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Der "Press Freedom Award 2010" ist am Freitag in Wien an die beiden russischen Journalisten Olga Bobrova ("Nowaja Gaseta") und Michail Beketow ("Chimkinskaja Prawda") vergeben worden. Die von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" verliehene Auszeichnung am internationalen Tag der Menschenrechte wurde heuer das zehnte Mal vergeben und richtet sich an Journalisten aus einem Südost- und Mitteleuropäischen Land.
Ausschlaggebend für die diesjährige Entscheidung der Jury waren der besondere investigative Mut und die demokratiepolitische Relevanz der eingereichten Artikel, sowie das persönliche Schicksal von Michail Beketow: Der 52-jährige ehemalige Chefredakteur der Oppositionszeitung "Chimkinskaja Prawda" thematisierte konsequent Korruption und Wahlfälschungen im Moskauer Vorort Chimki, sowie die illegale Vermarktung von Waldgrundstücken samt eines Soldatenfriedhofs für den Ausbau einer Schnellstraße und Einkaufszentren im Nahbereich Moskaus. Nach wiederholten Drohungen wurde Beketow Opfer eines Anschlags, in dessen Folge er schwerbehindert, pflegebedürftig und nicht mehr arbeitsfähig ist.
Die 28-jährige Olga Bobrova ist Redakteurin der Moskauer Zeitung "Nowaja Gazeta", für die auch die am 7. Oktober 2006 ermordete Anna Politkowskaja geschrieben hatte. Olga Bobrovas thematischer Schwerpunkt ist der Nordkaukasus. Im April 2010 veröffentlichte die "Nowaja Gazeta" Bobrovas Serie "Imarat Kaukasus: Ein Staat, den es nicht gibt". Sie beschreibt in diesen Artikeln den inneren Aufbau der im Nordkaukasus operierenden Terrororganisation "Imarat Kaukasus" und die Zunahme extremistischer Kräfte.
Der von Olga Bobrova für den "Press Freedom Award 2010 - Signal für Europa" eingereichte Artikel legt exemplarisch Korruption und den Einfluss paramilitärischer Kräfte offen. In diesem Fall in der Teilrepublik Inguschetien. (APA)
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