"Auch Marta war eine Lügnerin"

10. Dezember 2010, 19:38
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    Im Jahr 2006 sprengte die Polizei mit der "Operación Puerto" ein weit verzweigten Dopingring im Radsport. Nun gibt es wieder eine Razzia in Spanien: Im Mittelpunkt stehen diesmal Spaniens Leichathletik-Star Marta Dominguez - und abermals Dopingarzt Eufemiano Fuentes (l.)

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    Marta Dominguez wurde 2009 als Europas Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet.

Schock nach Verhaftung von beliebter 3.000-m-Hindernis-Weltmeisterin Dominguez - Umstrittener Arzt Fuentes erneut im Mittelpunkt

Madrid - Die Sportnation Spanien steht unter Schock. Als wären Wirtschafts- und Schuldenkrise nicht schon genug, macht das Land nun auch noch wegen eines riesigen Leichtathletik-Dopingskandals mit 14 Festnahmen international negative Schlagzeilen. Dabei hatte das Land nach dem WM-Titel im Fußball oder dem Wimbledon-Sieg von Rafael Nadal monatelang das "Goldene Zeitalter" des spanischen Sports gefeiert. "Das ist der Todesstoß für unsere Leichtathletik", keuchte nun das Fachblatt "Sport" am Freitag.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen der "Operacion Galgo" (Operation Windhund) steht der umstrittene Mediziner Eufemiano Fuentes, der schon 2006 die Schlüsselfigur im großen Radsportskandal der "Operacion Puerto" (Operation Bergpass) gewesen war. Mit seiner Schwester Yolanda, die ebenfalls Ärztin ist, soll der 55-Jährige laut den Ermittlungen der Guardia Civil in Zusammenarbeit mit Trainern Dopingpläne für mehrere Sportler entworfen haben. Zum Einsatz seien dabei EPO, Anabolika, Steroide und auch Eigenbluttransfusionen gekommen.

Dies nährt zugleich einen schlimmen Verdacht: Schon 2006 hieß es, nicht nur Radsportler hätten die Dienste von Fuentes in Anspruch genommen. Beweise gab es dafür bisher aber nicht. Der frühere Vorsitzende der spanischen Antidopingkommission, Guillermo Jimenez, sagte am Freitag: "Es gibt in Spanien ein Dopingnetzwerk. Ihm gehören Ärzte und Sportler an, die unseren Sport beschmutzen."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilte mit, dass es "jede Initiative von nationalen Behörden bei Untersuchungen und Maßnahmen gegen mögliche Dopingaktivitäten" begrüße. IOC-Vizepräsident Thomas Bach äußerte sich zufrieden. "Es zeigt, dass die neue Gesetzgebung in Spanien funktioniert. Mich freut, dass an die Hintermänner rangegangen und dadurch ein Sumpf trockengelegt wird", erklärte Bach. Er hoffe, dass darüber hinaus in einer engen Zusammenarbeit mit den Sportorganisationen "die entsprechenden Sanktionsmaßnahmen getroffen werden können".

Dass ausgerechnet Spaniens erfolgreichste Leichtathletin Marta Dominguez in den Skandal verwickelt sein soll, stößt die Spanier zusätzlich vor den Kopf. Zumal die gefeierte Läuferin im Lichte der Ermittlungen nun als abgebrühte Dealerin dasteht, die andere Sportler mit Dopingmitteln versorgt haben soll. Dafür drohen bis zu zwei Jahre Haft. In ihrer Wohnung seien verdächtige Substanzen mit verschlüsselten Etiketten gefunden worden, hieß es.

Dominguez auch Verbands-Vize

"Auch Marta war eine Lügnerin", stellte die Sportzeitung "Marca" verbittert fest. In Leichtathletik-Kreisen soll es aber ein offenes Geheimnis gewesen sein, dass mit der 35-Jährigen, die 2009 als Europas Leichtathletin des Jahres geehrt worden war, etwas nicht stimme. Ihr ebenfalls festgenommener Trainer César Pérez sei als "der Dealer von Eufemiano Fuentes" bekanntgewesen, hieß es. Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) teilte mit, er beobachte die Ermittlungen und warte deren Ergebnisse ab. Noch sei die IAAF aber nicht offiziell informiert worden.

