25 Jahre Literaturverlag Droschl

7. Mai 2003, 13:08
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Jubiläumsfeiern und familieninterne Übergabe - Mehr als 500 Bücher immer noch erhältlich

Graz - "Man hat nur eine Überlebenschance, wenn man klein bleibt und sich spezialisiert", umreißt Maximilian Droschl das Erfolgsprogramm für seinen Grazer Verlag, der sein 25-jähriges Bestehen feiert: Aus diesem Anlass sind nicht nur zahlreiche Veranstaltungen geplant, Maximilian Droschl will dabei gleichzeitig die Verlagsleitung an seine Tochter Anette Knoch übergeben. Im Laufe der Jahre erschienen mehr als 500 Titel, von denen fast alle nach wie vor erhältlich sind.

Maximilian Droschl hatte zuerst eine Galerie, in der er zeitgenössische Kunst, aber auch Schmuck verkaufte. Dann begann er die Autoren, die er über das "Forum Stadtpark" und die Literaturzeitschrift "manuskripte" kennen gelernt hatte, zu verlegen. Das erste erschiene Buch war Gottfried Fabians "Striche", es folgten Werke von Wolfgang Bauer - "den habe ich aus der Mittelschule gekannt" - Helmut Eisendle, Arnulf Rainer und vielen anderen.

Lager als Kapital

"Wir haben viel aufgebrochen, es war mir immer wichtig, die Erstlinge von jungen Autoren zu verlegen. Das ist auch eines unserer Kennzeichen", so Droschl. Ein weiteres Merkmal des Verlages ist es auch, dass nach wie vor so gut wie alle bisher erschienen Bücher gekauft werden können. "Unser Lager ist auch unser Kapital und hat den Vorteil, dass wir nie Bücher verramschen mussten, bei uns ist alles nach wie vor zum normalen Preis zu haben", betonte Droschl.

Finanzielle Unterstützung bekommt der Verlag seit dem EU-Beitritt durch die Verlagsförderung, die zur "Identitätssicherung" an Literaturverlage vergeben wird. "Bis 1988 habe ich nebenbei gearbeitet, um den Verlag zu finanzieren", erzählte Droschl. Ein Glücksfall war der Wechsel Reinhard P. Grubers vom Residenz- zum Droschl-Verlag: 150.000 Bücher des steirischen Erfolgs-Schreibers wurden verkauft. Im Normalfall betragen die Auflagen zwischen 1.000 und 5.000 Stück. Auch finanziell erfreuliche Ausnahmen sind Werner Schwab oder Wolfgang Bauer.

Seit der Verlagsgründung wurden mehrere Reihen gestartet, darunter "Essay" und "Dossier". Die "Dossier"-Bände sind führenden Persönlichkeiten des österreichischen Literaturlebens gewidmet, darunter Ilse Aichinger, Albert Drach, Barbara Frischmuth, Peter Handke oder Peter Rosei. Ein weiterer Verlagsschwerpunkt sind die Übersetzungen, die viele Autoren zum ersten Mal in deutscher Sprache einem Publikum zugänglich machen.

Café für ein Monat

Das Jubiläum wird ab 14. Mai einen Monat lang gefeiert: Das Grazer Cafe Promenade wird mit Bilder von Autoren in den Fenstern zum "Cafe Droschl" umgestaltet. Dort wird vorübergehend auch eine Buchhandlung errichtet werden, in der das gesamte Sortiment erhältlich ist. Eigens kreierte Tassen werden die Namen von Autoren tragen, und zum Kaffee kann man sich Bücher ausborgen und lesen. Ganz wird sich Maximilian Droschl aber nicht aus dem Verlagsgeschehen zurückziehen: "Ich gehe nur einen Schritt zurück und arbeite weiter mit". (APA)

  • Von  14. Mai  bis  15. Juni  wird das   Café Promenade am Rand des Stadtparks von Graz zum "Café Droschl"
    foto: droschl verlag

    Von 14. Mai bis 15. Juni wird das Café Promenade am Rand des Stadtparks von Graz zum "Café Droschl"

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