Der Dopingskandal weitet sich aus, der Sportminister beruhigt die Nation und betont die Sauberkeit
Madrid - Die Operación Galgo spitzt sich zu. Die spanische Polizei
hat
im neuen Dopingskandal anscheinend wichtige Beweismittel konfisziert.
Wie der Radiosender Cadena Ser berichtete, liegen der Guardia Civil
Mitschnitte von Telefongesprächen, Fotos und sogar Videos vor, die
Sportler beim Blutdoping zeigen. Im Haus des Leichtathletik-Trainers
Manuel Pascua Piqueras wurden laut der Tageszeitung El País außerdem
vier Beutel mit Restspuren von Blut gefunden, die darauf hinweisen, dass
dort erst vor kurzem ein oder mehrere Sportler Eigenblutdoping betrieben
hätten.
Pascua soll zu den sieben Personen gehören, die den Kern des
Dopingrings
bilden. Neben Pascua und dessen Ehefrau Maria José Martinez, die
ebenfalls als Trainerin arbeitet, gelten der Arzt Eufemiano Fuentes, der
Leichtathletik-Agent José Alonso Valero, der frühere
5000-m-Europameister Alberto García, der ehemalige Mountainbiker Alberto
León und der Trainer von Hindernis-Weltmeisterin Marta Domínguez, César
Pérez, als Drahtzieher.
Insgesamt wurden 14 Verdächtige vorübergehend festgenommen, auch die
schwangere Domínguez. Sie wurde mittlerweile als Vizepräsidentin der
Verbandes suspendiert.
Von einem Flächenbrand will der spanische Sportminister allerdings
nicht
sprechen. "99 Prozent der großen spanischen Erfolge in der goldenen Ära
hatten nicht mit Doping zu tun", sagte Jaime Lissavetzky und fügte an:
"Der überwältigende Teil unserer Sportler ist sauber. Spanien ist ein
Vorreiter im Kampf gegen Doping." (sid)