Bünker für Gesamtschule in Bundeskompetenz

12. Dezember 2010, 13:30
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    foto: apa

    Bünker kann mit der Schulpolitik nicht viel mit der ÖVP-Linie anfangen.

Evangelischer Bischof: "Haben Bildungsungerechtigkeit in diesem Land" - Für integrative Schule und Orientierung an PISA-Siegern

Wien - Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker ist für die flächendeckende Einführung der Gesamtschule sowie für Bundeskompetenzen in Bildungsfragen. "Man sieht es ja auch an den Ergebnissen der PISA-Studie, dass man hier mehr an Investitionen und überhaupt an Reformen brauchen würde", sagte er.

Gegen "Segregation mit 10"

"Wir haben eine ausgeprägte Bildungsungerechtigkeit in diesem Land", konstatiert Bünker und spricht sich für ein "integratives Bildungssystem" - also auch für Menschen mit "besonderen Bedürfnissen" und arme Familien - aus. Ein solches beginne bereits in der Vorschule, die Volksschule sei in Österreich "wirklich sehr gut". Das große Problem sieht der Bischof allerdings in der frühen Segregation im Alter von zehn Jahren. Es sei doch auffällig, "dass die Länder, die gut abschneiden, zumeist eine längerfristige Integration haben". Laut Bünker heißt das: "Gemeinsame Schule möglichst lange." In der Diskussion über die schulischen Kompetenzen ist Bünker gegen eine Verländerung. Es spreche viel dafür, dass man die Schulen komplett in die Bundesverantwortung gebe. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 27
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salzamt1
00
29.12.2010, 17:58
ich bin auch für die Gesamtschule: Gym für alle ab 10!!!

Phillip Decker
02
13.12.2010, 09:55
Hoffemtlich...

finder er nicht irgendeine Aussage Luthers, die sich als Befürwortung der GS auslegen ließe. Sonst hieße es womöglich noch: "Wir Evangelischen warten schon seit 500 Jahren auf die Gesamtschule ".

thomasthomasthomas
10
12.12.2010, 17:15
"die Volksschule sei in Österreich "wirklich sehr gut" "

Mit diesem Satz ist auch schon alles über die Fachkenntnis Bünkers gesagt.

I joj
00
13.12.2010, 08:30
?

Woher wollen Sie das wissen?

thomasthomasthomas
11
13.12.2010, 14:24
Zur Hintergrundinformation:

Die Volksschule ist jene Gesamtschule, nach deren Besuch über vier Jahre die Kinder trotzdem noch nicht lesen können (es sei denn, sie konnten es schon vorher).

Chien de Pique
02
12.12.2010, 16:59

Einen bischöflichen Rat für die Bildungspolitik...
Solche mehr als unqualifizierten Wortmeldungen sollte man nicht einmal ignorieren.

LL MM
01
12.12.2010, 13:45

Jetzt kriechen die "Experten" aus allen möglichen Löchern.

migl1
11
12.12.2010, 15:49
Diese ewigen Anführungszeichen um die Experten gehen mir schon ordentlich auf die Nerven

Ich beschäftige mich schon seit längerem mit Schulentwicklungs- und Schulsystemfragen im Rahmen von Fortbildungen und einem Bildungsmanagement-Studium. Und eines kann ich Ihnen deshalb versichern:

Es gibt überhaupt niemanden in diesem Bereich, der nicht ein Gesamtschulsystem unserem - ja nur äußerlich - differenzierten vorziehen würde. Ob das Bildungswissenschafter von Universitäten und PHs sind oder Mitarbeiter von Landesschulräten bis in die höchsten Ebenen - ich habe noch von keinem/keiner einzigen gehört, der/die die Trennung unserer Kinder im Alter von 9 1/2 auch nur irgendwie sinnvoll findet - zusätzlich dazu, dass diese Trennung bekanntermaßen auf Basis von völlig ungerechten Urteilen aus den Volksschulen erfolgt.

Phillip Decker
00
13.12.2010, 09:58
ÜBRIGENS....

so ähnlich war es vor 70 Jahren mit der NS-Ideologie: keiner war dagegen. alle gleichgeschaltet. Ich sage mir : hier wie dort kann ( konnte) etwas nicht stimmen.Nachher wußte man natürlich alles besser....

Radio Eriwan
00
13.12.2010, 06:04
Ich sehe das ähnlich.

