Ruhr.2010 mit offenem Finale

9. Dezember 2010, 14:55

Nach Publikumserfolg: Einige Kulturhauptstadt-Projekte sollen fortgesetzt werden

Oberhausen - Die Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet will nach einem erfolgreichen Programm mehr als 30 Projekte dauerhaft fortsetzen, sagte Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt am Donnerstag in Oberhausen bei einer Bilanz des Festjahres. Das gelte etwa für die enge Zusammenarbeit der Museen in der Region unter dem Schlagwort "Ruhrkunstmuseen" oder die künstlerische Gestaltung des Rhein-Herne-Kanalufers.

Entscheidend sei es, die Aktivitäten für die ganze 5,3-Millionen- Einwohner-Region auch künftig zu bündeln und nicht in altes Kirchturmdenken zurückzufallen, forderte Pleitgen. Als Klammer könne dabei die bestehende Gesellschaft Kultur Ruhr GmbH (Gelsenkirchen) dienen, die bisher mit Unterstützung des Landes NRW das renommierte Theater- und Opernfestival Ruhrtriennale trägt.

In den Ruhr-Kommunen gibt es nach den Worten eines Regionalverbandssprechers eine Mehrheit dafür, ihre 2,4 Millionen Euro jährlicher Förderung für die Kulturhauptstadt auch weiterhin zu zahlen. "Wir haben gegen das veraltete Bild als heruntergekommene Industrieregion starke, frische Bilder gesetzt", sagte Pleitgen. "Jetzt darf es aber keinen Absturz geben."

Am 18. Dezember feiert die Ruhr.2010 auf einer ehemaligen Zeche in Gelsenkirchen offiziell ihr Finale. Das Programm mit insgesamt 5500 Veranstaltungen läuft aber bis zum 31.12.2010 weiter. Ruhr.2010 hatte mit einem Mix aus Unterhaltungs- und Hochkultur vom revierweiten Gesangstag "Day of song" bis zur Avantgarde-Dichterlesung rund 10,5 Millionen Menschen angezogen und damit einen Besucherrekord aufgestellt. Der Etat des Festjahres von 61,5 Millionen Euro konnte eingehalten werden. Im Gegensatz zu den Kulturhauptstädten 2010 in Istanbul und Pecs (Ungarn) gab es auch keinen Streit und Führungswechsel im Leitungsteam.

Erstmals hatte sich mit dem Ruhrgebiet unter der Führung der Industriestadt Essen eine ganze Region mit mehr als fünf Millionen Menschen als Kulturhauptstadt beworben. Nach dem Festjahr sehen sich die Ruhr.2010-Macher gleichauf mit den großen Zentren Europas: "Europa hat eine neue Sehenswürdigkeit", heißt es auf im Ruhrgebiet geklebten Großplakaten, die den Turm der Essener Zeche Zollverein neben dem Eiffelturm und dem schiefen Turm von Pisa zeigen. (APA)

 

  • Vom schwierigen Umgang mit der Historie [2]

    Titelbild "Nemci in Maribor": Ein Schlüsselprojekt der Kulturhauptstadt widmet sich seiner ehemals deutschsprachigen Bevölkerung und ist ein wichtiges Symbol einer lokalen Vergangenheitsbewältigung

  • "Wendepunkt"

    Die Suche nach der Kulturhauptstadt [16]

    TitelbildMaribor, zusammen mit Guimaraes Kulturhauptstadt Europas, protzte nicht: Das Eröffnungswochenende fiel eher bescheiden aus

  • Kulturappell auf Ausländisch [1]

    TitelbildMaribor steht vor der Pleite: Zentrale Bauten wurden nicht errichtet, berühmte Künstler vergrault. Doch die Hoffnung in der europäischen Kulturhauptstadt 2012 lebt weiter - trotz alledem

  • Mehr Licht!

    TitelbildAb Samstag, 14. Jänner, ist Maribor Kulturhauptstadt Europas 2012. Neben Hochkultur soll dabei auch Alltagskultur sichtbar werden

  • Der verlorene Mariborer Regie-Sohn [1]

    TitelbildMaribor ist europäische Kulturhauptstadt 2012. Der bisherige künstlerische Leiter, Theaterregisseur Tomaz Pandur, kehrte der Stadt allerdings den Rücken

  • Reihenfolge

    Kulturhauptstädte 1985 bis 2016

    Die Länderreihenfolge ist bereits bis 2019 festgelegt

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