Die Weltmeisterin im 3.000-Meter-Hindernislauf wurde jedenfalls bis auf weiteres als Vizepräsidentin des Leichtathletik-Verbandes (RFEA) abgesetzt. Die Affäre habe dem Image der spanischen Leichtathletik schweren Schaden zugefügt, schrieb Verbandschef Josr Maria Odriozola in einem Brief. Der RFEA rief zwar dazu auf, Dopingsünder hart zu bestrafen. "Wir werden das ohne Rücksicht tun, wenn nachgewiesen wird, dass ein Sportler betrogen hat." Es müsse aber auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung gelten. Da Dominguez im vierten Monat schwanger ist, war sie am Donnerstag nach einem achtstündigen Verhör unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden.

Spaniens Sport-Staatssekretär Jaime Lissavetzky, der sich stets für Nulltoleranz beim Doping ausspricht, hielt sich zurück: "Solange die Ermittlungen noch laufen, kann ich zur Situation von Dominguez nichts sagen." Es sei aber "sehr traurig" über die Vorwürfe. "Es wäre furchtbar, wenn einige wenige Betrüger die Opfer vieler ehrlicher Sportler beschmutzen würden", sagte Vizeregierungschef Alfredo Perez Rubalcaba.

Abgehörte Telefongespräche brachten die Fahnder auf die Spur der Umtriebe. Die Polizei habe die Verdächtigen monatelang beobachtet und überwacht, berichtete die Presse. Zudem habe der im vorigen Jahr des Dopings überführte Geher Paquillo Fernández der Polizei wichtige Hinweise zur Aufdeckung des Falls geliefert. Am Sonntag sollen die Festgenommenem dem Haftrichter vorgeführt werden. (APA/dpa)

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karl ingwer
00
warum erwähnt der Standard die

"Operation Puerto" immer nur im Zusammenhang mit dem Radsport? Es ging damals um mehr als 200 Sportler, 60 davon aus dem Radsport.

Als selbsternannte Qualitätszeitung sollte man schon ein bisschen recherchieren...

der worte freiheit keine grenzen
00
16.12.2010, 07:46
Herr Fuentes - bitte die spanische Wirtschaft dopen !

Berndi1
00
12.12.2010, 17:29

Wann gibt es endlich Razzien bei Real Madrid und FC Barcelona.
Die haben anscheinend so grossen Einfluss, dass sie die Dopingrazzien abwehren können.

Dunkelgrau
00
12.12.2010, 16:11
Betrüger gibt es in allen Lebensbereichen

Egal ob in der Wirtschaft oder im Sport. Aber die heile Welt verkauft sich für Sponsoren halt besser.

vikto1313
01
12.12.2010, 01:38
Alles nur eine Farce!

In Wirklichkeit wissen alle die mit Spitzensport (LA, Radfahren, usw) zu tun haben (Athleten, Reporter, Trainer, Betreuer, Sponsoren etc.), das gedopt wird.

Es darf aber kein Fehler (Nachweis) begangen werden. Dann stürzen sich alle wie Hyänen auf das Opfer und spielen die Empörten.

Viele Sportler merken nicht einmal, dass sie nur Spielball in einem übergeordneten System sind. In diesem System sind sie dazu da die Masse zu unterhalten. Sponsoren, Ärzte, Trainer, Politiker, Reporter etc. leben vorzüglich auf Kosten der Gesundheit der Sportler. Solange sie ihren Zweck erfüllen schmückt man sich mit ihnen. Wenn sie erwischt werden lässt man sie fallen wie eine heiße Kartoffel.

Aber jeder ist alt genug und weiß, auf was er sich einlässt

Hofer1002
20
11.12.2010, 12:14
gut

das seit dem erwischen vom Kohl das Doping im Österreichischem Sport der Vergangenheit angehört.Vielleicht sollte man ehemalige Leistungssportler wie Graf und Totschnig oder Zadrobilek zu Anti Doping Botschaftern in A machen....

Ironie1988
00
12.12.2010, 21:24
haha

der war echt gut ^^ ich danke ihnen recht herzlich dafür,dass sie mir ein lächeln auf die lippen zaubern konnten

"a bier!" - fuer das beste im mann
13
11.12.2010, 09:26

der einzig saubere sportler der welt ist felix gottwald. der nimmt nur honigbrote und johannisbeersaft zu sich.

dieter tafel
00
11.12.2010, 18:25

naja weiss nicht ob man sich gerade über den Herrn Gottwald (eine echte Ausnahmeerscheinung) jetzt da lächerlich machen soll...

christian becker
01
11.12.2010, 18:24

und die alexandra meissnitzer mit Wiesbauer Wurst

black fazer
 
03
10.12.2010, 12:27

Auch wenn's langsam fad wird - es gibt KEINEN Hochleistungssport ohne Doping - schon gar nicht in der Leichtathletik. Akzeptiert es endlich...

harakiri
01
11.12.2010, 11:58

Aber es gibt selbst im Hochleistungssport ehrliche Leut. Sogar in der Leichathletik. Und im Radsport wirds auch ein paar geben.

