Luxus in Wien

Nouvel-Hotel am Donaukanal eröffnet

13. Dezember 2010, 14:54
  • Artikelbild
    foto: apa/georg hochmuth

    Bei der Gestaltung des Baus arbeitete Nouvel mit mehreren Künstlern zusammen.

  • Artikelbild
    foto: apa/georg hochmuth

    Für die Gestaltung der Hotelzimmer waren die Franzosen Alain Bony und Henri Laboile verantwortlich.

    Informationen: Sofitel Wien

"Sofitel Vienna Stephansdom" mit "Softstart" am Dienstag - Monochrome Zimmer in grau, weiß, schwarz - Preise bis 3.000 Euro pro Nacht

Wien - Ab morgen, Dienstag, gibt es in Wien eine Nobelherberge mehr: Dann eröffnet das vom französischen Architekten Jean Nouvel designte "Sofitel Vienna Stephansdom" am Donaukanal. Der 5-Sterne-Deluxe-Bau wird von der französischen Gruppe Accor betrieben. Nouvel verantwortete nicht nur die Architektur, sondern auch das Interieur: Er konzipierte auch die Einrichtung der 182 Zimmern und Suiten, die zwischen 250 und 3.000 Euro pro Nacht kosten. Weithin sichtbar ist der Bau wegen seiner bunten Lichtdecke im Panoramarestaurant im 18. Stock, die von der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist gestaltet wurde.

"Es war mir wichtig, die Stadt zu bereichern", erklärte Nouvel am Montag in einer Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der Luxusherberge. Gemäß seiner Devise des "kontextuellen Bauens" beschäftigt sich der Franzose bei seinen Kreationen eingehend mit der umgebenden Struktur - so auch in Wien: "Ich wollte einen Dialog mit der historischen Stadt schaffen."

Der imposante Bau ragt am Donaukanal wie eine Skulptur in 75 Meter Höhe. Dabei neigt sich das Haus dem gegenüberliegenden Media-Tower mit seinem charakteristisch gekippten Winkel entgegen. Die beiden Türme sollen so ein neues, architektonisches Tor zur Leopoldstadt bilden. In Nouvels Arbeit spielte auch das Licht beziehungsweise dessen Reflexionen eine wichtige Rolle. Die Fassaden haben je nach Himmelsrichtung eine andere monochrome Farbe: grau im Süden, schwarz im Westen, weiß im Norden und transparent im Osten.

Die Zimmer stellen eine Fortsetzung der Fassade dar, das Interieur stammte ebenfalls von Nouvel: "Für mich endet die Architektur nicht an der Fassade", so der Franzose. Es gibt drei Zimmertypen, die jeweils komplett in einer Farbe gehalten wurden: weiße Räume im Norden, graue im Süden und drei schwarze Räume im Westen. Die Ausstattung ist puristisch im Design. An den Wänden hängen keine Bilder - vielmehr dienen die Fenster als solche, mit dem Ausblick auf Wien als Motiv.

Im letzten Stock befindet sich das luxuriöse Panoramarestaurant "Le Loft" mit einem Rundum-Blick auf Wien. Für das Küchenkonzept ist der Elsässer 3-Hauben-Koch Antoine Westermann verantwortlich.

Bei der Gestaltung des Baus arbeitete Nouvel mit mehreren Künstlern zusammen: So schuf Pipilotti Rist bunte Lichtdecken im Hoteleingang und im Foyer, im Wintergarten und im Restaurant. Die farbigen Werke sollen einen Kontrast zu den dominierenden Tönen schwarz, weiß und grau bilden, heißt es. Mit einer "grünen Wand" fand auch ein Stück Natur Platz im Hotel. Der französische Künstler Patrick Blanc schuf auf einer Stahlkonstruktion vor einer benachbarten Feuerwand einen vertikalen Garten. Für die künstlerische Gestaltung der Hotelzimmer waren die Franzosen Alain Bony und Henri Laboile verantwortlich: Sie verschönerten die Wände dezent, unter anderem mit Texten.

