Glücklich Autofahren

9. Dezember 2010, 16:59

In Wahrheit stecken wir in einer schier unauflöslichen Konfliktsituation. Wir lieben nur unser eigenes Auto, aber nicht die vielen anderen

Die sogenannte Vernichtung von Parkplätzen gilt als Urangst vieler Großstadtbewohner und -bewohnerinnen. Sie schimpfen dann über wirklich oft sinnlose Hundegassiplätze genauso wie über die fast immer wichtigen Ohrwaschln, also jene Gehsteigerweiterungen, die es Menschen mit Kinderwagen oder Rollstuhl ermöglichen, eine Kreuzung zu überqueren. Und wenn eine Sackgasse im Sinne von mehr Lebensqualität gesperrt wird für Autos, beginnt überhaupt das große Gejaule.

Wer gerne Auto fährt, ist dann auch geneigt, in den Kanon mit einzustimmen. In Wirklichkeit sind unsere Wahlmöglichkeiten aber sehr eingeschränkt. Zwei Dinge auf einmal kriegen wir ab einer gewissen Bebauungsdichte nämlich nicht: Gratisparkplätze und Lebensqualität. Es gibt nur ein Entweder-oder. Weil Autos sehr viel Geld kosten, hat man sie natürlich gerne ganz in seiner Nähe. Weil Autos im Grunde eine wunderbare Erfindung sind, übersehen wir auch gerne ihre Kehrseite, nämlich, dass sie nicht nur unsere Mobilität erleichtern, sondern uns mitunter sehr viel an Lebensqualität nehmen.

In Wahrheit stecken wir in einer schier unauflöslichen Konfliktsituation. Wir lieben nur unser eigenes Auto, aber nicht die vielen anderen. Dabei muss man nichts neu erfinden: Es gibt weltweit bereits jede Menge Beispiele, wie man mit dem Autoverkehr in der Stadt so umgeht, dass gleichzeitig mehr Lebensqualität geschaffen wird. Das Paradoxe ist sogar: Dort, wo überwiegend im Sinne des Autoverkehrs geplant wurde, gibt es die meisten Staus.

Wer also glücklich Auto fahren will, muss sich für seine Alternativen einsetzen: Für viel öffentlichen Verkehr und sicheren großzügigen Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/10.12.2010)

-> derStandard.at/AutoMobil auf Facebook.

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Radfahren hat aber auch gar nichts mit reichen Eltern zu tun

Also was ist denn das fuer ein bloedes Argument, wer reiche Eltern hat, faehrt mit dem Rad. Eher der der was fuer die Umwelt tun will udn sich dabei auch fit halten will!
Ein Fahrrad kann man sich sicher leisten, wenn man sogar ein Auto bezahlen kann, stimmts?

Warum ist man eigentlich ein Öko wenn man mit dem Fahrrad fährt? Ist man auch ein Öko wenn man Treppen steigt? Was ist ein Öko überhaupt? Ich meine, das ist eine Art sich fortzubewegen, so wie gehen, oder gar laufen (dreiradfahren gehört auch dazu, wird aber nur von wenigen praktiziert), oder?

Und wer ist dieser Herr Fahrradfahrer eigentlich und warum hat er soviel Stress mit dem Herrn Autofahrer? Oder handelt es sich dabei um eine Spezies? Ich versteh' das alles nicht...

Innerhalb Wiens beweg ich mich nur mit den Öffentlichen fort. Wär ja auch dämlich das nicht zu tun.

Aber wenn ich alle 2-3 Wochen einen "Heimatbesuch" mache, dann sind das bei mir 1,5h Stunden Zeitersparnis die ich mit dem Auto habe.

Also ich bin so einer von den Dauerparkern hier in Wien mit einem NÖ Kennzeichen^^

Die ökos werden auch eines Tages wenn sie älter

werden einsehen, dass das Automobil eine heilige Kuh ist die man keinesfalls schlachten darf.

Vor allem wenn die Füße nicht mehr so mittun.

Die öffis fahren auch nicht wenn man es gerne hätte.

der fahrradfetischismus der ökobobos

steht direkt im zusammenhang mit dem jugendfetischismus

ein fahrrad ist kein verkehrsmittel, es ist ein sportgerät für junge
verkehrsmittel kann es nur dort sein wo es das ganze jahr über warm ist und die landschaft eben.

wiener großstadtbobos mit fixierad und reichem elternhaus haben einfach einen hass auf die unterschicht die das auto braucht um in die arbeit zu fahren.

Waren Sie schon mal in Kopenhagen?

Momentan ist es hier tief verschneit, trotzdem missbrauchen viele junge und alte(!) Bobos ihr Sportgerät als Verkehrsmittel.

übersetzung: die ökobobos wollen daß

nur mehr reiche das recht haben sich fortzubewegen

übrigens: 99 % der österreicher wohnen nicht im wasserkopf

mal abgesehen von einer Wertung des Postings...

wie errechnen sich - ungefähr - die 99%?

Ich denke...

... es hat kaum jemand was dagegen, wenn Parkraum dort bewirtschaftet wird, wo er tatsächlich ein knappes Gut ist, d.h. innerstädtisch oder dort, wo Altbauten mit mickrigem Parkplatzangebot auf regen Tagesverkehr stoßen (z.B. Univiertel...).

Was die meisten aber zurecht verstimmt, ist politisch motivierte Verknappung in z.B. Industriegebieten, wo Pendler keinem einzigen Anrainer den Parkplatz wegnehmen und es den zuständigen Verkehrspolitikern nur darum geht, mit Zermürbungstaktik den Menschen das Autofahren zu vermiesen.

Herr S. entdeckt die Welt.. spät aber doch.

