Staatsschuldenausschuss

Heimische Abgabenlast steigt weiter

16. Dezember 2010, 14:16
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    grafik: standard/hendrich

    Die Österreicher schultern eine vergleichsweise hohe Last. Mit Belgien, Schweden und Dänemark liegen nur drei Länder höher.

Während andere europäische Länder ihre hohen Abgabenquoten senken, bewegt sich Österreich in die Gegenrichtung

Wien - Österreich ist am besten Weg, Europameister für Steuereinnahmen zu werden. Während andere europäische Länder mit hohen Abgabenquoten diese heuer und im kommenden Jahr halten bzw. senken, steigt die Abgabenquoten in Österreich weiter an und erreicht 2011 ein Niveau von 44,3 Prozent des BIP. Dabei sind die erst mit dem Budget 2011 beschlossenen Steuererhöhung noch gar nicht mitberechnet. Das geht aus dem am Donnerstag präsentierten Bericht des Staatsschuldenausschusses hervor.

Laut den Zahlen der Europäischen Kommission vom November 2010 liegen heuer nur drei Länder vor Österreich (44,1 Prozent): Belgien mit 45,8 Prozent, Schweden mit 45,7 Prozent und Dänemark mit 46,4 Prozent. Im kommenden Jahr senken bzw. halten diese drei Länder ihre Abgabenquoten, einzig Frankreich, das 2010 mit 44 Prozent knapp hinter Österreich liegt, steigert seine Steuer- und Sozialabgabenquote auf beachtliche 45,1 Prozent. Österreich wird in dieser Prognose eine Quote für 2011 von 44,3 Prozent vorausgesagt, in diesen Zahlen sind allerdings die mit dem Budget beschlossenen Steuererhöhungen und Steuereinführungen (Tabak, Mineralöl, Flugticket, etc.) noch nicht berücksichtigt.

Felderer für Senkung

Bernhard Felderer, Chef im Staatsschuldenausschuss, regte angesichts dieser Entwicklung langfristig eine Senkung der Abgabenquote an. Steuersenkungen seien zwar in der jetzigen Situation nicht möglich, man sollte aber darüber nachdenken und das langfristig planen, meinte Felderer. Er betonte jedoch, dass dies seine persönliche Meinung sei und keine Position des Staatsschuldenausschusses.

Hoch sind die Steuereinnahmen auch im Vergleich zum Voranschlag, was sich positiv auf die Budgetkonsolidierung auswirkt. Wobei Felderer anmerkte, dass die Annahmen des Finanzministeriums zu vorsichtig gewesen seien. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Staat von Jänner bis Oktober um zwei Mrd. Euro mehr ein. Dank der Mehreinnahmen werde auch das prognostizierte Defizit von 4,5 Prozent des BIP für 2010 deutlich kleiner ausfallen, glaubt Felderer. Er geht von vier oder 4,1 Prozent, vielleicht sogar unter vier Prozent aus.

Schuldenabbau notwendig

Felderer mahnt einmal mehr mehr Anstrengungen zum Schuldenabbau ein. In der Vergangenheit sei die Rückführung der Schuldenquote vernachlässigt worden. Um aber die Glaubwürdigkeit auf den Finanzmärkten zu behalten, müsse der Schuldenabbau ein zentrales Anliegen sein und die langfristige Konsolidierung dargelegt werden, sagte Felderer anlässlich des Winterberichts des Staatsschuldenausschusses.

Derzeit fehle die Perspektive für die Rückführung der Staatsverschuldung von über 70 auf die Maastrichtgrenze von 60 Prozent des BIP. Dazu dürfe das jährliche Defizit ab 2015 nicht über einem Prozent liegen. "Zwei Prozent sind zu viel", so Felderer. Das Finanzministerium hat für 2014 derzeit noch ein Defizit von 2,2 Prozent vorgesehen.

Berechnungen des Staatsschuldenausschusses zeigen folgendes Bild: Bei einem durchschnittlichen Wachstum und einem Defizit von einem Prozent könnte die Schuldenquote zwischen 2023 und 2028 auf 60 Prozent gesenkt werden, bei zwei Prozent würde das ein Jahrzehnt länger dauern (bis 2039). Was allerdings "Angst macht", sei eine neue Krise in dieser Zeit, so Felderer.

