Ku-Klux-Klan kann weiter Visa und Mastercard nutzen

9. Dezember 2010, 19:59

Finanzdienstleister will Kreditkartenunternehmen wegen Wikileaks vor Gericht bringen

Der auch für Wikileaks tätige isländische Finanzdienstleister Data Cell ehf hat am Donnerstag eine Klage gegen die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard angekündigt. Die beiden Unternehmen hatten bekannt gegeben, keine Zahlungen mehr an die Enthüllungsplattform weiterzuleiten. Data-Cell-Chef Andreas Fink sagte der Nachrichtenagentur AP, er wolle die Kreditkartenunternehmen in London vor Gericht bringen. Als Reaktion auf die Verbreitung geheimer Dokumente des US-Außenministeriums hatten zahlreiche Unternehmen die Zusammenarbeit mit Wikileaks aufgekündigt.

"Es ist einfach lächerlich zu denken, Wikileaks habe irgendetwas Kriminelles getan"

"Es ist einfach lächerlich zu denken, Wikileaks habe irgendetwas Kriminelles getan", schrieb Fink. Es sei schwer zu glauben, dass eine solch große Gesellschaft wie Visa es sich leisten könne, politische Entscheidungen zu treffen. Mastercard gab zunächst keine Stellungnahme ab. Der Sprecher von Visa-Europa, Simon Kleine, sagte, Organisationen könnten so lange Gelder über Visa erhalten, solange sie nicht gegen die Betriebsrichtlinien und lokale Gesetze verstießen. Doch, welchen Regeln Wikileaks zuwider gehandelt haben soll, sagte er nicht.

Unverständnis

Der offensichtliche Versuch, die Finanzflüsse der Enthüllungsplattform trockenzulegen, hat vermutlich zu einer Reaktion sympathisierender Aktivisten geführt: Die Internetseite von Mastercard war am Mittwoch zwischenzeitlich nicht zu erreichen. Für Unverständnis sorgte vor allem, dass rassistische Organisationen wie der amerikanische Ku-Klux-Klan oder die rechtsextreme British National Party Zahlungen über die Kreditkartenunternehmen abwickeln können.

Die über Visa und Mastercard angewiesenen Spenden für Wikileaks seien noch bis mindestens Mitte kommender Woche eingefroren, sagte Fink. Dadurch verliere seine Firma bares Geld. "Die Verweigerung von Kreditkartenautorisierungen zerstört im Grunde unser Geschäft", sagte er.

Kündigung

Der Online-Zahlungs-Dienstleister PayPal kündigte unterdessen an, das Konto einer Stiftung, die Wikileaks unterstützt, wieder freizugeben. (APA/dapd)

 

Kommentar posten
10 Postings
chg4711
00
11.12.2010, 05:11
Jeder Kaufmann

kann sich aussuchen mit wem er Geschäfte machen will, und mit wem nicht.

Peter W1
 
00
13.12.2010, 12:19

Vollkommener Unfug. Er steht nicht jenseits der Grundrechte. Und genau das wird Unternehmen gerade beigebracht.

Flesh Gordon
00
10.12.2010, 16:18

Link zu den KKK Figuren? Möchte das ganze dringend weitergeben

salt&pepper
21
10.12.2010, 01:07
so sieht's aus Leute.

opryde
03
9.12.2010, 22:33
das ist schlichtweg diebstahl.

paypal wird die entstehenden zinsen wohl nicht der caritas spenden.

Mathias
 
47
9.12.2010, 22:26
Für Unverständnis sorgte vor allem, dass rassistische Organisationen wie der amerikanische Ku-Klux-Klan oder die rechtsextreme British National Party Zahlungen über die Kreditkartenunternehmen abwickeln können.

Was sagt das wohl aus? Da müssen in den Chefetagen wohl auch ein paar "Rassisten" sitzen ....

fossey
01
10.12.2010, 10:00

Ja klar, da geht's um Rassismus. Sicher nicht um rücksichtslose Geldmacherei.

FrittenFritz
 
00
10.12.2010, 09:48

I loled

newage cybercop 2012
92
10.12.2010, 03:01
paranoia

nimm deine medis und geh schlafen.

celesto
34
9.12.2010, 20:09

die frage ist, würde er es auch tun ohne finanziell einen schaden zu tragen? aber mir gefällts, dass sich ein unternehmen (und ich habe auch ein interview mit ihm gesehen) sich hinter wikileaks stellt.

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