Erleichterung nach Klimagipfel

12. Dezember 2010, 18:10
  • Artikelbild
    foto: reuters/romero

    Mexikos Außenministerin Espinosa (li.) und UN-Klimachefin Figueres freuen sich.

  • Artikelbild
    foto: ap/leal

    NGO-Aktivisten versehen ihr Statement dagegen mit einem Fragezeichen.

Die internationale Gemeinschaft hat sich auf Eckpunkte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt

Jetzt hoffen viele auf den nächsten Gipfel in Südafrika 2011.

*****

Nach einem dramatischen Verhandlungsmarathon stieg um kurz nach drei Uhr morgens am Samstag in Cancún doch noch weißer Rauch auf: Die Delegierten aus 194 Ländern hatten sich auf einen Minimalkonsens verständigt, um den internationalen Klimaprozess weiterhin am Leben zu erhalten.

Das per Konsens verabschiedete und im Plenum mit viel Applaus begrüßte Rahmenpaket schreibt die unverbindlichen Vereinbarungen vom Gipfel in Kopenhagen 2009 verbindlich fest, darunter die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad Celsius.

Außerdem wird bis 2020 ein Fonds von 100 Milliarden Dollar jährlich eingerichtet, aus dem die Entwicklungsländer Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel finanzieren. Es wurde ein Mechanismus namens REDD+ geschaffen, um die Wälder vor Abholzung zu bewahren und die Aufforstung zu unterstützen, da die Wälder einer der wichtigsten Ausgleichsmechanismen zur Vermeidung des Treibhauseffektes sind. Ihre Abholzung trägt mit 20 Prozent zum Treibhauseffekt bei.

Die Zukunft von Kioto

Die besonders heikle Frage, ob die für die Industriestaaten völkerrechtlich verbindlichen Emissionssenkungen auch nach Auslaufen des Kioto-Protokolls 2012 fortgesetzt werden, wurde jedoch auf kommendes Jahr, auf den Gipfel 2011 im südafrikanischen Durban vertagt. Japan, Kanada und Russland hatten sich in Cancún geweigert, Kioto fortzusetzen, solange nicht auch die größten Verschmutzerländer USA und China sich auf Emissionsbegrenzungen verpflichten. Deren freiwillige Verpflichtungen werden nun - so wie die der Entwicklungsländer - von der Uno "offiziell anerkannt", und sie müssen ihre Anstrengungen jährlich dokumentieren (Entwicklungsländer alle zwei Jahre).

Die EU-Klimaschutz-Kommissarin Connie Hedegaard begrüßte das Ergebnis als "ausgewogen und substanziell", warnte aber auch, die zwei Wochen in Cancún hätten erneut gezeigt, wie schwierig der Prozess ist.

"Dies ist nicht das Ende, aber ein neuer Anfang, der Glaube in den multilateralen Klimaprozess ist wieder aufgelebt", resümierte UN-Klimachefin Christiana Figueres. "Die Regierungen haben ein klares Signal gegeben, dass sie sich gemeinsam und in gegenseitiger Verantwortung um eine Reduzierung der Treibhausgase bemühen."

"Glitzer-Weihnachtspaket"

Umweltschützer und Nicht-Regierungs-Organisationen begrüßten das Abkommen ebenfalls - kritisierten aber die Details als vage. "Viele Knoten hin zu einem globalen Klimaabkommen sind noch ungelöst", warnte etwa Poul Erik Lauridsen von Care. "Der Klimafonds ist ein glitzerndes Weihnachtspaket - leider ist noch nichts drin." Beim Thema Waldschutz wurde die umstrittenste Frage der Finanzierung auf 2011 verschoben. Auch erhalte der Text schwächere Sicherheiten für indigene Völker als erhofft.

Bolivien stimmte dem Paket unter Vorbehalten zu, da das Abkommen zu lasch sei und Punkte wie das von Präsident Evo Morales geforderte Klimatribunal keinen Anklang fanden.

Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich wertete den Ausgang des Gipfels als "Zeichen der Hoffnung und Zuversicht". SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr erklärte dagegen: "Der globale Intelligenztest ist gescheitert." Noch immer fehlten verbindliche Ziele für eine Reduktion der Treibhausgase. Grünen-Chefin Eva Glawischnig forderte, sich 2011 auf einen neuen Klimavertrag zu einigen. "Uns läuft die Zeit davon." (Sandra Weiss aus Cancún/DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2
-blos so-
10
13.12.2010, 14:58
es wird sich nicht verhindern lassen

durch die Klimaerwärmung schmilzt das Eis in der Arktis, das verdünnt das Wasser und der Golfstrom wird schwächer - deshalb haben wir jetzt zum guten Teil unser Sauwetter...

ist das Abschmelzen mal erledigt, dann wird der Golfstrom wieder fließen wie bisher nur wird dann die Temperatur auch bei uns rasant steigen...

die frage ist nur wo es enden wird - wie viele hitzebedürftige Bioinvasoren wie zB Giftspinnen dann auch bei uns heimisch werden...

am Ende werden die Ignoranten in der Versenkung verschwinden und nicht mehr auffindbar sein - diejenigen die sie erfolgreich als Vasallen benutzt haben werden sich stinkreich in die verbleibenden schönen Gebiete absetzen...

NickKnarrkarton
00
19.12.2010, 14:10

Und ihre Theorien können Sie natürlich auch alle fundiert belegen, nicht wahr ?
"Schmelzendes Eis verdünnt das Wasser" - selten so einen Schwachsinn gelesen ...

born in 1984
33
13.12.2010, 13:47

Ja zum Umweltschutz NEIN zur CO2 Lüge

http://www.youtube.com/watch?v=uEggt0ldQUI

Grisu der kleine Drache
33
13.12.2010, 14:18

Ja zum Umweltschutz - NEIN zu dem ewigen Ignorantentum von Leuten wie dir.

luke skywalker
02
13.12.2010, 19:14
Der Vorposter hat völlig recht

Ja dazu, Fossile Brennstoffe einzusparen/zu ersetzen.

Aber Nein zu diesem Klimahype der die ganzen echten Umweltschutzmaßnahmen nur unglaubwürdig werden lässt - weil man alles in einen Topf wirft.

born in 1984
00
13.12.2010, 14:23

Ignorant bist wenn nur du, hier sind tausende geleakte von Emails des IPCC die bestätigen das die Wissenschauft dahinter mehr als nur hinkt bzw oft frei erfunden wurde
http://eastangliaemails.com/

Michel de Nostredame
00
13.12.2010, 17:51
Ich hoffe, du identifizierst dich auch weltanschaulich mit deiner Quelle Opinion Times

... "Opinion Times - News and information from a conservative, Christian perspective"
http://www.opiniontimes.com/

born in 1984
00
14.12.2010, 07:23

danke brauchst nix hoffen meine Quelle hab ich ja angegeben, die mails sprechen für sich selbst da brauch ich keinen der sie für mich interpretiert oder mir sagt das wenn ich gegen das eine bin ich automatisch für etwas anderes sein muss.

davidka
00
13.12.2010, 13:58
oh mein gott

danke, du hast meine augen geöffnet!!
die ganze welt hat sich gegen uns verschworen - den kleinen, unbedeutenden, tagtäglich ums überleben kämpfenden standardposter.
ka spaß.

born in 1984
00
13.12.2010, 14:34

In searching for a new enemy to unite us, we came up with the idea that pollution, the threat of global warming, water shortages, famine and the like would fit the bill…. All these dangers are caused by human intervention… The real enemy, then, is humanity itself.”

Zitat aus "the first global Revolution" 1991 Club of Rome, wenn das kein Aufruf zur Verschörung ist dann weiss ichs nicht

nuts1
00
13.12.2010, 12:55

seh anmaßend dass da wleche dneken sie können mit politik dass klima ändern lol.... echt realitäts fern diese gesellschaft

luke skywalker
00
13.12.2010, 12:46
Glaubt ernsthaft jemand dass die Politik auch nur irgendein kleines Problem lösen wird ????

Eines (nicht mehr fernen) Tages kostet Rohöl >250$/Barrel - dann - und nur genau dann wird ein Umdenken erfolgen. Aber keinen Tag früher.

Das schlimme ist sogar: Wenn Einzelne sparen, wird nur der Tag mit den 250$ hinausgezögert - das globale Umdenken wird noch später einsetzen.

