Ab 15. Dezember dürfen Bosnier und Albaner visafrei in die Schengenländer reisen
Die Bürger Albaniens und Bosnien-Herzegowinas können ab 15. Dezember erstmals ohne Visum und mit einem gültigen biometrischen Reisepass in die Länder der Schengenzone reisen. Das zeigt, dass die bosnischen Politiker - bei Vorhandensein eines gemeinsamen Interesses - durchaus die von der EU gestellten Vorgaben erfüllen können.
Fehim Subašić ist schon seit August stolzer Besitzer eines biometrischen Passes. Der 34-jährige Rechtsanwalt aus Sarajevo plant nun seinen Kurzurlaub über Silvester und Neujahr. "Nach Budapest soll es gehen, da gibt es ein kostengünstiges Angebot" , sagt Subašić, der vor dem Reisebüro in der berühmten Flaniermeile Ferhadija die Angebote sondiert.
Auch die 23-jährige Soziologiestudentin Daliborka Babić hat bereits für Weihnachten das Busticket nach Deutschland gebucht: "Mein Freund lebt in Mannheim. Wir haben uns vorletzten Sommer kennengelernt und uns ineinander verliebt. Es war schwer für uns, unsere Beziehung aufrechtzuerhalten. Über Facebook und Skype konnten wir uns zwar regelmäßig hören, mein Freund Suad kann aber nicht so häufig nach Bosnien reisen. Für mich selbst war es immer wieder sehr schwierig, ein Visum zu bekommen" , erinnert sich Babić. "Vielleicht fahre ich jetzt auch mal ins luxemburgische Schengen, welches uns Bosniern so viel Kopfzerbrechen bereitet hat", schmunzelt Babić. (Erdin Kadunić aus Sarajevo /DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2010)