Proteste und Negativ-Preise

9. Dezember 2010, 17:49

Das Cancún-Messezentrum gehört den Aktivisten

Cancún - Die Studenten haben sich günstig platziert: Im Innenhof des Cancún-Messezentrums haben sie ein Plakat aufgebaut. "Clean Energy Future" prangt darauf, auch auf Chinesisch. Hier müssen alle vorbei, die vom Sicherheitscheck zu den Bussen gehen, die zum Moon Palace, dem Verhandlungsort, fahren. Kooperation und ein gegenseitiges Verständnis zwischen den USA und China - das wollen die Studenten und NGO-Aktivisten aus den beiden Ländern erreichen. "Wir wollen unseren Führern zeigen, dass es, wenn wir das können, auch ihnen möglich ist" , sagt die Chinesin Yiting Wang, die in den USA studiert.

Im Messezentrum, etwa 20 Minuten Busfahrt vom Moon Palace entfernt, haben die NGOs, Forschungsinstitute und UN-Organisationen Stände aufgebaut, verteilen Infomaterial und organisieren Vorträge, Präsentationen, Pressekonferenzen.

Hier wird auch, wie jedes Jahr bei den Gesprächen, der tägliche Negativ-Preis von NGOs vergeben - für Länder, die die Verhandlungen besonders blockieren. Japan ist dabei, wegen seiner Weigerung, eine zweite Periode des Kioto-Protokolls zu akzeptieren. Spitzenreiter der Auszeichnung "Fossil of the Day" scheint derzeit jedoch Kanada zu sein, dem die zweifelhafte Ehre mehrfach zuteil wurde. Es unterstütze ein "Zombie-Kioto" - eine Verlängerung des Protokolls, aber ohne eigene Verpflichtungen, so die NGOs.

Unter der Ägide von Via Campesina und Diálogo hat es zum Start der Gespräche auf Ministerebene eine große Demonstration gegeben, die forderte, die Rechte von Indigenen in ein Waldschutz-Abkommen einzubeziehen. Der geplante Marsch auf den Moon Palace wurde Kilometer vor dem Ziel von der Polizei gestoppt. (raa/DER STANDARD, Printausgabe, 10.12.2010)

 

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