Grisu der kleine Drache
00
13.12.2010, 14:22

Wenn Rohöl >250$/bbl kostet, wird Kohle noch immer spottbillig sein. Denn davon gibt es genug, um den CO2-Gehalt der Luft zu vervielfachen.

Ohne Politik wird es also vermutlich nicht gehen.

luke skywalker
00
13.12.2010, 19:11
Wie war das als der Ölpreis gegen 150$ ging ??

Da zogen dann alle Energieträger mit - auch Kohle.

Ganz klar, weil dann wird mittelfristig Öl durch Kohle ersetzt wo möglich.
Oder Öl aus Kohle erzeugt, wie im 2 WK schon in D.

A ndreas Bogeschdorfer
01
13.12.2010, 12:43
der Glaube in den multilateralen Klimaprozess ist wieder aufgelebt"

Leider, möchte man sagen. Beim nächsten Gipfel sind die Erwartungen dann wieder hoch gesteckt und der nächste Rückschlag ist somit fast vorprogrammiert.

Der multinationale Klimaprozess ist zum Scheitern verurteilt. Nicht erst seit Kopenhagen sondern grundsätzlich.

Wie soll es möglich sein, jene die mit Öl, Gas und Kohle ihre Staatseliten finanzieren unter einen Hut zu bringen mit jenen die ernsthaft Klimaschutz betreiben wollen?

Mit Emissionshandel werden Verschmutzungsrechte (welch perverser Begriff) hin u her geschoben wie Felder auf einem Zauberwürfel. Die Größe des Würfels bleibt gleich.

Was es braucht sind zügige Vorreiter. Das geht nur über Erneuerbare und Effizienzmaßnahmen, denn diese kosten zwar, bringen aber auch was.

Der bessere Wisser
73
13.12.2010, 11:51
Falsche Prioritäten

Seit etwa 30 Millionen Jahren befindet sich die Erde im aktuellen Känozoischen Eiszeitalter. In dieser Zeit wird es ständig, Gott sei Dank, wärmer. Niemand soll glauben, dass menschliche Aktivitäten in den letzten 100 (!) Jahren einen substantiellen Einfluss auf diese Entwicklung haben kann. Also hören wir auf mit dem Klimaquatsch!
Es gibt so viele andere Probleme, die eine Bedrohung für die Bevölkerung der Erde darstellen, Wasser- und Nahrungsmangel, Krankheiten, Überalterung, die Liste ist lang. Da müssen wir ansetzen.

snah
01
13.12.2010, 12:56
egal wie man das kind nennt

klimaerwärmung, artensterben, luftverschmutzung, überbevölkerung...
wichtig ist, dass es ansätze braucht und einsicht in die schnelle umsetzung.
jeder von uns kann zumindest in österreich etwas zum guten also nachhaltigem gebrauch beisteuern, weniger autofahren, fair trade, energie-bewusstsein, ..
aber das bisherige warten auf vorgaben, -leben der politik oder wirtschaft hat sich als nicht zielführend erwiesen.
also bei sich selbst beginnen und mündigkeit vorleben, verantwortung übernehmen kann auch spaß machen und die kreativität fördern.

untypischer Leistungsträger
01
13.12.2010, 11:36
"Titanic" hat mal wieder verstanden, wie die Sache einzuordnen ist:

Klimagipfel beendet

Mit Erleichterung und Zufriedenheit ist der Abschluß des Weltklimagipfels in Cancún aufgenommen worden. Die 194 Staaten einigten sich am Samstagmorgen auf eine Begrenzung der Erderwärmung.


In weiteren Meldungen: +++Die Atomindustrie wird bis 2015 ein schlüssiges Konzept zur Lagerung des radioaktiven Abfalls vorlegen+++Die Internettrickbetrügermafia versichert ihren Kunden in individuellen E-Mails, künftig ausschließlich faire Angebote zu machen. Es muß nur ein einfaches Formular ausgefüllt und per TAN bestätigt werden+++Die Internationale Konferenz der Raubkatzen, Jagdhunde und Raubvögel endete mit der Bestätigung gegenseitiger Achtung und einem Bekenntnis zum Vegetarismus+++Im Puff gibt's was umsonst+++

snah
04
13.12.2010, 11:08
na ja

mir kommt vor, dass sich sogar in österreich die leute nicht darüber im klaren sind, dass trinkwasser und gute luft voraussetzungen zum überleben sind.

wir sind schon so pervertiert zu meinen, dass ohne rücksicht auf die umwelt ressourcen unbegrenzt zur verfügung stehen.

die einzigen, die veränderungen bewirken und begrüßen würden, sind junge menschen und junggebliebene.
tja, aber wo sind die?

