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Alle deutschen Zeitungen erinnerten in diesen Tagen in Leitartikeln, Berichten und Erinnerungen von Zeitzeugen an Willy Brandts historischen "Warschauer Kniefall" vor dem "Ehrenmal für die Helden des Warschauer Gettos" am 7. Dezember 1970. Der deutsche Kanzler hatte das nicht geplant, sondern spontan gehandelt. "Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt", schrieb Brandt 1988 in seinen "Erinnerungen".
Dass seine kommunistischen Gastgeber, Parteichef Gomulka und Ministerpräsident Cyrankiewicz zwei Wochen später durch einen Arbeiteraufstand an der Ostseeküste von der politischen Bühne weggefegt wurden, ändert nichts an der Bedeutung des damals in Warschau unterschriebenen Ostvertrages zur Anerkennung der polnischen Westgrenze. In seinem kürzlich auf Deutsch erschienenem Werk meint der Historiker Wlodzimierz Borodziej, Polen habe drei Mal im 20. Jahrhundert "europäische Geschichte geschrieben": 1920 mit dem "Wunder an der Weichsel", als es vor Warschau die Rote Armee schlug; 1939, als es sich Hitler-Deutschland widersetzte, und 1980 mit dem Aufstand der Solidarnosć gegen die Diktatur und die Fremdherrschaft.
Bahnt sich nun ein neues "Wunder" oder zumindest eine Wende an der Weichsel an? Es gehört zum Wesen des Journalistenberufes und vor allem der vom Internet geprägten Medienwelt, dass wir kaum geneigt sind, über das "Positive" , wie etwa über die Entkrampfung der spannungsgeladenen oder historisch belasteten Beziehungen Polens zu den großen Nachbarn, Deutschland und Russland oder den bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung zu schreiben. Jeder, der die Fotos von den Begegnungen der Kanzlerin Angela Merkel mit dem weltoffenen, polnischen Premier Donald Tusk sieht und die Berichterstattung in beiden Richtungen liest, spürt die Dauerhaftigkeit der durch Willy Brandts Kniefall entscheidend verbesserten Beziehungen zwischen Berlin und Warschau, auch dann, wenn Deutsche und Polen die auch historisch geprägten, gegenseitigen Vorbehalte nicht gänzlich überwunden haben.
Dass gerade in diesen Tagen der russische Präsident Medwedjew einen viel beachteten Staatsbesuch, den ersten eines Kremlchefs seit acht Jahren, in Warschau absolvierte, ist zweifellos ein Erfolg für die eigenständige, entschlossen, aber zugleich subtil handelnde polnische Diplomatie. Premier Tusk brach mit dem Konfrontationskurs der Vorgängerregierung und der neue Staatspräsident Komorowski verkörpert auch die Absage an den Scharfmacher-Kurs Jaroslaw Kaczyñskis. Dass das russische Parlament die Verantwortung für den von Stalin 1940 an 20.000 gefangen genommenen polnischen Offizieren bei Katyñ befohlenen Massenmord kürzlich anerkannt hatte, war zweifellos ein symbolträchtiger Auftakt zu einem Neuanfang. Polen hat, wie der Londoner Economist kürzlich schrieb, den Realismus statt Romantik gewählt. Die internationale Anerkennung Polens als dem mit Abstand wirtschaftlich erfolgreichsten Reformstaat Mittel- und Osteuropas bildet zweifellos auch die Grundlage der "Wende an der Weichsel". (Paul Lendvai/DER STANDARD, Printausgabe, 9.12.2010)
Nach langem Schweigen hat kürzlich sogar Michail Gorbatschow öffentlich vor einem Rückfall in die Vergangenheit gewarnt
In Ungarn dürften viele Menschen, die durch Kredite vor allem in Schweizer Franken, überwiegend Wohnungen erworben haben, erleichtert sein
Der "Arabische Frühling" entpuppt sich als ein Desaster für die von einem opportunistischen Dilettanten gelenkte Diplomatie des zunehmend isolierten Staates Israel
Die Angst vor der Zukunft, gekoppelt mit dem Unmut der Bürger über die politischen Akteure und die Finanzjongleure, ist allgegenwärtig
Die Führungsqualität der Politiker bleibt gerade in einer vernetzten Welt nach wie vor ein viel diskutiertes Thema
Was kommt nach Gaddafi: Zerfall, Bürgerkrieg und Blutbad?