Schlecht steht es auch um die Budgets der Bundesländer. Nach Überschüssen in den Jahren 2007 (260 Mio.) und 2008 (350 Mio.) haben diese nur innerhalb eines einzigen Jahres 2009 ein Defizit von zwei Mrd. Euro erwirtschaftet, 670 Mio. Euro davon alleine die Steiermark und 565 Mio. Euro Niederösterreich. Hinzu kommen fast 500 Mio. Euro Defizit von den Gemeinden. Die höchste pro Kopf Verschuldung hat Kärnten, gefolgt von Niederösterreich, "dann kommt lange nichts", sagte Felderer. (APA)

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Jake Gittes
00

Zwischen 2023 und 2028 können wir dann also, .... wenn wir so und soviel sparen.... ja 60 Prozent .... träum, träum.

Glauben die das eigentlich selber oder halten die die Leute für total dämlich.

Wir wissen nicht mal was in zwei Jahren sein wird, ... die nächsten Blasen sind ja schon im Entstehen wie man von Sachkundigen zu hören bekommt.

Leute wie Felderer sind mir überhaupt zu wider, sie faseln irgendwas von Sparen und Rekuktion der Abgaben"last", gleichzeitig vertreten sie eine Ideologie (Neuliberalismus) die den Staat notwendigkerweise und systemimmanent immer wieder an den Kollaps führen muss.

Raymond Domenech
00
13.1.2011, 13:31
Irgendwie muss man ja für die ÖBB aufkommen

wenn schon keiner damit fahren will.

Verpflichtende Vorteilscard für alle wär so eine Idee.

system1
10
17.12.2010, 12:08
das hauptproblem ist dass

trotz horrender steuerabgaben immer kein geld da ist für wirklich wichtige dinge. da zähle ich eurofighter und skylinkdesaster nicht dazu. ich sehe nicht ein 50% lohnsteuer zahlen zu müssen und dann, wenn ich mal in not bin, genau NULL retour zu bekommen. das ist der skandal daran. ich zahl 9000 euro im jahr allein sozialversicherung und hab dann noch selbstbehalte? was soll der unsinn???? für 9000 euro kann ich jede menge krank sein, werde mir für 2011 was einfallen lassen wie ich das mit krankenständen wieder reinspielen kann.....

shadowman73
00
23.12.2010, 12:04

Was für eine Logik....

....bleibt ihnen dann mehr Geld über bzw. wird ihnen dann weniger vom Gehalt abgezogen, wenn sie in Krankenstand gehen....oder wie stellen sie das an mit dem "reinspielen der Sozialversicherungsabgabe"???

Leute wie sie, die wegen nix in Krankenstand gehen, sind erst mitverantwortlich für die horrenden Kosten der Sozialversicherungsträger....

Und wenn sie 9000 Euro Sozialversicherung bezahlen, haben sie Pi mal Daumen 3600 brutto im Monat, womit sie eine Abgabenquote von rund 37% und nicht 50% haben...also bitte keine Ammenmärchen erzählen...

Meine Meinung ist...
01
17.12.2010, 19:02

Ich glaube nicht, dass Sie 50 % Lohnsteuer zahlen. Da müssten Sie knapp unter 60.000 € brutto im Jahr verdienen. Und weniger als 10 % haben ein Einkommen in diesen Dimensionen. Außerdem zahlen diese Einkommensbezieher nur mit den über 60.000 € liegenden Bezügen 50 %.

Wenn Sie in Not sind bekommen Sie Arbeitslosengeld. Arztbesuche und Krankenhausaufenhalte sind zu 90 % über die Sozialversicherung abgedeckt. Es gibt vielleicht eine handvoll anderer Staaten, bei denen man für den Gesundheitsbereich derart wenig Selbstbehalte hat, etc.

"Immer kein Geld" ist als nicht da...

shadowman73
00
23.12.2010, 11:55
Wovon reden sie?

Bei einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro hat man eine Lohnsteuerquote von 21,13%...

50% Lohnsteuer bezahlt man nicht einmal wenn man 10 Mio. im Jahr verdient....

Und selbst wenn sie die Abgabenquote (also inkl. Sozialversicherungsbeitrag) meinen, haben sie bei 60.000 jährlich keine 50%, sondern 38,26% an den Staat abzuliefern....

Hans Moser
00
22.2.2011, 15:30
Die Dienstgeberbeiträge...

...bei eine Jahreseinkommen von EUR 60.000 Brutto sollte man nicht vergessen. Diese betragen lt. Brutto/Netto Rechner des BMF etwa EUR 18.000 und die zahlt ihnen auch nicht der Nikolaus, für die hackeln auch sie höchstpersönlich!