--: SID :--
02
13.12.2010, 11:24

Genau da sind wir beim Kernproblem: Die Weltwirtschaft lebt von beständigem Wachstum und geht daher implizit von unbegrenzten Ressourcen aus.
Selbst bei 100% Recycling (wovon wir noch weit entfernt sind aber es wird besser) kann es einfach irgendwann kein Wachstum mehr geben. Hier ist ein grundsätzliches Umdenken nötig.

j.ohn
00
13.12.2010, 11:02

..aber es ist ja nur deswegen nicht mehr rausgekommen, weil der österreichische Umwelt-Niki nicht rechtzeitig in Cancun war... sonst hätt' er des schon alles gerichtet. Wenn die Welt untergeht ist also die österreichische Agrar-Attacheuse in Paris schuld...

Odo
01
13.12.2010, 10:56
Der Hauptunterschied zwischen den Klimagipfeln in Kopenhagen und Cancun lag in der Erwartungshaltung.

In Kopenhagen letztes Jahr waren die Erwartungen riesig, um so größer war dann die Enttäuschung über das dürftige Ergebnis. Dieses Jahr in Cancun waren die Erwartungen dagegen nur sehr sehr gering, daher werden selbst die geringen Fortschritte gegenüber dem letzten Jahr schon als großer Erfolg gefeiert. Aber die Hauptstreitpunkte wurden wieder einmal bis zur nächsten Konferenz vertagt.
Wie grotesk das Gipfelergebnis teilweise ist zeigt sich z.B. daran, dass bei dem Umfang der erforderlichen Klimaschutzmaßnahmen die USA, China und Russland der Gruppe der "Entwicklungsländer" zugeteilt wurden. Das wird die Gruppe der "Industrieländer" sicherlich nicht akzeptieren, wenn es zu einem verbindlichen Abkommen in den nächsten Jahren kommen soll.

--: SID :--
00
13.12.2010, 10:26
Kurz und klein zusammengefaßt: so sieht's aus:

Erst wenn der letzte Wald gerodet, der letzte Fluß vergiftet, und der letzte Fisch gefangen wurde, werdet Ihr erkennen, daß man Geld nicht essen kann.
(Greenpeace- Spruch; aktueller denn je)

Entweder man geht unverzüglich von der dämlichen Zahlenjongliererei zum gesunden Menschenverstand über oder das war's in 100 Jahren mit uns Menschen.
Der Natur ist das vollkommen wurscht, neue Arten werden entstehen, andere werden sich anpassen.
Vielleicht entsteht irgendwann wieder "intelligentes" Leben und macht es dann vielleicht besser. Dann wird es Ausgrabungen von uns geben, die zu allgemeinem Kopfschütteln der Experten führen werden. Kein schöner Abgang, oder ?

Grisu der kleine Drache
00
13.12.2010, 11:41
Die Menschheit wird sicher nicht so schnell den Löffel abgeben.

Der Mensch ist eine der anpassungsfähigsten Arten, wir leben in allen Klimaregionen, auch ohne moderne Technik. Vorstellbar sind Katastrophen, die nur ein Bruchteil der Menschen überleben kann und die die moderne Zivilisation vernichten, aber ein paar werden immer überleben und wieder von vorne anfangen.

Es wäre auch sehr schade um uns, denn ob sich noch einmal eine zur Raumfahrt fähige Art entwickeln würde, ist fraglich. Immerhin hat es bis zum Menschen einige Mrd. Jahre gedauert, und bis zum Untergang des höheren Lebens ist nicht mehr "ewig" Zeit, weil die Sonnenstrahlung bis in 700 Mio. Jahren so stark zunehmen wird, dass die Ozeane verdampfen.

randolf
01
13.12.2010, 10:51
Ja ja

"Greenpeace- Spruch; aktueller denn je"-

das ist eine alte Indianer Weißheit und kein Grennpace Spruch...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.