Wohnkosten in Kärnten steigen überproportional

  • In Kärnten (Bild: Lindwurm in Klagenfurt) legten die Genossenschafts-Mieten zuletzt stärker zu als der private Sektor.
    foto: apa/eggenberger

    In Kärnten (Bild: Lindwurm in Klagenfurt) legten die Genossenschafts-Mieten zuletzt stärker zu als der private Sektor.

Genossenschaftswohnungen legten stärker zu als der private Sektor - Einkommen konnten mit Preissteigerung nicht mithalten

Die Gesamtwohnkosten für Kärntens Mieter haben sich seit 2008 um 5,03 Prozent erhöht, während die Einkommen in diesem Zeitraum nur um 3,56 Prozent stiegen. Untere Einkommensgruppen müssen bereits rund die Hälfte ihres Gehalts oder sogar mehr fürs Wohnen ausgeben, sagte Günther Goach, Präsident der Kärntner Arbeiterkammer, am Donnerstag.

Die Hauptursache für die überproportional gestiegenen Mieten erblickt Goach im Genossenschafts-Sektor. Dort betrug die Verteuerung seit 2008 nämlich 5,6 Prozent, während die Kosten in privat vermieteten Unterkünften nur um 2,4 Prozent zulegten. "Ursache dafür sind sowohl die abgestuften Tilgungspläne, die steigende Rückzahlungsraten bei der Wohnbauförderung zur Folge haben, als auch der erhöhte Sanierungsbedarf älterer Wohnungen", erklärte Goach.

Die Mieten in Genossenschaftswohnungen liegen freilich immer noch um ein Viertel unter jenen im privaten Sektor. Dies ergab eine Mietenerhebung, die die Kärntner AK im Sommer per Fragebögen durchführte. 447 Mieter nahmen daran teil, darunter 266 Personen, die in einer Genossenschaftswohnung leben, und 181 Privatmieter. Die meisten Einsendungen für die Mietenerhebung gab es aus den Bezirken Klagenfurt-Stadt und Land mit 35,8 Prozent, gefolgt von Villach mit 24,1 Prozent.

Kaum Startwohnungen

Der AK-Präsident fordert nun eine Neuordnung der Rückzahlungsraten. Derzeit sehen die Tilgungspläne des Kärntner Wohnbauförderungsgesetzes vor, dass sich die Rückzahlung ab dem 21. Jahr von 1,25 auf 2,75 Prozent erhöht. Goach schlägt hier einen Maximalsatz von zwei Prozent vor. Dadurch verlängere sich die Kreditlaufzeit und die Kosten seien für die Haushalte leichter finanzierbar, denn für viele werde Wohnen eine immer stärkere Belastung.

Ein spezielles Problem in Kärnten sei aber auch ein Mangel an Kleinwohnungen. Es gebe zu wenig günstige Genossenschaftswohnungen, auch Startwohnungen seien kaum vorhanden, erklärte Goach, der deshalb auch die Wiedereinführung der Zweckbindung des Wohnbauförderungsbeitrags fordert. Mit diesen Mitteln soll mehr günstiger Wohnraum geschaffen werden.  (red/APA)

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