Ich frag mich eher wie so ein Skandal in Österreich aussehen würde... wenn alle Skifahrer, Skispringer, Langläufer etc. überführt würden... huiiii

vikto1313
00
12.12.2010, 01:41

Wird es geben, aber die befinden sich Leistungsmäßig im Niemandsland. Das ist ungefähr so als würden sie mit dem Fahrrad einen Motorradgrandprix gewinnen wollen.

Nick Not
00
11.12.2010, 13:35

die gehen dann zum ORF.

Ahnungs Loser
12
10.12.2010, 09:51
so sehr ichs den spaniern auch vergönne

aber die erfolgswelle der letzten zwei jahre in nahezu allen sportarten hat ja schon was von DDR...

charley franchini
44
10.12.2010, 09:21

freu mich auf die leistungskurven von barcelona und real. nadal wuerde ohne fuentes vermutlich seine karriere beenden.

maxx 77
00
10.12.2010, 19:29

"Damals waren mehr als 50 Radprofis, darunter Größen wie Jan Ullrich (GER), Ivan Basso (ITA) oder Alejandro Valverde (ESP), in die Doping-Schlagzeilen geraten."

Interessant wäre auch zu wissen, warum ca. 150 Fußballer, Tennisspieler, Leichtathleten usw. NICHT in die Schlagzeilen gerieten...

systemfehler1
04
10.12.2010, 07:34
Es gilt die Unschluckvermutung.

Sergej Lebed
16
9.12.2010, 23:16

Unpackbar. Meines Wissens war Marta Dominguez sogar Europäische Leichtathletin des Jahres 2009. Tolles "Vorbild" für Nachwuchssportler(innen), die Dame (als vernunftbegabter erwachsener Sportinteressierter muss man natürlich sagen: "Wos host denn glaubt?").

Als Ösi sollte man ja beim Thema Doping den Ball schön flach halten, aber schön langsam glaube ich, dass man in Spanien - egal in welcher Disziplin (wurscht ob Leichtathletik, Fußball, Tennis, etc.) - saubere Leistungssportler(innen) mit der Lupe suchen muss. Ich glaub´, dort musst du dich rechtfertigen, wenn du sauber bist. :-p

Austro-Spanier0
90
10.12.2010, 20:13
schön langsam glaube ich, dass man in Spanien - egal in welcher Disziplin (wurscht ob Leichtathletik, Fußball, Tennis, etc.) - saubere Leistungssportler(innen) mit der Lupe suchen muss.

Sie haben doch sicher Beweise für ihre Anschuldigungen, oder nicht? Vorsicht, wenn man jemanden einer Tat beschuldigt, sollte man gefälligst Beweise vorbringen, oder besser die Klappe halten, denn mann könnte sich der Verleumdung schuldig machen.

Sergej Lebed
00
12.12.2010, 19:21

Ich fürcht´ mich schon...

Von Ihnen kommt immer der gleiche Unsinn, wenn es um spanische Dopingaffären geht (und die Artikel dazu mehren sich...).

Ein heißer Tipp: Die Masse zwischen den Ohren zum Denken benutzen, dann kommen Sie vielleicht darauf, warum nach der Operation Puerto von den 150 Namen auf der Liste nur ausgewählte, wie etwa Ulrich und Basso, veröffentlicht wurden und der Rest unter den Tisch gekehrt wurde.

Dass Ihre iberischen Sportidole allesamt schwerstens drogiert sind, weiß jeder, der 1+1 zusammenzählen kann...

FRITZZ
00
11.12.2010, 20:06

Bei der Fuentes Affäre finden sich eine Unmenge an Beweisen und Hinweisen - nur werden die von Spanien nicht untersucht, weil das die Nation beschädigen könnte ... Recherchieren sie das einmal am besten selbst.

LL MM
00
11.12.2010, 13:06

Na geh. Wer soll ihn denn klagen? Der spanische Staat? Die Gemeinschaft aller spanischer Sportverbände?

Er hat ja niemanden konkret beschuldigt.

HLH
03
11.12.2010, 00:10
GLAUBEN

darf jeder immer noch was er will!

Austro-Spanier0
10
11.12.2010, 13:38
Glauben

sie wirklich, dass es jemanden interessiert, was andere glauben;-)

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