Das Problem ist jedoch, dass niemand ein konkretes und (für Österreich) praktikables Modell einer Gesamtschule mit sinnvoller Differenzierung vorlegt. Was derzeit im Versuch läuft, ist im Grunde nur die Zugabe einiger weniger Ressourcen ohne pädagogische Evaluation mit Blick auf die Zukunft. Und so nutzt es halt nichts, dass die Leute aus dem BIFIE sinngemäß ständig schreien: Integration zuerst - Differenzierung später!

Ratlos
00
13.12.2010, 13:00
Gesamtschule neu: 3 Leistungsgruppen die jeweils zur Hälfte gemeinsam und zur Hälfte in der Leistungsgruppe unterrichtet werden, und das über den ganzen Tag (d.h. bis 1430 bis 1530 Uhr).

Chien de Pique
12
12.12.2010, 17:01

Ein Bischof ist aber wirklich nur ein "Experte", auf dessen Meinung muss man keine 10 Cent geben.

migl1
01
12.12.2010, 19:50

Ja, das ist mir schon klar. Mein Posting hat sich auch nicht speziell auf den Bischof bezogen, sondern auf die generelle Abfälligkeit von offensichtlichen Nichtexperten den Experten gegenüber.

LL MM
01
12.12.2010, 15:59

Wenn Sie sich wirklich mit Schulentwicklungs-und Schulsystemfragen auseinandergesetzt hätten, dann hätten Sie erkennen müssen, dass es diese Trennung auch in den Gesamtschulländern gibt: nach Standort, nach dem Schulträger (privat/staatlich), nach Schwerpunkten (anspruchsvoll, weniger anspruchsvoll). Da erfolgt die "Trennung" sogar oft noch früher. Speziell in den urbanen Bereichen.

Ja sogar in Finnland......

migl1
11
12.12.2010, 16:15
Sie verwechseln leider doch jetzt einiges.

Es spricht doch niemand davon, dass alle Schulen gleich sein müssen. Es will auch niemand, dass alle dasselbe können müssen oder dass alle gleich "schlecht" sein müssen, damit nur ja völlige Gleichheit herrscht.

Es stellt sich aber die Frage, wozu eine Trennung in die AHS-Unterstufe und die HS wie bei uns gut sein soll - ich habe dafür noch nie ein Argument gehört, dass auch nur im Ansatz hält.

Und wenn sie Finnland ansprechen: Der große Fortschritt dort war, dass man sich entschieden hat, de Einfluss von Politik und Ideologie auf die Bildung zu stoppen. Dort entscheiden die von Ihnen so geschmähten Experten in einem zentralen Institut über Schulsystem und Mitteleinsatz. Ideologiefreiheit hieß dort ganz klar: Einführung der Gesamtschule.

thomasthomasthomas
01
12.12.2010, 17:37
"Der große Fortschritt dort war, dass man sich entschieden hat, de Einfluss von Politik und Ideologie auf die Bildung zu stoppen. Dort entscheiden die von Ihnen so geschmähten Experten in einem zentralen Institut über Schulsystem und Mitteleinsatz."

Mit der Einsetzung von Expertengremien (also Gremien, die mit jenen Experten besetzt sind, die die politisch erwünschten Meinungen vertreten) pflegen Politiker die eigenen politischen Entscheidungen gegen Kritik zu immunisieren.

migl1
11
12.12.2010, 20:08

De Unterschied ist dort, dass nach vielen Regierungswechseln zwischen links und rechts (verkürzt gesagt) sich daran nie etwas geändert hat.

Mit der Herabwürdigung und Diffamierung von Experten pflegen sich übrigens die Politiker - wie auch ignorante Standardposter - gegen Kritik zu immunisieren.

LL MM
03
12.12.2010, 16:31

Trennung ist Trennung. Die Trennung in den Gesamtschulländern ist teilweise einzementierter als bei uns, und bieten den Schülern, die in den nicht so angesehenen Schulen sitzen, oft geringe Perspektiven. Diesem Faktum sollten wir uns stellen und nicht so tun als gäbe es dort in den Schulen die optimale Durchmischung, wo die Klügeren immer die Lernschwächeren mitziehen.

Evangelische Bischöfe zähle ich aber trotzdem nicht zu den Experten. Ich schätze, in Finnland, tun sie das auch nicht.

Und wer für die Gesamtschule ist, ist ideologiefrei und die anderen nicht?

