Gentechnik

Mäuse mit zwei Vätern, aber ohne Mutter gezüchtet

11. Dezember 2010, 16:44

Neue Technik könnte in Zukunft zur Erhaltung bedrohter Arten eingesetzt werden

Washington - Gentechniker in den USA haben aus dem Erbgut von zwei männlichen Mäusen lebensfähige Nachkommen gezüchtet. Die neue Technik könnte auf lange Sicht zur Erhaltung bedrohter Arten eingesetzt werden und möglicherweise irgendwann einmal gleichgeschlechtlichen Paaren zu Kindern verhelfen, heißt es in der Studie, die im US-Fachblatt Biology of Reproduction veröffentlicht wurde.

Bei einer Abwandlung des Vorgehens sei auch die Zucht von Mäusen aus dem Ergut zweier Mütter denkbar, hieß es darin. Die Technik erfordere aber "noch erhebliche Verfeinerungen", ehe sie vielleicht einmal beim Menschen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden könne, schrieb Studienautor Richard Behringer vom MD Anderson Cancer Center in Texas.

"Entmannte" Zellen

Für das Experiment entwarfen die US-Wissenschafter einen komplexen mehrstufigen Prozess, in dem weibliche Mäuse nur als Leihmutter zum Austragen von Föten eine Rolle spielen. Aus dem Erbgut männlicher Mäuseföten wurden zunächst sogenannte Induzierte Pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) isoliert, die genetisch umprogrammiert wurden. Das geschlechtsprägende XY-Chromosom verlor seinen Y-Teil - also jenes Bestandteil, der die Maus zum Männchen macht. Übrig blieb ein einzelnes X-Chromosom ohne Y-Gegenstück (X0-Zelle).

Diese genetisch "entmannten" X0-Zellen wurden in weibliche Mäuse-Embryos eingesetzt, die von Leihmüttern ausgetragen wurden. Die auf diese Weise geborenen Mäuse enthielten die X0-Zellen des Vaters und wurden mit normalen männlichen Mäusen gepaart. Der Nachwuchs - männlich wie weiblich - wies daraufhin genetische Merkmale beider Väter auf: Kombiniert sich das X0-Chromosom des ersten Vaters mit einem Y-Chromosom des zweiten Vaters, entsteht ein Mäusejunge mit XY-Chromosom. Steuert der zweite Vater ein weiteres X-Chromosom bei, entsteht ein Mäusemädchen mit weiblichem XX-Chromosom. (red/APA/AFP)

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16 Postings
Popper
01
13.12.2010, 11:04
Aber wo bleibt da die Lust beim Kindermachen?

Der unglaubliche Bert
10
12.12.2010, 17:11
Nau oiso!

marty fink
010
12.12.2010, 10:35
Gibt's dafür jetzt

eine Zitrone auf diestandard.at?

Zinnmo
 
01
11.12.2010, 21:51
Genaugenommen haben die Mäuse doch auch eine genetische Mutter

Sie haben nämlich nicht nur jeweils einen Chromosomensatz von den beiden "Vätern" bekommen. Die Mitochondrien - und damit deren Erbgut (mitochondriale DNA) stammt von der Eizellenspenderin.

Hotblack_Desiato
00
14.12.2010, 20:36
diesmal nicht

die dinger stecken in der stammzelle. und die stammzelle wiederrum kann ja von einem der väter stammen. natürlich hat der sie von seiner mutter, aber prinzipiell sind das mitochondrien aus einem männchen.

Justin Credible
11
11.12.2010, 19:11
Coole Sache!

:)

pox vobiscum
11
11.12.2010, 18:11

Und welche Vorteile hat so eine komplizierte Vorgangsweise? Zwei Väter, eine Leihmutter und eine nicht ganz eindeutig definierbare Zwischengeneration, also ich weiß nicht...

L. Bob Rife
18
11.12.2010, 17:49
Und wann, verdammt, schafft es die Wissenschaft endlich

einen Affen mit vier Ärschen zu züchten?!

Nick Tameer
00
11.12.2010, 19:29

Übereinander, seitlich angeordnet oder verschachtelt?

lukas820
00
11.12.2010, 18:48

Warte auch schon verzweifelt drauf

pox vobiscum
00
11.12.2010, 18:56

Hühner mit vier Keulen wären besser zu vermarkten.

Heavyweather
00
14.12.2010, 21:42

Den Witz dazu kennst aber schon?

Nick Tameer
00
11.12.2010, 19:28

Oder Schweine mit mehr Rippen für Koteletts - aber das gab es ja schon.

pox vobiscum
00
11.12.2010, 20:45

Hat sich irgendwie nicht bewährt, aber vielleicht sollte man mit dieser neuen Technik einen zweiten Versuch starten.

Nick Tameer
01
11.12.2010, 16:52

Da verschmelzen nicht nur Chromosomen, da wachsen auch Gentechnik und Gendertheorie zur Gendertechnik zusammen.

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