Behörden wollen beweisen, dass Moreno tatsächlich getötet wurde - Mindestens zehn Tote bei mehrtägigen Kämpfen
Apatzingan - Nach dem Tod eines der meistgesuchten Drogenbosse
Mexikos suchen Sicherheitskräfte weiter nach
dessen Leiche. Die Polizei durchsuche in einer abgelegenen Region im Süden des
Bundesstaates Michoacan ein Dorf nach dem anderen, berichtete die Zeitung "La
Jornada" am Samstag. Die Suche in der Gebirgsregion habe bereits am Freitag
begonnen.
Nach Angaben der mexikanischen Regierung wurde
der Drogenboss Nazario Moreno Gonzales vom Kartell "La Familia" am Donnerstag
bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet, seine Leiche wurde allerdings
nicht gefunden. Mit dem Fund der Leiche wollen die Behörden beweisen, dass
Moreno tatsächlich getötet wurde.
Opferzahl vorläufig
Nach dem Gefecht hatte Regierungssprecher Alejandro Poire am Freitag erklärt,
dass alles darauf hindeute, dass Moreno am Donnerstag während des Einsatzes
getötet wurde. Bei dem mehrtägigen Feuergefecht waren elf weitere Menschen ums
Leben gekommen, darunter auch unbeteiligte Zivilisten. Laut Poire ist die Zahl
der Toten jedoch noch vorläufig, da Mitglieder des Drogenkartells "La Familia"
einige der Toten und Verletzten auf der Flucht mitgenommen hätten, darunter
vermutlich auch die Leiche ihres Anführers.
Die Schießereien zwischen Polizisten und Mitgliedern des Kartells in der
Stadt Apatzingan hatten am Mittwoch begonnen. Ebenso wie Jose Antonio Arcos, der
am Dienstag festgenommene Mitanführer von "La Familia", zählte Moreno zu den
meistgesuchten Drogenbossen Mexikos. Auf ihn war
ein Kopfgeld von 2,4 Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) ausgesetzt. Mexikos Präsident Felipe Calderon hatte nach seinem
Amtsantritt Ende 2006 den mächtigen Drogenbanden den Kampf angesagt. Seit dem
Beginn der mit Unterstützung der Armee geführten Offensive wurden mehr als
28.000 Menschen getötet. (APA)