Ich bin nicht unbedingt ein Gegner der Gesamtschule (persönlich hätte ich keine Nachteile), aber man sollte nicht was einführen, was auf wackligen Annahmen basiert.

migl1
10
12.12.2010, 20:04

Mit der Ideologie habe ich vor allem gemeint, dass den Gesamtschulbefürwortern immer Ideologie vorgeworfen wird. Als wenn die Trennung in AHS-Unterstufe und HS nicht eine ideologisch begründete wäre.

Fakt ist, dass die Wissenschaft in dieser Frage eindeutig Stellung bezieht. Da stellt sich für mich doch die Frage, an welche Seite der Ideologievorwurf eher zu richten ist.

Und noch zur Trennung: Dass verschiedene Gesamtschulen in einem solchen System in einem Wettbewerb miteinander stehen, ist doch nicht grundsätzlich schlecht. Die Frage ist, wie man damit umgeht.

In Finnland werden Schulen mit schlechten Ergebnissen innerhalb kürzester Zeit besonders gefördert - finanziell wie durch Beratung. Das macht für mich Sinn und ist ein Ziel.

LL MM
01
12.12.2010, 22:06

Natürlich ist es von entscheidender Bedeutung, WIE man damit umgeht.

In den USA ging Bush mit seinem sehr "no child left behind"-Programm einen anderen Weg. "Schlechte" Schulen sollten bestraft werden, unabhängig davon welche Voraussetzungen dort vorhanden waren.

Damit heizte man den Teufelskreis erst richtig an. Obama ist da nicht besser. Das Programm heißt anders, aber die Grundtendenz bleibt gleich.

Sowas traue ich unserer Bildungsnomenklatura auch zu. Siehe Reaktionen zu PISA.

Radio Eriwan
10
13.12.2010, 13:01
Uneingeschränkte Zustimmung.

Der Weg von Bush ist eine pädagogische Schweinerei. Und unsere Hirnederln von Politikern verwenden seinen Slogan, ohne zu fragen, was dahintersteckt.

migl1
00
12.12.2010, 19:57

Eine Gesamtschule per se ist auch noch kein Garant für ein gerechtes und gutes Schulsystem. Aber sie würde einige Voraussetzungen schaffen, die momentan bei uns nicht gegeben sind. Dass das dann natürlich ordentlich ausgestaltet gehört ist klar. Dass man hier seine Zweifel hat, kann ich schon nachvollziehen. Doch sollten hierhin die Energien gehen anstatt sich defensiv einzubetonieren.

Fordern Sie offensiv eine leistungsorientierte Gesamtschule mit gelebter innerer Differenzierung mit Elementen auch der äußeren Differenzierung (Leistungskurse, Förderkurse, Neigungskurs etc.), Förderung der Schwachen und Forderung der Starken und ich unterschreibe das sofort.

Den evangelischen Bischof habe ich im Speziellen nicht gemeint.

LL MM
01
12.12.2010, 22:09

Derzeit geht die Diskussion aber in die Richtung, dass gesagt wird: "Machma Gesamtschule und alles wird gut". Ohne ins Detail zu gehen.

Das lässt nichts Gutes erwarten.

migl1
00
12.12.2010, 15:58
Wer ist Ihrer Meinung nach denn in diesem Bereich ein Experte? Die AHS-LehrerInnen vielleicht?

Dass ich nicht lache! Nur weil man zwei Fächer in einer Schule unterrichtet, die im Grunde eine geschützte Werkstätte ist, soll man eine Ahnung von Schulsystemfragen haben?

Es spricht aus den lieben KollegInnen die blanke Panik, ihre mangelnden pädagogisch-didaktischen Kompetenzen offenbaren zu müssen. Die Themen Individualisierung und Differenzierung sind für sie ja durch die Trennung HS-AHS bereits erledigt. Dieser unsägliche Begriff "Einheitsbrei" für die Gesamtschule ließe sich viel trefflicher für den Unterricht an den AHS verwenden - wer diesem Einheitsbrei nicht standhält, kann ja auf die HS gehen.

Ich bin es müde, die Argumente für die Gesamtschule immer wieder durchzukauen, aber welche gibt es bitte für die HS-AHS-Trennung?

LL MM
01
12.12.2010, 16:07

Erstens einmal: Gesamtschule ist nicht gleich Gesamtschule. Ein richtiges Konzept vernimmt man kaum, die Neue Mittelschule ist nicht gerade der Stein des Weisen.

Das Argument mit der Trennung ist keines, da es diese auch in den Gesamtschulländern gibt. Ganz extrem in den USA, GB oder auch in Frankreich.

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