Evangelischer Bischof: "Haben Bildungsungerechtigkeit in diesem Land" - Für integrative Schule und Orientierung an PISA-Siegern
Wien - Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker ist für die flächendeckende Einführung der Gesamtschule sowie für Bundeskompetenzen in Bildungsfragen. "Man sieht es ja auch an den Ergebnissen der PISA-Studie, dass man hier mehr an Investitionen und überhaupt an Reformen brauchen würde", sagte er.
Gegen "Segregation mit 10"
"Wir haben eine ausgeprägte Bildungsungerechtigkeit in diesem Land", konstatiert Bünker und spricht sich für ein "integratives Bildungssystem" - also auch für Menschen mit "besonderen Bedürfnissen" und arme Familien - aus. Ein solches beginne bereits in der Vorschule, die Volksschule sei in Österreich "wirklich sehr gut". Das große Problem sieht der Bischof allerdings in der frühen Segregation im Alter von zehn Jahren. Es sei doch auffällig, "dass die Länder, die gut abschneiden, zumeist eine längerfristige Integration haben". Laut Bünker heißt das: "Gemeinsame Schule möglichst lange." In der Diskussion über die schulischen Kompetenzen ist Bünker gegen eine Verländerung. Es spreche viel dafür, dass man die Schulen komplett in die Bundesverantwortung gebe. (APA)