Auch Merkel zufrieden mit Klimagipfel-Ergebnis - Morales will weiter für "Mutter Erde" kämpfen
Washington - US-Präsident Barack Obama hat die Klima-Beschlüsse
von Cancun als Fortschritt im Kampf gegen die
Erderwärmung gewürdigt. Die Einigung baue auf dem Kompromiss von Kopenhagen auf
und bringe den Kampf gegen den Klimawandel voran, sagte er Angaben des
Präsidialamtes zufolge in einem Telefonat mit dem mexikanischen Präsidenten
Felipe Calderon. Mexiko war Gastgeber der diesjährigen Klimaverhandlungen, die
am Samstag doch noch mit einigen grundlegenden Vereinbarungen endeten.
Merkel zufrieden
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zufrieden über den Ausgang
des UN-Klimagipfels geäußert, nachdem
bei der Tagung am Samstag in letzter Minute überraschend ein umfangreiches
Klimaschutzpaket verabschiedet worden war. "Wir haben heute in Cancun einen guten Schritt nach vorne gemacht", sagte
Merkel am Samstag in Berlin. Es bleibe jedoch sehr viel zu tun, um ein
Anschlussabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen zu erzielen.
"Aber das war heute ein wichtiger Tag für den internationalen Klimaschutz",
fügte die Kanzlerin hinzu. "In dem Geist, in dem jetzt die Verhandlungen noch
abgeschlossen werden konnten - in letzter Minute - muss jetzt intensiv
weitergearbeitet werden", sagte Merkel. Dies bedeute Technologietransfer und
Unterstützung für die ärmsten Länder der Welt sowie auch anspruchsvolle
Klimareduktionsziele für die Industrieländer.
Morales will weiter für "Mutter Erde" kämpfen
Der bolivianische Präsident Evo Morales will nach der gescheiterten Blockade des
Klima-Kompromisses in Cancun weiter für "Mutter
Erde" kämpfen. Zugleich bedauerte er am Samstag (Ortszeit) in dem Ort Sacabamba,
dass sich die restlichen 193 Teilnehmerländer des Klima-Gipfels in Mexiko über
die Bedenken seines Landes hinweggesetzt hätten. Das Klimaschutzpaket von Cancun, das weltweit als Erfolg gefeiert wurde, sei nach
Ansicht von Morales nicht geeignet, die Natur und die Menschheit zu retten,
meldete die Nachrichtenagentur ABI.
Sein Land habe als einziges den Kompromiss nicht unterzeichnet, weil die
Vereinbarungen dazu beitragen würden, den Menschen und das Leben auf der Erde
auszulöschen, warnte Morales. Boliviens Delegationsleiter in Cancun, Pablo Solon, hatte immer wieder moniert, die
Entwürfe seien zu schwach, um die Erderwärmung ausreichend zu begrenzen.
Bei der Entscheidung überging die mexikanische Konferenzpräsidentin Patricia
Espinosa dann aber bewusst den Widerstand Boliviens und ignorierte die Einwände
entgegen der UN-Regeln. Die Entscheidung musste im Einklang mit den 194 Staaten
angenommen werden. Einklang bedeutete nach Espinosas Auslegung aber offenbar
nicht Einstimmigkeit.
Die 192 Teilnehmerstaaten verabredeten unter anderem, die Erderwärmung auf
einen Temperaturanstieg von maximal zwei Grad zu begrenzen. Sie vertagten aber
ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, in dem sich die Industriestaaten
bis 2012 zu einem Abbau der Treibhausgase verpflichtet haben. Die USA sind nach
China der größte Klimasünder und haben als einziges Industrieland das Protokoll
nie ratifiziert.Obama hatte sich vor einem Jahr in Kopenhagen maßgeblich für den
Kompromiss eingesetzt, der nun mit weiteren Details angefüllt wurde. (red/APA/Reuters)