Kontra Abschaffung Wehrpflicht

Ohne Wehrpflicht kein Geld

15. Dezember 2010, 18:21

Es gibt europaweit kein Beispiel, wo durch die Abschaffung der Wehrpflicht ein besseres Heer entstanden wäre

Es gibt viele gute Argumente für die Abschaffung der Wehrpflicht - und eines, das sie alle relativiert: Es gibt europaweit kein Beispiel, wo durch die Abschaffung der Wehrpflicht ein besseres Heer entstanden wäre. Dabei muss man es gar nicht so tollpatschig angehen wie die Belgier: Dort haben populistische Politiker die Systemänderung angeordnet und überfallsartig umgesetzt. Heute dienen dort in Ehren ergraute Soldaten, die schon vor eineinhalb Jahrzehnten Dienst getan haben, in einer Lebensstellung; Nachwuchs ist kaum zu bekommen, und das Budget stagniert, was real einer Kürzung gleichkommt.

Man könnte das, wie gesagt, besser hinkriegen. Aber selbst die besten Beispiele zeigen, dass der Teufel im Detail steckt - selbst die oft als vorbildlich zitierten Slowaken haben ein zu geringes Budget und in der Folge ernste Probleme mit der Rekrutierung.

Und Österreich? Es hat viel mit Belgien gemeinsam: Auch hier sind die Berufssoldaten in einer Lebensstellung - und es gibt keine gesetzliche Handhabe, sie loszuwerden und laufend durch frische Freiwillige zu ersetzen. Und selbst wenn ein Berufs-Bundesheer nicht die Fortschreibung des Beamtenheeres wäre: Schon bisher haben die Politiker jeder Reform die budgetäre Bedeckung versagt - selbst die notwendigsten Ausgaben werden nur getätigt, weil sie letztlich den Wehrpflichtigen nutzen. Ohne Wehrpflichtige gäbe es bald kein Geld mehr - und auch kein Heer. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2010)

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Posting 1 bis 25 von 105
1 2 3
Und jedem seine eigene Busspur
00
14.1.2011, 10:28
Seidls heisse Luft

Fakt ist, in Europa ist Wehrpflicht ein Auslaufmodell. Österreich wird wohl auch auf diesem Gebiet seine Reformunfähigkeit beweisen, und Herr Seidl wird weiter heisse Luft herausblasen....

master_of_disaster1
00
28.12.2010, 17:02
Es stellt sich wiederum einmal die Frage, was ...

seitens der heimischen Politik gewünscht wird.

Ist es der schnelle Tod des Bundesheeres durch sofortige Abschaffung (das linke Modell) oder ist es der langsame Tod durch stetige und immer scheiternde Reformen (das konservative Modell)?

Ich fürchte nur, dass eines dabei gewiss ist - der letztlich endgültige Tod der österreichischen Landesverteidigung, in welcher Form auch immer...

dr.no3
00
19.12.2010, 07:12
der feind ist das volk

um das gehts

imre
 
02
17.12.2010, 21:53
Wehrpflicht kann nicht schaden!

Mehr Kreativität ist gefragt im Denken dem Sinn von staatsbürgerlichen Pflichten!

http://politik-gesellschaft-oesterreich.suite101.de/article.c... und-nutzen

NONE
30
16.12.2010, 18:52

Ein unwürdiger Artikel.

Herr Seidl geht von einer Prämisse aus die er nicht begründet.

Nämlich das die Abschaffung der Wehrpflicht kein besseres Heer entstehen lässt. Aber wo bleibt die Argumentation das mit der Wehrpflicht ein besseres Heer _gegeben_ wäre? Die bleibt er uns schuldig.

Der Ruhestifter
 
23
16.12.2010, 17:21
Diese pseudo-argumente sind einfach realsatire

Ein heer ist eine institution des staates, welche dieser erhält, um seine sicherheit zu gewährleisten. Nur dadurch ist seine existenz gerechtfertigt. Und nur dann, wenn ein solcher eingriff in grundrechte dazu erforderlich ist, ist im nächsten schritt die wehrpflicht zu rechtfertigen.

