"Die Schule schafft es nicht, Defizite zu kompensieren"

10. Dezember 2010, 15:01

Buchklub-Chef Gerhard Falschlehner im Video-Interview über die "Dramatik" hinter der PISA-Studie und die richtigen Maßnahmen zur Leseförderung in Zeiten sozialer Netzwerke

Gerhard Falschlehner ist Geschäftsführer des Buchklubs. Im Video-Interview mit Hans Rauscher erklärt der ehemalige Lehrer, warum die PISA-Ergebnisse für Österreich "dramatisch" sind und welche Maßnahmen zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen getätigt werden könnten. Rund 20.000 Jugendliche ("ein Fußballstadion voll") würden derzeit mit nicht ausreichenden Lese- und Schreibkenntnissen in die Gesellschaft entlassen, weil die Schule es nicht schaffe diese Defizite zu kompensieren. Das zusätzliche Problem: Wer nicht lesen und schreiben kann, ist auch von der Jugendkultur ausgeschlossen, die sich in den sozialen Netzwerken im Internet aufhalte. Es bräuchte Programme für Eltern und Lehrer, die darauf abzielen, die Jugendlichen dort wo sich sich aufhalten - nämlich im Netz - abzuholen, um Leseförderung effektiv zu gestalten. (rasch, derStandard.at, 10.12.2010)

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Posting 1 bis 25 von 38
1 2
Lustikus
00
15.12.2010, 12:35
Großvater-Rauscher...

.... Kronemund, tut Wahrheit kund (zumindest in Ihrem Fall):

http://www.krone.tv/Video/Nac... deo-235282

Bwahahaha (guter Pandibär)

sabagrau
00
12.12.2010, 15:25
ich kann's schon nicht mehr hören ...

... dass "die Eltern in die Pflicht genommen" werden müssen. Das ist nichts anderes als Fortschreibung der bestehenden sozialen Undurchlässigkeit des Bildungssystems. Denn jene Eltern, die lesen können und es auch tun - die fördern auch das Lesen bei den Kindern. Immer schon. Diese Kinder sind auch nicht das Problem.

Das Problem sind die anderen, die Kinder aus den Haushalten mit Trend zum Zweitbuch. Immer schon. Für SIE muss das Bildungssystem die Möglichkeit zum Aufholen und Nachholen schaffen. Anderswo gelingt das offensichtlich einigermaßen. Also gilt die Ausrede nicht, dass die Schule das nicht schaffen könnte - wenn sie anders wäre, als sie jetzt ist.

Beobachter76
00
12.12.2010, 13:37
Mit Kindererziehung beginnt auch die Erziehung der Eltern und Gesellschaft.

Die PISA-Studie ist nur Nachweis für nicht Erziehungsfähige vaterlose Gesellschaft in Österreich.

Die Mütter haben die Macht der Erziehung, was haben die mit göttliche Macht gemacht?

Nessus
00
12.12.2010, 00:03
Vielleicht versucht es einmal wer mit Inhalten, die die Kinder auch interessieren?

Nachdem es kaum was öderes gibt als Schulbücher, ist jede Empörung über mangelnde Leseleistungen absurd.

Warum kommt von den unzähligen Schul-Bürokraten niemand auf die Idee, einmal die Betroffenen zu fragen, was die für spannend ansehen, und danach Lesestoff bereitzustellen??

himmelblau59
02
11.12.2010, 21:39
Es geht um die literate Kompetenz

Lesen und schreiben erlernt nur, wer die literaten Strukturen erworben hat. Diese erlernt man lange vor der Schrift indem einem Geschichten vorgelesen/erzählt werden. Wer diese Strukturen nicht schon als Kleinkind erworben hat, tut sich hinterher furchtbar schwer und bleibt unter umständen ein funktionaler Analphabet – kann also zwar die Buchstaben, versteht aber literate Strukturen wie sie in Texten vorkommen nicht. Das kann die Schule nur schwer bis garnicht ausbügeln. Dabei ist es nicht so wichtig in welcher Sprache die literate Kompetenz erworben wurde – das Konzept muss da sein.

