"Das Kioto-Protokoll ist nicht fair"

9. Dezember 2010, 19:00
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MITSUO SAKABA ist japanischer Botschafter und in Cancún zuständig für die Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention.
    foto: reuters/henry romero

    MITSUO SAKABA ist japanischer Botschafter und in Cancún zuständig für die Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention.

Der japanische Botschafter Mitsuo Sakaba im STANDARD-Interview: Tokio wird einer zweiten Verpflichtungsperiode nicht zustimmen

 In der Frage des Kioto-Protokolls bleibt Japan hart: Tokio werde einer zweiten Verpflichtungsperiode nicht zustimmen, sagte der japanische Botschafter Mitsuo Sakaba zu Julia Raabe in Cancún. Das Land strebt ein ganz neues Abkommen an.

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STANDARD: Japan hat zu Beginn der Verhandlungen angekündigt, einer zweiten Verpflichtungsperiode unter dem Kioto-Protokoll nicht zustimmen zu wollen. Bleibt es dabei?

Sakaba: Wir haben unsere Position nicht geändert. Japan ist zu einer zweiten Periode nicht bereit.

STANDARD: Warum das Nein?

Sakaba: Das Protokoll ist kein fairer Mechanismus, weil große Emittenten wie die USA, China, Indien, Brasilien darunter nicht verpflichtet sind. Als es 1997 angenommen wurde, erwartete man, dass es mehr als die Hälfte der globalen Emissionen abdecken würde. Jetzt ist der Anteil aber weniger als 27 Prozent, und er wird weiter sinken. Wir sollten also daran arbeiten, ein effektiveres System zu entwickeln, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen.

STANDARD: Was heißt das konkret?

Sakaba: Ein neuer Rahmen unter Beteiligung aller großen Emittenten. Nach Kopenhagen haben mehr als 140 Länder Zusagen über die Senkung ihres Ausstoßes übermittelt. Insgesamt sind das mehr als 80 Prozent der globalen Emissionen. Das sind effektive Bemühungen. Unser Ziel ist ein neuer, rechtlich verbindlicher Rahmen mit allen Hauptemittenten. Wir wissen, dass dies nicht sofort möglich ist. Unsere Idee ist, zum Übergang einen weicheren Rahmen einzurichten. Nicht rechtlich verbindlich, aber nicht frei von Verpflichtungen, denn Monitoring und Verifikation sollten dazugehören.

STANDARD: Viele Länder bestehen auf einer zweiten Periode. Riskieren Sie ein Scheitern der Gespräche?

Sakaba: Der Vorteil wäre, dass wir einen neuen Fonds errichten könnten. Die USA lehnen das ab, solange es keine Maßnahmen bei den Schwellenländern mit hohen Emissionen gibt. Auch Japan hat Schwierigkeiten damit. Sobald wir einen weicheren Rahmen einrichten, der die großen Emittenten einbezieht, können Entwicklungsländer sofort von einem neuen Fonds und 100-Milliarden-Dollar-Verpflichtungen der entwickelten Länder profitieren. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2010)

Österreich sollte einer zweiten Verpflichtungsperiode auch nicht zustimmen.

aber wal fressen ist fear gel?

Wegweiser Cancun

Ein Durchbruch bezüglich der Reduktion von Treibhausgasen ist in Cancún nicht zu erwarten. Dafür steigt das Interesse an flexiblen Mechanismen, etwa dem Emissionshandel. Auch wenn alternative Foren hier zukünftig eine große Rolle spielen müssen, brauchen wir jedoch eine globale Marschrichtung:
http://bit.ly/h7xcxM

""Das K[y]oto-Protokoll ist nicht fair"

Japan hat Recht.

Bei aller Sympathie für systematische Maßnahmen zur Drosselung des Klimawandels - ohne China, die USA, Indien und Brasilien ist ein derartiges Abkommen praktisch sinnlos, wenn nicht gar kontraproduktiv.

kann ihnen nur zustimmen, die eu und japan haben grob gerechnet 600 mio einwohner
wenn man china, indien, usa, russland und zusammenzählt, dann kommt man auf ein vielfaches

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