Nach Wikileaks

EU will verstärkte Sicherheitsbestimmungen

14. Dezember 2010, 16:51

"Wir planen keine Maßnahmen gegen Wikileaks"

Straßburg - Infolge der Wikileaks-Affäre muss nach Worten von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso auch die EU ihre Sicherheitsbestimmungen verstärken. Barroso sagte am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg, was den USA passiert sei, könnte auch anderswo geschehen. Insbesondere im Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) müsste die Sicherheit erhöht werden.

"Was das europäische System anlangt, gibt es auch keine 100 prozentige Sicherheit", sagte der Kommissionschef. Die EU sei hier gerne bereit, mit den USA zusammenzuarbeiten. Es müsse ein Gleichgewicht aus Datenschutz und Grundfreiheiten geben. Barroso versicherte auf eine Frage des freiheitlichen Europaabgeordneten Franz Obermayr: "Wir planen keine Maßnahmen gegen Wikileaks."

Barroso lehnte es mehrfach ab, sich zur Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange zu äußern. "Ich bin kein Gericht", betonte er. Assange soll in Schweden wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung zweier Frauen befragt werden. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen und von einer Intrige gesprochen.

Die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton bespreche das Thema Cybersicherheit mit den wichtigsten internationalen Partnern und habe darüber schon mit US-Präsident Barack Obama und dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin gesprochen. "Da gibt es schwerwiegende Bedrohungen", sagte Barroso. Er verwies auf Hacker-Angriffe auf estnische Regierungsstellen in der Vergangenheit. Die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström habe unlängst einen Vorschlag für ein EU-Zentrum für Cyber-Sicherheit gemacht.

Der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda meinte, dass Cyber-Kriege und Hacker-Angriffe wie sie im Gefolge der Wikileaks-Affäre auf die Finanzdienstleister Visa, Mastercard und Paypal erfolgt seien, noch immer "eine unterschätzte Angelegenheit" wären. Die beiden Kreditkartenunternehmen sowie das Online-Bezahlsystem hatten vergangene Woche die Zahlungsmöglichkeiten an Wikileaks eingestellt. Swoboda plädierte für gemeinsame Sicherheitsstandards von EU und den USA in diesem Bereich. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
Adolf Ogi
00
weniger Sicherheit

dafür mehr Offenheit, täte der Demokratie auch nicht schlecht. Nach dem Wahnsinn des Ersten Weltkriegs gab es einmal die Parole "Nie wieder Geheimdiplomatie!". Diese Forderung ist aber irgendwie heute komplett vergessen worden.

Wolfgang Keim
00
30.1.2011, 22:22
das ungeschützte Telefon =

ein Criminality lobby law;
das Junkpafüm, junk Chemicals etc., der antennenlose Funk - Handy und Bureau-Printeremission
= junkproduction lobby law der Bush aera.
Man sollte nicht so viel jammern über Wirthschaftsprobleme wenn man zu blöd ist das abzuschaffen!

Joe_Chip
01
ich erkläre hiermit

Sicherheit zum Unwort de Jahrhunderts!
was sollen diese verdammten sicherheitsdiskussionen?
mit sicherheit werden gremien und ausschüsse gebildet von UN- bis gemeindeebene, die mit sicherheit ein haufen geld verbrauchen um politikern uÄ, die mit sicherheit zu einem grossteil nicht wissen von was sie reden.
Den Bürgern kostet dieser ganze schwachsinn mit sicherheit einen haufen geld.
Es ist erschreckend anzusehen mit welchem tempo sich intellekt und sozialverhalten rückwärts entwickeln!

Schweinsbratenfan
04
15.12.2010, 14:42

Wäre es BITTE möglich, den Begriff der "Vergewaltigung" nicht einfach unkommentiert stehen zu lassen? Er weckt bei den mit der schwedischen Rechtssprechung nicht so vertrauten Lesern einen völlig falschen Eindruck über den Hintergrund der Vorwürfe bzw. den angelasteten Tatbestand.
DANKE.

Gilad_1510
00
29.12.2010, 11:49
und das wäre jetzt was?!

ach so, wenn eine frau "nein!" sagt, heisst es eigentlich "ja" oder was?!

Schweinsbratenfan
00
29.12.2010, 19:43

Darum geht es weder in meinem Posting noch in der Anzeige. Darum ja auch mein Posting...
Inhalt der Anzeige ist vielmehr, wie es dazu kam, daß gewollter Geschlechtsverkehr in beidseitigem Einvernehmen in einem Fall ohne Kondom, im anderen mit verrutschtem/gerissenen endete. Dieser Tatbestand fällt in Schweden unter den Begriff "Vergewaltigung", während man sich darunter hierzulande eher etwas mit Gewalteinwirkung vorstellt.
Jetzt unkommentiert "Vergewaltigung" zu schreiben erzeugt also in meinen Augen in einer österreichischen Zeitung einen Eindruck, der die Person in ein wesentlich verbrecherisches Licht setzt als angebracht.

ohromat
07
15.12.2010, 14:27

und für mich bringt swoboda ein weiteres argument, warum die spö für mich immer unwählbarer wird.

zimbo
 
01
15.12.2010, 14:42
Mal sehen, wenn Slowakei aus dem Euroraum austritt,

Vielleicht wird aus ihm wieder ein kaum hörbarer Provinzpolitiker.