Ich empfehle dazu die Arbeiten von Utz Maas über Orate und Literate Sprache zu lesen.

DirtyHarry
13
11.12.2010, 13:39

wenn kinder in die schule kommen, welche die schulsprache nicht sprechen/beherrschen, dann ist es müßig über das lesen von büchern zu diskutieren

haghag
11
12.12.2010, 11:50
zu diesen lese- und bildungsfernen Schichten

zählen allen Analysen zufolge gute (oder genauer schlechte) Teile der HC-F-Wähler. Straches Wortschatz reicht, da mit Vehemenz gebellt, für sie aus. Zum Lesen-Verstehen gehört auch Denken-Können (und umgekehrt). Nicht ohne Grund hat die FP in Wien mit (saudummen) Comics geworben........

Alina Zak
00
diese VOR-urteil stimmt teils

so wie fast alle Vorurteile einen Wahrheitsgehalt haben, aber als Lehrer weiß man wer Straches vehementeste Fans sind , immer häufiger Personen mit südöstlichem Migra-hintergrund....dies wird gern bestritten, statt das Vorurteil zu überprüfen damit es zu einem Urteil werden kann

haghag
00
Sehr geehrte Frau Zak

ich bin ja vollkommen Ihrer Meinung, glaube aber richtig zu liegen, wenn ich die von Ihnen angesprochene Bevölkerungsgruppe zu den "bildungsfernen Schichten" (fürchterliches Wort an und für sich) zähle.
lg (herr) haghag

Alina Zak
00
"bildungsfernen Schichten"

stimmt großteils.
aber auch weil jene offener darüber reden. Gebildete Migranten, die FPÖ wählen und dazu stehen - die gehen ja auch ein Risiko ein, gesellschaftlich geächtet zu werden. Kenne da Fälle wo Bekanntschaftschaften auseinandergingen nachdem outing.
warum Akademiker rechts wählen? weil sie nicht die Verhältnisse haben wollen die sie in der Heimat hatten. wer aus schwiriegen Ländern kommt ist da etwas paranoid und sieht Österreich den Bach hinunter schwimmen. diese Menschen machen sich sorgen Teils sind es auch elitäre schichten die wenig halten von den Schichten, die in den letzten 20 jahren nach Ö gekommen sind. das sind oft auch arrogante Leute, die eher ÖVP wählen. nicht alle Kulturen sind so egalitär wie die österreichisc

Freier Gedanke
01
12.12.2010, 13:18
Reine Bosheit - die Burschenschaften sprechen eine gegenteilige Sprache!

Angenommen Sie verstünden etwas von diesen tradierten Formen im Bildungsbereich - Sie schrieben nicht so dümmlich.

the photographer
00
Wenn sie nicht bis....

...zum Verlust der Muttersprache dem Gerstensaft zugesprochen habeb

Alina Zak
00
LINKE Vor-urteile gute Vorurteile?

wenn 40% Proleten sind , darf man dann alle vorverurteilen?
ja, gut , dann darf es HC auch

haghag
00
12.12.2010, 14:58
Köstlich und typisch,

dass Sie meinen Beitrag auf Burschenschaften beziehen. Denen würde ich nicht unbedingt Mängel im Umgang mit der deutschen Sprache vorwerfen, dort ist es der Inhalt, der mir Brechreiz verursacht. Die benutzen die lese- und bildungsfernen Schichten nur, um Stimmv..... zu bekommen. Und die haben naturgemäß großes Interesse am Aufrechterhalten der Sprachdistanz zum gemeinen Fußvolk.
Am sinnentleerten und lautstarken Bellen des HC ändert das aber nichts.
Im Übrigen: Sie unterschätzen grob mein Wissen über die Burschenschaften.

Alina Zak
00
aber was ist gefährlicher

0-gebildete FPÖ-ler oder halb-gebildete Linke?

"Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil." Albert Einstein

FalscherProphet
01
12.12.2010, 03:40
Die im Interview erwähnten 30% "leseferner Familien"

sind allerdings nicht alles Migranten/Ausländer.

Darunter befindet sich ein hoher Anteil autochthoner Österreicher.
So hart dies für die FPÖ-Verhetzten, die trotz statistisch nicht bestätigbarer Schuld der "Ausländer" am österreichischen Pisaversagen,

auch klingen mag...

Alina Zak
00
Halb-wissende

geht an die Schulen und schaut es euch an.
statt diese Halbwahrheiten aus pretentiösen Medien zu verbreiten

Rechtschreibfehler kommen bei beiden Gruppen vor. aber beim Sprechen erkennt man sofort wer sich schwerer tut mit sinnerfassend lesen (verstehen)

jumpingjack flash
00
11.12.2010, 13:35
eine teure schule die analphabethen hervorbringt braucht niemand!

also mir geht das zu weit - lesen kann nur der lernen dessen eltern auch lesen?
das problem ist vor allem ein schulisches - egal was dort gelehrt wird - es muss sichergestellt werden dass es auch gekonnt wird. die probleme sind demotivierte lehrerInnen, personal-geldmangel. bzgl. üben hat sich unsere gesellschaft für ein neues modell entschieden: nicht mehr eltern (mütter), grosseltern stehen zur verfügung - also muss man halt wen bezahlen der sich neben die kleinen hockt und die erst dann in die freizeit entlässt wenn sie ihre aufgaben ordentlich gemacht haben. so hat es ja früher auch funktioniert. an den leseonkel der die family vom fernsehen abhält glaub ich nicht.

schmu schubiak
03
11.12.2010, 14:49
nein, genau der falsche ansatz

die schule stellt material zur verfügung, konsumiert werden muss es von den schülern, die wiederum von ihrem elternhaus aufgefordert werden müssen, dies zu wollen.
die schule bietet sich an, zu lehren.
wird das nicht genutzt, verkommt sie zu einer teuren betreuungsstätte, schuld sind immer die eltern.

jumpingjack flash
00
11.12.2010, 15:26

? das bisserl material kann ich meinen kids auch zur verfügung stellen.
die eltern sind heute beide berufstätig und haben null zeit dafür. dass sich danebensetzen beim üben muss heute von anderen personen oder eventuell von einem computer übernommen werden. wichtig ist nur die kleinen immer wieder und so lange dazu anzuhalten - solange bis sie ein festgelegtes minimum können. jene die langsam lernen werden halt weniger zeit vorm tv verbringen können - wird ihnen sicher nicht schaden, ganz im gegenteil!

ChesneyB
00
11.12.2010, 12:40
"weiblich und männlich"

Vielleicht sollte er auch dazu sagen, daß natürlich auch Behinderte, Migranten und andere Minderheiten mitgemeint sind.
Nur: wenn man alle einschließt, die sich da möglicherweise diskriminiert fühlen, dann bringt man den Satz nie zu Ende.

schmu schubiak
01
11.12.2010, 12:40
nur so

die schule kann nicht auch noch verantwortlich gemacht werden, defizite zu kompensieren, soll sie doch nach auslegung der politik bereits die erziehung und bildung lehren.
die eltern gehören in die pflicht genommen.

jumpingjack flash
00
11.12.2010, 15:30

und wie? eltern sind erwachsene frei bstimmte bürgerInnen - wie wollen sie die in die pflicht nehmen? oder ists eine ausrede der lehrerInnen - wenn die kids nach 4 jahren vs nicht lesen und rechnen können waren halt die eltern schuld?
es gibt durchaus auch ansätze die meinen dass die eltern gar nicht so wichtig wären wie etwa freunde, schule, stars und alle anderen vorbilder.
egal - wenn ich schuhe zum schuster bringe will ich das die repariert werden, wenn ich kids in die schule bringe will ich dass die dort lesen und rechnen lernen.

DirtyHarry
00
11.12.2010, 13:36

zustimmung zu "eltern in die pflicht genommen"

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