Die Stadt Wien hat Liste parat, in der einige durchaus bemerkenswerte Kandidaten für einen Abend abseits der Familie vermerkt sind
Zumindest in der Theorie ist Weihnachten ein Fest, bei dem die Familie sich in trauter Harmonie vor wohlgefüllten Schüsseln einfindet, nachdem zuvor musikalische Stimmungsmacher im Lichterglanz des Baumes (und aus alkoholisch wohlgestimmten Kehlen) intoniert wurden.
Letzteres ist auch ein Grund, warum nur die engsten Verwandten erwünscht sind. Doch derlei Traditionen geraten ins Wanken - längst gilt der verwandtschaftliche Ruf nicht mehr allen als Befehl, am Hl. Abend geschneuzt und gekampelt, mit Geschenken bewehrt, zu erscheinen. Das haben auch die Wirten erkannt.
Die Stadt Wien hat (siehe unten) eine nicht ganz einfach abzurufende Liste parat, in der einige durchaus bemerkenswerte Kandidaten für einen Abend abseits der Familie vermerkt sind. Neben den mehr als anständig beleumundeten Hotelrestaurants At Eight, Unkai, Collio (der Zweihauber im Hotel Triest!) oder Weinbistro im Palais Coburg fällt auf der Liste das skurrile, küchenmäßig aber mehr als fitte Restaurant 1070 (im 7. Bezirk) auf.
Wer weihnachtsmäßig gar nicht belästigt werden möchte, sollte sich an Ethno-Optionen halten: Nam Nam (1070, indisch), Green Cottage (1050, chinesisch) oder der Dauerbrenner Kent (1160, türkisch). (Severin Corti/Der Standard/Print-Ausgabe 10/12/2010)
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