Schulstruktur

Regierung findet bei Bildungspolitik keine gemeinsame Linie

12. Dezember 2010, 18:06

Annäherung zwischen SPÖ und ÖVP bei Frage der Schulformen nicht in Sichtweite

Wien - "Es ist verständlich, dass sich die SPÖ schützend vor die Bildungsministerin Claudia Schmied stellt. Jetzt aber die Gesamtschule durchpeitschen zu wollen ist eine Missinterpretation der Pisa-Ergebnisse", sagt der Sprecher von Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll (ÖVP).

Damit geht die Debatte in der Koalition um Österreichs Bildungssystem in die nächste Runde. Denn der Sprecher Prölls macht auch klar: Die ÖVP bleibt bei ihrer Linie. "Es sind Zweifel angebracht, die Gesamtschule als Allheilmittel anzupreisen, in der gute und schlechte Lehrer, gute und schlechte Schüler durcheinandergemischt werden. Das verschärft das Problem mehr, als es zu lösen." Damit wischt er die Forderungen von Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann vom Tisch, der sich am Freitag für eine gemeinsame Schule bis 14 und Ganztagsschulformen ausgesprochen hat.

Fischer auf Linie mit SPÖ

Unterstützung kriegt der Kanzler von Präsident Heinz Fischer, der sich im "Kurier"-Interview auf die Seite seiner ehemaligen Parteifreunde von der SPÖ stellt - mit der Begründung, in den Ländern, die beim Pisa-Test gut abgeschnitten haben, komme die gemeinsame Schulform bereits zum Einsatz. Für die Einführung der Gesamtschule ist auch der evangelische Bischof Michael Bünker. Wiens Erzbischof Christoph Schönborn wiederum bezeichnet die Bildungslage als "ernst".

Fischers Anliegen, zwischen SPÖ und ÖVP sowie Bildungsexperten Brücken zu bauen, dürfte schwierig werden - zumal Rot und Schwarz auch bei den Unis ständig aneinandergeraten. VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger verteidigt den Parteivorschlag zum Uni-Gesetz gegenüber der Kritik von SP-Klubchef Josef Cap, der sich strikt gegen Knock-out-Prüfungen ausgesprochen hat: "Die Haltung der SPÖ verwundert mich, da sie bei der Erstellung des Entwurfs eingebunden war." (nik/DER STANDARD-Printausgabe, 13.12.2010)

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13 Postings
Alfred Moosbrugger
11
15.12.2010, 18:01

nun ja. in die erste leistungsgruppe kam ein schüler (gesamtschule volksschule, note sehr gut in deutsch), der nicht einmal "gehen" in der ersten person im präsens durchkonjugieren konnte.

so viel zur gesamtschule, dem allseligmachenden erfolgsmodell und zur angeblich dort stattfindenen förderung.

Reg.Rat Borromäus Maschitz
10
13.12.2010, 18:23
die gesamtschule "volksschule" ist gescheitert!

der letzte pisa-test zeigt die erschreckenden lese-verständnisprobleme auf.
dass die spö auf ihrer gesamtschullinie weiter beharrt, zeugt von extremer unbeweglichkeit und ideologischem starrsinn!

Alfred Moosbrugger
03
13.12.2010, 12:53
Maßnahmen mit Erfolgsgarantie im Bildungsbereich:

1. Grundlegende Deutschkenntnisse als Voraussetzung für die Aufnahme, ansonsten Förderprogramm
2. Klassengrößen tatsächlich auf 25 senken, ohne Klauseln und Hintertürchen
3. die Stundenkürzungen unter Gehrer rückgängig machen (GS, D)
4. Image des Lehrers aufwerten und Salär tatsächlich erhöhen und nicht von "zeitgemäßen Entlohnungsmodellen schwafeln" =de facto Kürzung des Gehalts und Senkung der Lebensverdienstsumme, was den Beruf unattraktiv macht.
5. Universitäre Lehrerausbildung erhalten und zwar als Abschluss den Master! (Keine Lehrer zweiter Klasse, keine Schmalspurausbildung auf PÄDAKs und parteinahen verhaberten Instituten.

wakeup
00
13.12.2010, 13:06
Paradigmenwechsel ist nötig...

