In Österreich sind mehr Computertomografen und andere medizinische Großgeräte im Einsatz als notwendig - Der Rechnungshof kritisiert die Planlosigkeit im Einsatz der teuren Apparaturen
Salzburg - Computer- und Magnetresonanztomografen, Strahlentherapiegeräte und ähnliche medizinische Hightechanlagen mehr: Der Rechnungshof schätzt, dass in Österreich mit Stand Ende 2007 derartige Großgeräte im Wert von rund 300 Millionen Euro im Einsatz waren. Eine Schätzung, denn, so der Bundesrechnungshof in seinem am Donnerstag publizierten Bericht "Medizinisch-technische Großgeräte mit Schwerpunkt in Niederösterreich und Salzburg", die Datenlage im Gesundheitsministerium ist mangelhaft. Die Daten wären nicht geeignet, "Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit und Ausstattung" der Apparate zu beurteilen.
Abweichung vom "idaltypischen Bedarf"
Folgt man der Argumentation des Rechnungshofes, dann herrscht im Einsatz der großen Hightech-Apparaturen weitgehend Planlosigkeit. Schon der vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen erstellte Großgeräteplan weiche vom "idealtypischen Bedarf" ab - sieht also mehr Geräte vor, als ursprünglich erhoben worden waren. Dazu kommt, dass sich wenige an diesen Plan gehalten haben dürften: "Österreichweit wichen bei allen sechs Großgerätearten sowohl der Planwert laut Großgeräteplan als auch der tatsächliche Gerätebestand vom idealtypischen Bedarf ab." Die für die einzelnen Bundesländer spezifisch festgelegten Obergrenzen seien allein in den Jahren 2005 bis 2009 insgesamt achtmal nach oben korrigiert worden. Dies deute "auf kurzfristige, anlassbezogene Anpassungen" hin. Trotzdem wären hierzulande außerhalb der Spitäler acht Computertomografen mehr in Betrieb als geplant.
Salzburgs Gesundheitslandesrätin Erika Scharer (SPÖ) lässt die Kritik nicht gelten. Sie verweist auf eine um zwölf Prozent gestiegene Nachfrage. Dies mache neue Geräte notwendig. Dass Spitalpatienten zu niedergelassenen Ärzten mit Großgeräten ausgelagert werden, ist für Scharer nicht patientengerecht und gesundheitspolitisch nicht vorstellbar. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 10.12.2010)