Karl Graus
12
17.12.2010, 12:29
also die eurofighter haben wir unbedingt gebraucht!

stellen sie sich vor........der feind! der weiß jetzt, dass wir 24 jets haben.......bzw hätten, wenn sie fliegen könnten (aber solche detailfragen lassen wir hier mal).....die werden niemals einen angriff wagen! den würden sie aber schon aus bloßer angst vor unserem steuer-und abgabensystem ohnehin nie wagen! ganz abgesehen davon, dass sich die frage stellt, welcher feind das sein sollte und welches flugzeug die erwischen sollen, denn bis die eurofighter in der luft sind, ist jedes feindliche flugzeug längst über Ö drüber bzw ganz wien in schutt und asche! aber wie gesagt.......solche detailfragen dürfen uns nicht belasten beim blechen! zum glück haben einige lobbyisten uns politiker ihre prozente kassiert! das muss uns doch froh stimmen!

buena1vista1
01
17.12.2010, 11:01
Politiker ....

Pensionen sollten aus einem (ihrem) eigenen Topf kommen und zwar zu 100% von dem, was sie selbst eingezahlt haben, dann würde die Sache schon ganz anders aussehen!

Ratlos
45
17.12.2010, 10:35
Das Problem sind ja nicht primär die hohen Steuereinnahmen sondern das sie extrem ineffizient ausgegeben werden.

5 Verwaltungsebenen (jede "wichtiger" als die andere), Förderungen noch und nöcher, Pensionsprivilegien (es gibt Pensionen die nur zu 15 %! durch eigene Beiträge gedeckt sind, den Rest zahlt der Steuerzahler), das ineffizienteste Pflichtschulsystem Europas (dafür halt "differenziert") etc. etc.

Auf der anderen Seite ein Steuer- und Abgabensystem das als einzige Steuerprogression jene auf Erwerbseinkommen kennt d.h. sich großteils aus diesem finanziert und im Gegenzug dafür sorgt das "Reiche" in Ö ein Sorgen- weil Steuerfreies Leben haben. Wie will man mit dem psychologisch desaströsen 50 % Spitzensteuersatz eigentlich Leistungsträger aus dem Ausland anwerben wenn schon die inländischen Leistungsträger kaum Vermögen aufbauen können?

Thalhammerin
02
17.12.2010, 10:45

Verwaltungsausgaben senken ok, ich finde aber gerade im EU-Vergleich die Ausgabenpolitik recht effizient. Wenn ich an das Kurzarbeitsmodell in der Krise denke, das zwar sehr viel Geld gekostet hat, aber sehr viele Arbeitsplätze gerettet hat. Ohne dieser Maßnahme hätten wir nun hohe Zahlungen an Arbeitslose und hohe Ausfälle beim Steueraufkommen.

Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, warum Leistungsträger kein Vermögen aufbauen können sollen? Warum tummeln sich dann die Leistungsträger nicht in Bulgarien oder Rumänien, wo die Abgabenquote nur 28 bzw. 29 % beträgt?

system1
00
17.12.2010, 12:10
was hat kurzarbeit mit den steuern zu tun?

abgesehen davon, was scherts mich ob heinz oder kunz hackenstad sind oder nicht? tatsache ist dass man trotz horrender steuern vom staat nichts bekommt wenn man was braucht. man kann sich nur und ausschließlich selbst helfen. und sich seinen teil über die klugen köpfe denken die einem das geld aus der tasche stehelen.

Ingrid Tuppel
210
17.12.2010, 10:29
Wir zahlen viel, weil wir viele Steuerzahler haben!

Wer zahlt schon gern Steuern, jeder will so wenig wie möglich von seinem Einkommen hergeben. Wenn man allerdings schon einen EU-Vergleich zur Abgabenquote macht, sollte man auch erwähnen, dass Österreich bei der Verschuldung mit rund 70 % um mehr als 14 % unter dem Durchschnitt von 84 % in der Eurozone liegt. Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste in der EU. Hätten wir eine AL-Rate wie es die Eurozone im Schnitt hat - 10,1 %, wäre unsere Abgabenquote schlagartig erheblich niedriger, weil es sich halt auswirkt, wenn Ö statt 250.000 AL, dann 600.000 AL hätte, die kaum Steuern zahlen. Ich bin auch dafür, dass insb. bei den Bundesländern gespart wird, die Verbindung zur Verschuldung und Arbeitslosigkeit muss aber auch gesehen werden.

choghart
00
21.12.2010, 23:20
In anderen Ländern nennen sie "Frühpensionisten" eben Arbeitslose.

Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks wie man das tituliert. Kosten tun die Pensionisten sicher mehr als Arbeitslose.

Langer Hans1
00
17.12.2010, 18:33

Eigenartigerweise ist die Abgabenquote aber in den Krisenjahren gestiegen. Und dass obwohl die Zahl der Beschäftigten zurückgegangen ist.

http://www.statistik.at/web_de/st... 033336.pdf

Also irgendwas kann da nicht stimmen.

Cody Tipper
00
21.12.2010, 13:34

BIP ist dir ein Begriff?

jimmydean
42
17.12.2010, 10:53
ad verschuldung

wenn man die milliarden dazurechnet, die noch bei öbb und asfinag außerbudgetär schlummern (die müssen in den nächsten jahr mal aktiviert werden), sind wir sicher nicht mehr 14% unter dem eu-schnitt...

Peter Lustig2
00
17.12.2010, 11:03

Glauben Sie WIRKLICH, dass die anderen Länder keine Schulden ausgelagert haben. Natürlich müsste man diese Zahlen mitberücksichtigten, da bin ich bei Ihnen, aber das trifft alle EU-Länder und nicht nur Österreich!

Langer Hans1
00
17.12.2010, 10:44

Wieso, die Abgabenquote ist ein Verhältnis zwischen dem BIP und den gesamten Abgaben. Hätte wir weniger Menschen in Beschäftigung, wäre das BIP niedriger. Die Abgaben auf alle möglichen "Dienstleistungen" wäre aber gleich hoch. Also wenn wir ehrlich sind, wäre die Abgabenquote bei einer geringeren Beschäftigung sogar noch höher.

Meine Meinung ist...
12
17.12.2010, 10:52

Nein, da muss ich Tuppel eindeutig recht geben: Zwar wäre das BIP geringfügig niedriger, aber die Ausgaben steigen durch das Arbeitslosengeld ganz erheblich an (und nicht wie Sie meinen gleich hoch), während die Arbeitslosen keine Steuern auf ihr Einkommen zahlen (können). Die Abgabenquote reduziert sich dadruch deutlich, insbesondere wenn es um 350.000 Menschen ginge.

Langer Hans1
00
17.12.2010, 18:24

Naja,

einerseits würde das ja nur zutreffen, wenn die direkten Steuern am erwirtschaften BIP des einzelnen höher als die 44 Prozent sind (sind sie aber nicht). Es darf dann aber auch keine Abgaben auf andere Bereiche geben, die nicht vom Erwerbsleben abhängig sind (Gebühren für alles mögliche).

Aber da das ganze etwas sehr komplex zum herleiten ist, ein Indikator dafür, dass meine These stimmt, ist, dass die Abgabenquote in den Krisenjahren (in denen die Arbeitsquote rückläufig war) gestiegen ist:
http://www.statistik.at/web_de/st... 033336.pdf

Zumindest kann ich dadurch keine Kausalität zwischen Beschäftigungszahl und Abgabenquote erkennen.

Peter Lustig2
01
17.12.2010, 10:30

Gute Anmerkung, so habe ich das noch gar nicht betrachtet!

Thomas Bayer
00
17.12.2010, 10:15
ABgabenlast in der SChweiz

Wie hoch ist die Abgabenlast in der Schweiz (die erwirtschaftet einen Budgetüberschuss)

Hat die Schweiz Schulden?

Jake Gittes
00

Nein, Schweiz hat keine Schulden. Was glaubst?

Wieviel Demokratie ist es bitte?
68
17.12.2010, 09:20
Der Sozialismus lebt in Österreich

Alle Einkommen sind mindestens halbverstaatlicht und werden dann vom Staat verzockt, bzw. an Parteibuchknechte in den diversen Potemkin'schen Institutionen verteilt.

(Und an die Kolchosendackel und landwirtschaftlichen Kombinate der Prölls)

Selbst die Wirtschaftskammer ist verstaatlicht und hat sich únd ihre Zwangsgebühren in der Verfassung festschrauben lassen.

Daß die ÖVP regelmäßig die 1. Mai Feiern schwänzt, ist nicht länger hinnehmbar, seit sie die Tochterpartei von KPÖ und SPÖ ist. Das Fernbleiben der FPÖ-Nazis ist auch unverständlich, seit sie sich ausschließlich von Staatsknete ernähren.

Die Kubanisierung Österreichs nimmt nordkoreanische Ausmaße an. Monetär und im Polizei - und Justizsektor.

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