Das "Sicherheitspaket" für Somalia hat er auch unterzeichnet.Vielleicht auch deshalb seine Brillen in drohnenblutrot.

jodaflo
 
01
15.12.2010, 15:57
drohnenblutrot....modefarbe der saison

Dormouse
01
15.12.2010, 14:15

in den geschichtsbühern wirds dann irgendwann mal zu unserer zeitperiode heissen: "europa versank im bügerkrieg, nachdem man das gesamte gebiet zum totalitären überwachungsstaat ausgebaut hatte" falls es dann noch geschichtsbücher gibt bzw. menschen, die sie auch lesen...

Synchronschachklub "Rudolf Nurejew"
07
15.12.2010, 13:59
und wieder prescht swoboda für mehr "sicherheit" vor.

gab es in den letzten jahren irgendeine eu-initiative zur einschränkung von informationsrechten, an der er nicht massgeblich beteiligt war? selbstverständlich nehme ich nicht an, dass das damit zu tun haben könnte, dass seine lebensgefährtin im vorstand von siemens sitzt.

zimbo
 
02
15.12.2010, 14:47
Verrat lohnt sich eben (Ederertausender), Greenzone, wie Bluezone.

unbequem
01
15.12.2010, 13:51
Bündnis der Verschweiger..

Schon sehr interessant ,dass Barosso verheimlichen will!!!
Schätze gelingen tuts nur nicht!!!!

Baer8
07
15.12.2010, 12:51
Man will die Bürgerrechte einschränken wo immer es geht...

Unter der Vorspiegelung fiktiver Bedrohungsbilder versucht man all das bereits von unseren Vorfahren Erkämpfte wieder ungeschehen zu machen weil Bürgerrechte den Bonzen ein Dorn im Auge sind.

jodaflo
 
00
15.12.2010, 15:59
die cyberterroristen werden uns alle mit ddos attacken wegbomben....lauft

wolfi332
014
15.12.2010, 12:28
Zustimmung von Herrn Swoboda für Kriegsverbrechen der USA im Irak

Da von Herrn Swoboda bisher keinerlei Distanzierung von den auf Wikileaks veröffentlichten Beweismittel für Kriegsverbrechen der USA im Irak zu vernehmen war, muß ich davon ausgehen, daß die nun aufgedeckten Kriegsverbrechen der USA die vollste Zustimmung von Herrn Swoboda finden.

Insofern gesehen ist Herr Swoboda eine Schande für jeden Österreicher mit Zivilcourage !!!

Paris Texas
00
15.12.2010, 13:28

es gibt keine ö. politiker mit zivilcourage (oder..?).
aber zivilcourage ist auch nicht das thema am parkett der diplomatie, da dort eben nicht zivil, sondern politisch agiert wird. und da ist "unser" thema: neutralität. und das ist auch wirklich gut so.

wolfi332
03
15.12.2010, 13:42
wenn dem tatsächlich so wäre, ...

warum plädiert dann Swoboda für "...gemeinsame Sicherheitsstandards von EU und den USA".

Mein Eindruck ist, daß Österreich die von ihnen behautete Neutralität längst über Bord geworfen hat, da beispielsweise auch die Bankdaten von uns allen von Frau Fekter an den Folterstaat USA für deren fragwürdige Aktivitäten weitergegeben wurde.

Das diesbezügliche Abkommen ging damals ja ohne großen Aufschrei der Bevölkerung durch die heimische Presse.

Paris Texas
00
15.12.2010, 13:58

ja, stimmt wahrscheinlich. ö sollte seine neutralität wieder finden bzw. stärken. DAS sollte "unsere" aussenpolitische aufgabe sein in wahrheit.

jodaflo
 
01
15.12.2010, 16:01
österrich sollte ein vorbild für die welt sein! möglich wäre es ja...die intelligenzdichte ist da, nimmt nur in regierungskreisen zunehmend ab, dafür nimmt die konzerntreue zu

Exbeamter
13
15.12.2010, 12:19
wie wärs mal mit einer attacke auf das eu netzwerk.

Paris Texas
01
15.12.2010, 12:11

sicherheitsbestimmungen verschärfen und verschärfen und verschärfen .. so gehts ja schon jahrelang dahin, auf allen erdenklichen ebenen .. ich glaube, irgendwann klappt das nicht mehr. umdenken die einzige option.

David Zot
03
15.12.2010, 12:01
Ihr könnt mich mal...

ü-strichal
02
15.12.2010, 11:59
"EU will verstärkte Sicherheitsbestimmungen"

was sich für mich anhört, als ob sich die großkopferten in der eu noch besser vor der eignen bevölkerung schützen wollen ...

denn im gegenzug wird natürlich die vorratsdatenspeicherung weiterhin gefordert und wird wohl nicht gekippt werden ... sind ja schließlich NUR die daten des dummen volkes ...

es is zum speim ...

Gilgamesh
01
15.12.2010, 11:32

Ach..

Aber UNSERE Daten werden großzügig an die USA weitergegeben...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.