Gattin des Präsidenten will 15 Millionen Dollar - Informationen über Blutdiamanten "falsch und bösartig"
Harare - Wegen eines Berichts auf der Grundlage von
WikiLeaks-Enthüllungen soll die Wochenzeitung "The Standard" in Simbabwe 15
Millionen Dollar zahlen. Auf diese Summe hat die Frau von Präsident Robert
Mugabe die Zeitung verklagt. Das geht aus Gerichtsakten hervor, die der
Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlagen.
Die Zeitung hatte über US-Botschaftsdepeschen berichtet, wonach sich Mugabes
Frau Grace und Zentralbankchef Gideon Gono am illegalen Handel mit Diamanten
bereichert haben sollen. Die Edelsteine werden wegen der unmenschlichen
Bedingungen bei ihrer Förderung als "Blutdiamanten" bezeichnet. Grace Mugabe
erklärte in ihrer Klage, die Informationen seien falsch und bösartig und würden
von den Lesern des Blattes geglaubt.
Mugabe und sein Clan hatten das Land jahrzehntelang autokratisch regiert, bis
er 2009 zusammen mit Ministerpräsident Morgan Tsvangirai von der Opposition eine
Regierung der nationalen Einheit bildete. Auf dem offiziellen Edelsteinmarkt
werden Diamanten aus Simbabwe derzeit kaum gehandelt, weil es keine Garantie
gibt, dass bei ihrer Förderung die Menschenrechte respektiert werden. (Reuters)