ich mir an ob Sie dann auch so verständnisvoll zahlen, nur weils ja geschrieben steht.

Zitronenbaum
00
17.12.2010, 07:20
"Lesen sollte man halt schön können..."

Diese Abzockseiten arbeiten oft mit ziemlich interessanten Tricks, sodass man oft diese Meldungen übers Abo und die Kosten gar nicht auf der Seite zu sehen bekommt. Auch ist der Text meist so platziert, dass man ihn sehr leicht überliest.
Also "lesen sollte man können" ist kein gültiges Argument gegen Abzockseiten. Das einzige Argument, dass man bringen kann ist folgendes:

Immer auf die Herstellerseite der Software gehen und sich von dort einen Downloadlink besorgen, wenn man keine anderen sicheren Seiten kennt.

Und wenn man schon reingetappt ist:
Bloß nix zahlen, die können eh nix machen, außer einem blöde E-Mails schreiben.

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