Macht sich der autor irgendwie mühe, auch nur ansatzweise die notwendigkeit eines heeres zu argumentieren, dessen aufgaben nur mit der wehrpflicht zu erfüllen wären?

Weit gefehlt! Er geht davon aus, dass das heer keine argumentierbare funktion mehr hat und daher kein budget bekäme. Dass es aber dennoch irgendwie existieren müsse und man die wehrpflichtigen brauche, damit die geld brauchen, welches dann das heer braucht.

Einfach krank.

NONE
20
16.12.2010, 18:54

Stimme ihnen zu.

Der Mitdenker
14
16.12.2010, 17:08
Unsinn

Unser Heesr besteht aus zwangsverpflichteten und daher unmotivierten Grundwehrdienern und pragmatisierten und daher auch weitgehend unmotivierten Berufssoldaten. Daher sofortige Abschaffungnder Wehrpflicht, Einführung eines Berufsheers mit attraktiven Rahmenbedingungen - die Polizei hat keine Nachwuchsprobleme. Das wäre wesentlich effizienter und effektiver als unser derzeitges System.

chris hopeman
11
16.12.2010, 18:41
ZIB2 15.12. Interwiew mit Grundwehrdiener LOL

Man bewahre uns vor solchen Landesverteidigern. Siehe Interview mit Grundwehrdiener in ZIB2 15.12. Auf die Frage warum er sich entschieden hat den Wehrdienst zu leisten war die Antwort:" Ich habe mich dazu entschlossen, weil mein Vater gesagt hat, dass dies für die Charakterbildung nötig ist" (eventuell nicht wortgetreu zitiert)
LOL
Charakterbildung beim BH???
LOL
Und weiter der junge Mann: " Ich hätte nie gedacht, wie gut man beim BH herausfinden kann wo die Grenzen meines menschlichen Körpers sind." (bis auf "menschlichen Körper" eventuell nicht wortgetreu zitiert
LOL
Die Frage wäre halt, ob das Niveau mit einem Berufsheer besser würde..... ohne Intelligenztests bzw. Einstellungstests wahrscheinlich nicht.

Ramba Zambas Sohn
11
16.12.2010, 16:56
Schickt die ´Jungmänner´ doch in ein Buddhistisches Kloster.

Da lernens Demut, Selbstversorgung, Ethik, sich um andere zu kümmern, stärken die Konzentrationsfähigkeit und können bei Katastrophen helfen. Ausserdem kostets nichts. Siehe Buddhistische Länder.

ChesneyB
10
16.12.2010, 16:08

Selbst das BH hat schon begriffen, daß zwangsweise eingezogene Rekruten nicht besonders motiviert sind und mit diesen Leuten einfach nichts anzufangen ist.
Warum daher nicht die Wehrpflicht abschaffen? Es spricht ja nichts dagegen, daß man Freiwillige trotzdem nimmt.

JosyH1
22
16.12.2010, 15:03
Ja und - wer braucht diese Heer heute noch?

Diese Frage sollte man noch vor den Antworten die der Artikel bietet stellen.

the future is bright
01
16.12.2010, 13:37
ein weiterer Aspekt ist:

1 Jahrgang junger Männer - diejenigen die halt zum Heer müssen - 6 Monate früher in der Arbeitslosigkeit oder im Berufseinstieg.

a paar tausend sind das auch jedes Jahr - die Arbeitslosenstatistik wird sich freuen.

Der Ruhestifter
 
00
17.12.2010, 11:57
Das arbeitslosen-argument ist wohl das dümmstmögliche

Alle ökonomen sind sich einig darüber, dass moderne volkswirtschaften in einem konkurrenzkampf stehen, in dem gut ausgebildete arbeitskräfte ein wichtiges asset sind. Wenn die ausbildungszeit verlängert wird, ohne dass damit zusätzliche qualifikationen erworben werden, verschlechtert das die wettbewerbssituation des standorts.

Hingegen kann es sinnvoll sein, ohnehin schlecht vermittelbare menschen vom arbeitsmarkt zu nehmen. Dass in berufsheeren jene personen aufgefangen werden, die in der freien wirtschaft ohnehin nicht vermittelbar wären, ist daher ökonomisch ein vor-, kein nachteil.

