Der Cyber-Krieg gegen WikiLeaks - ein Anschlag auf die Medienfreiheit

Wo die Freiheit angegriffen wird, muss sie verteidigt werden

Die Regierungen der Welt versus WikiLeaks – das ist die Aufstellung im ersten Cyber-War. Und das Auffälligste daran ist: Praktisch alle Politiker, aber auch ganz viele liberale Journalisten und sehr viele normale Bürger finden, dass Wikileaks irgendwie zu weit geht. Dass das nicht mehr nur „investigativer Journalismus“ sei, sondern den Staat selbst funktionsuntüchtig machen würde. Dass das, was Wikileaks macht, vom Recht auf Medien- und Informationsfreiheit nicht gedeckt sei. Dass die massive Verfolgung der Wikileaks-Leute doch irgendwie gerechtfertigt sei. Aber lässt sich das wirklich begründen? Nein, wie man die Dinge auch dreht und wendet: Wikileaks tut substantiell nicht so viel was anders als andere investigativ arbeitende Medien. Warum soll dann aber ihre Tätigkeit nicht von der Informationsfreiheit gedeckt sein? Und selbst wenn man Vorbehalte gegenüber Wikileaks haben und Julian Assange für eine etwas sonderliche Figur halten mag: Wie hier von einer Supermacht mit Hilfe von globalen Quasi-Monopolfirmen gegen eine kleine NGO geschossen wird, die vor ein paar Monaten noch nicht mehr als fünf Full-Time-Mitarbeiter hatte, ist völlig unverhältnismäßig. Wenn man sich hier nicht klar auf die Seite der Freiheit stellt, braucht man sich nicht wundern, was nachkommt: der schreckliche US-Senator Joe Lieberman fordert prompt schon ein Verfahren gegen die New York Times.

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