Vorbild Kopenhagen:

http://www.spiegel.de/panorama/... -7,00.html

Radwege haben dort oberste Priorität beim Winterdienst:
"Denn 40 Prozent der Kopenhagener radeln bei normalen Wetterverhältnissen zur Arbeit. Wenn die wegen Schnee alle aufs Auto umsteigen, bricht hier alles zusammen."

Auch sonst ist die Stadt vorbildlich. Hohe Lebensqualität durch hohen Radverkehrsanteil.

Dann ziehen'S dort hin und lassen'S die Autofahrer hier zufrieden. :)

""Denn 40 Prozent der Kopenhagener radeln bei normalen Wetterverhältnissen zur Arbeit."

und?
was hat das mit wien zu tun?

hier ein paar daten zum vergleich:

kopenhagen:
einwohner 528.208
fläche 88,25km²
höhe 0-24 meter ü. d. m.

wien:
einwohner 1.712.903
fläche 414,89 km²
höhe 151-542 meter ü. d. m.

wenn wien nur aus dem gebiet innerhalb des gürtels bestehen würde, wäre es auch da kein problem, 40 prozent aufs fahrrad zu bringen.

Pfau, voll supa!

Was ist denn in den R. SKARICS gefahren? Total ungewohnte Aussagen für einen "Autofetischisten" im STANDARD!

Wenn man selbst auf eigenes Kfz verzichtet, wird man nach wie vor als ein "komischer Mensch", "Umweltspinner" oder einfach nur als "Armutschgerl, das sich kein Auto leisten kann", abqualifiziert!

Ich glaube inzwischen auch nicht mehr daran, dass man die Menschen vom Verzicht auf eine eigenes Kfz mit Argumenten und durch einen Appell an ihren Hausverstand überzeugen kann. Es funktioniert ausschließlich über gesetzliche Vorschriften und über die Gledbörse!

Ein gutes Beispiel ist Graz. Obwohl die täglichen Staus in der Früh und am Nachmittag von Jahr zu Jahr ärger werden, fahren trotzdem täglich Zigtausende mit ihrem Pkw zur Arbeit und jammern dabei über die "unfähige und pendlerfeindliche Grazer Verkehrspolitik"...

Das stimmt ja gar nicht

Die Staus in Graz (abgesehen von 1-2 Einfahrtsstraßen aus dem Süden) sind politisch bedingt, nicht durch die Anzahl der Autos. Die meisten Staus werden mutwillig gemacht durch gezielt behindernde Ampelschaltungen, einfach dazu, um den Leuten einzureden, dass Graz knapp am Verkehrsinfarkt wäre (der zuständige Hofrat Fallast gibt das sogar offen zu).

Und genau deshalb gibt es alle paar Wochen z.B. in der Radegunderstraße 3km Stau, ohne dass irgendwelche besonderen Vorfälle wären, einfach nur weil mutwillig die Ampelphase bei der Maut verkürzt wird. Die Woche drauf (wohl, weil sich wieder jemand aufgeregt hat), geht es dann zur selben Tageszeit, bei derselben Wettersituation wieder vollkommen staufrei dahin...

Dass nur die "böse Verkehrspolitik" schuld sei, ist natürlich ein nict richtig!

Ich gebe Ihnen zwar Recht, dass einerseits die automatischen Ampelschaltungen sehr oft überhaupt nicht funktionieren ("schlechte" Software des Grazer Verkehrsrechners) und dass v.a. auch die "Koordination der Baustellen" alles andere als effizient ist.

Aber das Problem mit dem Pendlerverkehr ist größer denn je! Und trotz aller Unkenrufe und allen Gejammeres der Pendler nimmt der Pendlerverkehr leider auch nach wie vor zu. Natürlich trägt auch der "innerstädtische" Verkehr nicht unwesentlich zu den vielen Staus bei.

Daher kann die Lösung einfach nur die Einführung einer Citymaut und eine deutliche Verteuerung der Parkplätze (v.a. Stellplatzabgabe für Firmen) sein, die sowohl für Grazer als auch für Pendler in gleichem Maße gelten!

"v.a. Stellplatzabgabe für Firmen"

Sie sind ein Troll!!

Beim nächsten Besuch vom Handwerker ihres Vertrauens werdens dann ned statt Hausnummer 200€ sondern 300€ bezahlen. Findes des leiwand?!?!?

Ich für meinen Teil nicht.

Also Privatgrund de facto enteignen und Firmen vorschreiben, was sie mit ihrem Privateigentum zu tun haben? Sonst noch Ideen aus der marxistisch-leninistischen Mottenkiste?

"Privatgrund de facto enteignen"???

Man könnte ja auch das "Pendlerpauschale" abschaffen und zusätzlich eine kilometerabhängige Pkw-Maut einführen.

Wenn sich dann nicht mehr jede Putzfrau, jeder Schlosser und jede Kellnerin ihr Auto leisten können, dann können die Firmen ja ihr ihre Parkflächen in Privateigentum zu Kinderspielplätzen umbauen und für deren Benützung Eintritt verlangen...

Ich hab ein Auto und verwende es höchstens am Wochenende. Ich denke, mit dieser Einstellung in bester Gesellschaft zu sein.

So ist es!

Wenn man es mal schafft, sich etwas vom Auto zu distanzieren und ins Öffi zu steigen, ist es im Endeffekt dann gar nicht so schlimm.

am liebsten ist es mir, wenn es die anderen schaffen in die öffis zu steigen. ich derspar mir den proloschlauch lieber, bin schon lang genug damit gefahren.

Seit Sie nimmer damit fahren, ists gar nicht mehr so schlimm ;-)

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