Morgen startet das "Sofitel" mit einem "Soft Opening", damit sich der Betrieb einspielen könne, erklärte eine Sprecherin des Hotels. Mitte März 2011 sei die "große Eröffnung" geplant. Bereits im vollen Betrieb ist das Design-Kaufhaus "Stilwerk", das in den ersten vier Etagen des Baus Wohnwaren und Lifestyle-Accessoires anbietet.

Bauherr ist die UNIQA-Gruppe, die bis 2004 am selben Standort ihre Zentrale hatte. Dann siedelte das Unternehmen in einen Nahe gelegenen Neubau. Das alte Gebäude wurde abgerissen und in dreijähriger Bauzeit als Nouvel-Turm neu errichtet. Die Nettobaukosten betrugen 140 Mio. Euro. (APA)

-> derStandard.at/Reisen auf Facebook.

Kommentar posten
10 Postings
Werdet Follower von mir und ge...
10

die russischen nut*en die zum hotel dazugehören bitte nicht vergessen!

nichtkaefer
04
14.12.2010, 12:03
Leider vermitteln sich die architektonischen Qualitäten

... des Hauses nicht nach außen sondern nur für zahlende Gäste. Vielleicht ist es ein Zeichen der Zeit, dass man sich um 'Außenwirkung' nicht mehr kümmert. Für die Gäste gibt's bestimmt einen Shuttle-Bus der sie am Schwedenplatz wieder aussteigen lässt.

rohrspatz
00
14.12.2010, 16:35
schon mal

abends oder des nächtens vorbeigefahren?

k:t,
01
14.12.2010, 10:51
würde gerne wissen

was sich Frau Rist bei ihrer Arbeit gedacht hat...eine riesige Nase, aus der Glitter strömt, und das als Decke in/neben einem Restaurant? sehr gschmackig...

Araquin
22
13.12.2010, 23:28
Niederiger wär's auch gegangen

Dieses Zubetonieren des Kanals mit viel zu hohen Glas-Betontürmen hätte nie gestattet werden dürfen.

red bush
01
14.12.2010, 02:02
Also das viel größere Problem des Donaukanals sind die ihn

begleitenden, mehrspurigen Straßen. Und sicher nicht, dass mitten in einer Stadt Häuser gebaut werden, die höher sind als die in der Innenstadt von Baden bei Wien.

Edain
12
14.12.2010, 01:20

Sehen Sie's als Chance. Alles ist besser als die braunen 60er-Jahre-Klötze, die momentan den Kanal schmücken (wobei ich an anderen Stellen in Wien diese sehr gerne restauriert sehen würde, sind ja ein Stück Geschichte). Momentan könnte man schön auf der einen Seite des Kanals durchgängig moderne Architektur bringen, auf der anderen Seite (Innenstadt) das historische Ensemble so gut wie möglich bewahren und pflegen. Wenn man dann noch die Verkehrshölle bändigt, wäre das ein wundervolles Areal zwischen Alt und Neu inklusive Fluss. Im Großen hätte man dann ein "Band" moderner Architektur am Fluss, ansonsten historischen Bestand (1., 2., 20.) - würde gut aussehen - in jedem Fall schöner als das derzeitige Minsk-Flair.

Edain
02
13.12.2010, 21:40

Die bunten Decken sind vA bei Nacht ein richtiger Blickfang vom Schwedenplatz aus - wirklich ein gelungener Bau. :)

Schicke Schickse
01
13.12.2010, 20:04
das innendesign des hotels ist wunderschön.

da wohnt man gerne! gratulation!

werwolfi
16
13.12.2010, 18:32

auf den ersten blick ist der bau ja eher zurückhaltend - speziell abends wird es mit den beiden Rist-decken aber richtiggehend spektakulär - sehr gelungen.

das einzig dumme: der architektonisch ohnedies zuvor schon eher schlappe News-tower schaut daneben noch erbärmlicher aus.... ;oP

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.