Viel wichtiger als ihre Maßnahmen sind Regeln, die eine Sozialstruktur begünstigen, welche ein schöpferisches, kreatives und freundliches Miteinander gestatten. Dazu ist aber ein Paradigmenwechsel in den diversen Weltbildern der meisten Menschen notwendig. Die Veränderung des Schulsystems wird also nur sehr, sehr langsam stattfinden.

Alfred Moosbrugger
00
15.12.2010, 18:00

ganz genau: nur dann, wenn man zuerst die punkte 1-5 abarbeitet.

sam duke
00
13.12.2010, 09:17
die selbstbewussten österr. bildungsexperten

zeigen immer auf die anderen länder, wo es angeblich besser funktionert. dass solche selbstbewussten typen nichts weiterbringen, ist auch offensichtlich-
zu den finnen. die können der ganzen welt locker ein u für ein x vormachen, bei der komplizierten sprache.

oiso
00
13.12.2010, 08:16

ich verstehs nicht, seit jahrzehnten weiss man, dass es efolgreichere schulsysteme in andere ländern gibt und bei uns wurden nie strukturell tiefgreifende reformen durchgeführt. solange die övp mitregiert, wirds wahrscheinlich auch nicht dazu kommen.

und wie ich uns österreicher kenne, wird die pisa-studie auch nicht zu einem umdenken führen, sondern lediglich den leistungsdruck auf kinder, lehrer und eltern erhöhen. schule muss aber ein ort sein, wo sich alle wohlfühlen und kinder ihren ganz natürlichen leistungswillen entfalten können. in unseren heutigen schulen, wird oft genug interesse im keim erstickt, individuelle bedürfnisse und talente nicht ausreichend beachtet, kinder aus bildungsferneren schichten systematisch benachteiligt ..

Bekka
 
00
13.12.2010, 13:21
die övp ist ein hoffnungsloser fall

da hilft nur mehr ein (stimmliches) absinken in die absolute bedeutungslosigkeit.

solange die noch etwas zu sagen haben, blockieren sie alles.

Reg.Rat Borromäus Maschitz
10
13.12.2010, 18:27

die spö bezahlt seit jahren den boulvard für eine gute presse.
wie dieses system bereits wirkung zeigt, ist ihrer stellungnahme zu entnehmen. die gehirnwäsche zeigt wirkung!

die gesamtschule ist aber gescheitert, wie sonst ist zu erklären, dass die gesamtschule volksschule beim lesen lernen völlig versagt hat?

chg4711
00
13.12.2010, 07:14
Klug sein ist nicht "cool" genug.

Ich glaube nicht, daß die Pisa Ergebnisse an der Schulform (Gesamtschule oder nicht) liegen, auch nicht daran, von wem die Lehrer bezahlt werden. Es liegt wohl an der Gesamtsituation aus Schule, Elternhaus, Gesellschaft, Medien. Daher kann auch eine Änderung des Schulsystems keine grosse Verbesserung bringen. - Und schnell geht das schon gar nicht. Es sollte ein Prozess des Umdenkens in Gang gebracht werden. Die Medien können us alles Mögliche einreden, warum nicht, daß es wunderbar ist, gescheit zu sein ?

periphere tangentialita:t
00
13.12.2010, 06:46

wo, außer beim abzücken der unteren bis mittleren schichten haben diese vertreter, im wahrsten sinne des wortes, eine gemeinsame linie?

ich habe sie noch nciht finden können.

Buffy die Vampirjägerin
06
12.12.2010, 18:50
Was hat die VP nur geraucht?

Die anderen Länder (außer Deutschland), alle Experten - selbst die eigenen, sonst als Parteigänger bekannte Leader wie Leitl oder die IV, alle sagen, Gesamtschule ist besser - außer der Lehrergewerkschaft.
Und was hören wir alle Jahre wieder:
"Njet - Einheitsbrei".

schweinebucht
03
12.12.2010, 18:41
@kaltenegger

Im Gegensatz zur ÖVP scheint es in der SPÖ auch Leute (Cap) mit einer eigenen Meinung zu geben. Auch wenn sich diese nicht mit einem Koalitionspapier deckt.

Darf man den in der ÖVP keine eigene Meinung haben? Einige Rufer aus ÖVP-Kreisen waren ja durchaus schon zu vernehmen, nur Kaltenegger und Co sind taub.

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