Jeffrey Bewkes sieht Tage des Streaming-Dienstes gezählt - "werden Welt nicht erobern“
Die Angst vor Streaming-Diensten wie Netflix und Angeboten wie Google TV sitzt traditionellen TV-Netzwerken, Kabel- und Satellitenfernsehanbietern offenbar tief im Nacken. So haben bereits zahlreiche US-Sender haben ihre Angebote für Google TV blockiert. Time Warner-Chef Jeffrey Bewkes sieht in Netflix eine Bedrohung für Produzenten und Kabel-TV-Anbieter gleichermaßen. Er glaube aber nicht, dass der Dienst eine Zukunft haben werde. "Das ist ein bisschen wie (die Frage), ob die albanische Armee die Welt erobern wird", so der CEO im Interview mit der New York Times.
Günstige Deals
Netflix bietet in den USA Filme und TV-Sendungen als Streams gegen eine niedrige Monatsgebühr an. Dafür hat das Unternehmen entsprechende Lizenzverträge geschlossen. Doch die Deals sind bislang offenbar deutlich günstiger ausgefallen als die Verträge mit Anbietern von Kabel- und Satellitenfernsehen. So habe das Unternehmen 2008 einen Vertrag mit dem Pay-TV-Kanal Starz für Filme von Sony und Disney in der Höhe von 25 Millionen US-Dollar pro Jahr abgeschlossen. Kabel- und Satelliten-Netzwerke hätten dafür jedoch Hunderte Millionen Dollar für die gleichen Filme gezahlt.
Neue Verträge nicht mehr leistbar?
Der Vertrag läuft laut dem Bericht 2011 aus und es ist nicht davon auszugehen, dass sich Starz nochmals auf einen derartigen Handel einlässt. Analysten rechnen damit, dass Netflix nun eher eine Summe in Höhe von 250 Millionen Dollar pro Jahr zahlen müsse. Das könne sich das Unternehmen, das von seinen Abonnenten 8 Dollar im Monat verlangt, jedoch nicht leisten.
Von neuer Hoffnung zu neuer Bedrohung
In den späten 90ern habe die Unterhaltungsindustrie ihre Hoffnung in Netflix als neuen Distributionskanal für Leih-DVDs gesetzt. Doch es habe dazu beigetragen, dass die DVD-Käufe gesunken seien, so Bewkes. Durch den Erfolg des Streaming-Dienstes von Netflix wird nun befürchtet, dass es den Kabel-TV-Anbietern Kunden abspenstig macht. Die Produzenten von TV-Serien scheinen durch die Netflix-Deals vorsichtig geworden zu sein. Wenn eine Show einmal über Netflix verfügbar sei, könne man sie nirgendwo anders mehr verkaufen, meint Bewkes. Der Time Warner-Chef sieht Netflix als Ergebnis eine Ära, in der mit neuen Diensten experimentiert wurde, die nun jedoch zu Ende gehe. (red)
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