Roter Baron
21
16.12.2010, 13:23
Ohne Wehrpflichtige gäbe es bald kein Geld mehr - und auch kein Heer.

und das ist gut
das spart nämlich das meiste geld.

roter baron

Van Braun
45
16.12.2010, 13:20
Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

1.) Wehpflicht abschaffen
2.) Wehpflicht für Männer und Frauen

Der Status quo ist inakzeptabel.

Fred Wirtschaftsflüchtling
20
16.12.2010, 13:19
Wehrpflicht abschaffen ist auch nur der erste Schritt.

goofy63
00
16.12.2010, 13:04
Besser wäre diesen Verwaltungsapparat abzubauern

Das BH besteht ja zu einem Großteil ich würde sagen rund 70 Prozent aus Verwaltungsbeamten in Uniform oder auch in Zivil. Hier wäre noch jede Menge Einsparungspotenzial. Jedes Jahr werden zig Offiziere und Unteroffiziere ausgebildet die keiner mehr braucht. Das OBH hat Kommandostrukturen die ausreichen um Armeen eines ganzen Kontinents zu führen. Nur bei den Rekruten, die noch irgendetwas mehr oder weniger Produktives leisten, soll gespart werden. Das ist der falsche Ansatz. Nicht die Wehrpflicht aussetzen sondern die Ausbildung der Häuptlinge aussetzen.

Baer8
12
16.12.2010, 12:29
Wer garantiert die Loyalität eines Berufsheeres gegenüber der Bevölkerung...

Wir bezahlen das Heer zwar aber ein radikaler Politiker könnte es mißbrauchen und auf die Menschen hetzen. Es wäre ja nicht das Erste mal.

Ratlos
00
16.12.2010, 12:03
Sehr guter Kommentar. Wehrpflicht ja oder nein ist ja nicht das Hauptproblem des Heeres sondern dass keine einzige Reform des ÖBH - und derer gab es viele - budgetär bedeckt wurde. Für das Bundesheer würde auch als Berufsheer zu wenig Geld...

da sein.

Aber wir investieren es ja lieben in Zukunftsbereiche wie Bildung, Forschung....oh, sorry, war gerade in der Schweiz.

gärtner
22
16.12.2010, 13:15

ein abschaffen der wehrpflicht wär die größte bildungsinvestition seit langem.

jeder junge mann wird in seiner ausbildung praktisch ein jahr zurückgeworfen, weil er sinnlose arbeiten für das heer verrichten muss.

noch dazu in einem alter wo man am lernfähigsten is.

Ratlos
00
17.12.2010, 07:35
Ihr Optimismus ist ja erfrischend aber irgendwie bezweifle ich das die meisten jungen Menschen die "eingesparte" Zeit des Wehrdienstes 1:1 in Bildung umsetzen werden.

Randalf X.
11
16.12.2010, 17:18
Irrtum

Gerade die Wehrpflicht bildet die jungen Männer in einer sehr wesentlichen Art aus. Nach der Schule geht es darum sich auf die Anforderungen der Wirtschaft (Pünktlichkeit, (Selbst-)Disziplin, Genauigkeit, Teamarbeit) vorzubereiten.

Ich habe es mit dem Heer geschafft wirtschaftstauglich zu werden ohne Jobwechsel, Arbeitslosigkeit und vielen Enttäuschungen.

Economy Showdown
00
16.12.2010, 11:32
Schafft die Waffengesetze allesamt ab!

Dann braucht es kein Heer. Siehe Afghanistan: Dort gibt es auch keine Waffengesetze und die besten Armeen der Welt haben dort kein Chance gegen die um Freiheit kämpfenden Einwohner! ;-)

PS: Mit einem Totalverlust des Heeres bin ich voll zufrieden, da die Exekutive kein wirksamen Schutz gegen den gerechten Volkszorn darstellt.

Auch wenn ich den Darabos für die größte Rote Null im Land halte: Weiter so Burgenlandler! Demontiere das Heer!

mephisto6379
00
16.12.2010, 15:56

"gerechter volkszorn"??????

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