14 Angeklagte erschienen nicht vor Gericht
Paris - Vor einem Pariser Gericht hat am Mittwoch der
Prozess gegen 14 Angeklagte begonnen, die für die Entführung von vier
Franzosen während der chilenischen Militärdiktatur verantwortlich
gemacht werden. Der Vorsitzende Richter Pierre Stephan verlas zum
Auftakt die Namen der Angeklagten, die meisten davon chilenische
Militärs. Auch der ehemalige Geheimdienstchef Manuel Contreras ist
darunter, der in Chile bereits zu insgesamt 400 Jahren Haft
verurteilt wurde.
Keiner der Angeklagten erschien zu dem Prozess, der bis zum 17.
Dezember dauern soll. Dafür waren Angehörige der französischen Opfer
der Militärdiktatur im Gerichtssaal, die den Prozess bereits vor
zwölf Jahren angestrengt hatten. Zu den Franzosen, die in den 70er
Jahren in Chile verschwanden, gehört Georges Klein, der Berater des
von den Militärs 1973 gestürzten Präsidenten Salvador Allende.
Während der chilenischen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet von
1973 bis 1990 wurden rund 3000 Menschen getötet und 30.000 gefoltert.
Pinochet starb 2006, ohne dass er sich je für die Verbrechen
verantworten musste. (APA)