ÖHV-Umfrage: 84 Prozent der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels wollen Personal aufstocken - Höhere Nachfrage als im Vorjahr
Wien - In fast jedem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel gibt es noch Jobs. "Wenn es nach der Hotellerie ginge, hätte Österreich längst Vollbeschäftigung - 84 Prozent der Betriebe suchen zusätzliche Mitarbeiter", so die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn, nach einer Umfrage unter den rund 1.200 Mitgliedsbetrieben mit mehr als 40.000 Arbeitnehmern.
Etwas mehr als die Hälfte der befragten Hotels (52 Prozent) sucht Mitarbeiter für das Service, und je gut ein Drittel für die Küche (38 Prozent) und für die Etage (35 Prozent). Im November verringerte sich die Arbeitslosigkeit im Tourismus laut Arbeitsmarktservice (AMS) um 3,9 Prozent. Parallel dazu erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,5 Prozent und die Zahl der offenen Lehrstellen um 8,3 Prozent.
Thema Saisonnierkontingente
Den höchsten Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern melden die Betriebe in Salzburg - dort sind 97 Prozent auf Personalsuche. Fast die Hälfte der Hoteliers (44 Prozent) würden bei größeren Saisonnierkontingenten weitere Arbeitnehmer einstellen. "Die Gewerkschaft hat es mit der Reduktion der Saisonnierkontingente für ihre Klientel gut gemeint. Erreicht hat sie das Gegenteil. Die Reduktion der Kontingente hat sogar Arbeitsplätze zerstört", so Schellhorn.
Weniger als 1.481 Euro brutto
Diesen Vorwurf weist vida-Vorsitzender Rudolf Kaske als "absurd" zurück. "Wir haben genug Arbeitnehmer, die im Hotel- und Gastgewerbe ausgebildet wurden. Dringend nötig wäre aber die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Branche", so Kaske. Ständig nach neuen billigen Arbeitskräften zu schreien, bringe den österreichischen Tourismus nicht weiter. Jeder zweite Tourismus-Beschäftigte verdiente 2009 pro Monat weniger als 1.481 Euro brutto. Die Beschäftigungsdauer im Tourismus sei unverändert niedrig, das Einkommen trotz Fachausbildung im Branchenvergleich gering und die Zukunftsperspektiven schlecht. Die Arbeitnehmer im Hotel- und Gastgewerbe waren 2009 im Durchschnitt nur rund 6,5 Monate beschäftigt. (APA)