Die strategisch wichtige und potenziell so reiche Ukraine ist eines der korruptesten und ärmsten Länder Europas geblieben
Man wusste schon beim Mauerbau, dass es um das nackte Überleben der DDR ging
Das Ringen um die Zukunft des Kosovo erweist sich wieder als Lunte am Pulverfass Balkan
Im Fall Litauens muss die Pauschalverurteilung der II. Republik als Hort der NS-Nostalgie zurückgewiesen werden
Bei der Anwesenheit der Staats- und Regierungsspitze bei der Beisetzung von Otto Habsburg handelte es sich keineswegs um Nostalgie für die Donaumonarchie
Die Boulevardisierung der Medien und die frappierende Gleichgültigkeit westlicher Medienmanager gegenüber politischen Einmischungsversuchen gefährden das freie Wort
Der mutige Europa-Kurs hat zumindest bisher der von Tusk geführten gemäßigt konservativen Bürgerplattform nicht geschadet
Man sagt in Polen, es gibt ein "Polen A" und ein "Polen B". Polen B sind die kleinen Städtchen unter 10 Tsd. Einwohner, allgemein der Nord-Osten, Osten und Süd-Osten. Da gibt es Arbeitslosigkeit bis zu 20 %, dort sind die typischen PIS also Kaczynski-Wähler daheim. Wenn man aber nach Danzig, Posen oder Krakau fährt, in Warschau sowieso ist man in Polen A. Die wählen die PO also Tusk. Diese Unterschiede auszugleichen ist die größte Aufgabe der künftigen Regierungen.
Selten eine so große Fehlaussage über die Lage in MOE gelesen. Die wirtschaftlich erfolgreichsten Reformstaaten in MOE sind nach wie vor, und BEI WEITEM, Slowenien, Tschechien und die Slowakei.
siehe Meyers Taschenlexikon, da wuerde noch Oesterreich dazugehoeren, aber d ist ja kein Reformstaat. Herr Lendvai hat auch da schwammig formuliert, er meint aber sicherlich die V4 Staaten! Da liegt eben Polen an letzter Stelle was dem BIP per Einwohner betrifft: CZ 13.079 EUR SK 11.690 EUR
H 9.308 EUR Polska 8.128 EUR. Slowenien hat 17.085 EUR und spielt bereits in einer anderen Liga! Fuer jene Poster die den BIP als ueberholt ansehen: Hier noch die Durchschnittsloehne der Laender:
Slowenien: 1.439 EUR CZ: 969 EUR PL: 825 EUR
SK: 745 EUR H: 739 EUR. Es sieht so aus wie wenn Herr Lendvai Polen mit Ungarn verglichen hat, na dannn .....alles klar!
Eine Anmerkung: Bei Vergleichen von "Reformstaaten" sollte man streng genommen Slowenien immer auslassen, weil das kein richtiger "Reformstaat" ist. Jugoslawien war nämlich faktisch wenn überhaupt dann nur zum Teil sozialistisch, die Grenzen waren offen usw..
Tatsache ist, dass Polen ist gerade bevölkerungsreich fast 8 mal so Groß wie die Slowakei. Nicht desto trotz, war Polen nicht in die Rezession in die rote Wachstumszahlen geraten, sondern in dieser Zeit hat noch 2009 mit +1,8% Wachstum beendet. Im übrigen heuer im 3 Quartal hat Polen mit 4,2% Wachstum zu verzeichnen. Und das hat Herr Lendvai gemeint, wenn er über "den Realismus statt Romantik" spricht. Sein Wissen über Polen kann man ihm wirklich nicht abstreiten (im Gegensatz zu Standard Leser4). Übrigens. Weder Polen noch Slowakei, noch Tschechien bisher das größte Wachstum hatten zu verzeichnen, sondern Schweden (um 6%). Also am Boden der Realität bleiben und nicht chauvinistisch denken.
Wladimir ich akzeptiere Ihren polnischen Nationalstolz, jedoch erzaehlen Sie mir nichts v Polen,da weiss ich eine Menge oder habe es selbst erlebt. Mehr kann ich hier nicht mitteilen. Nun zu Ihren wirtschaftlichen Angaben ueber Polen, Schweden u d Slowakei.
Es ist unbedeutend ob d einzelne in China mit 1.3 Mrd Menschen oder in der SK mit 5.4 Mill Menschen wohnt, wichtig ist die "Lebensqualitaet", u die wird halt nicht auf ein Quartal oder ein Jahr gemessen sondern in etwa 10 Jahres Schritten. Sie haben vergessen d in Polen in den letzten Jahren die Inflation weit ueber d von der Slowakei war, etwa bei 4% in der SK bei 0.9% !
Nun Schweden, hat zwar mit V4 nichts zu tun aber Bitte: 2008 Minus 0.2%, 2009 - 4.9% Wann sollen den d 6% sein?
Einen kleineren Zeitraum haben Sie nicht gefunden? Vielleicht ist es in Polen in der 15 Woche dieses Jahres 11% gewesen? Schweden hatte zwei Jahre ein Minus, etwa -5.2%, fuer d Gesamtjahr 2010 wird ein Plus von 5 % erwartet. Bleibt daher noch immer ein Minus fuer die letzten 3 Jahre. Einfach erklaert, damit Sie es auch verstehen!
Also seien Sie nicht lächerlich. Doch eine 5% Wachstum im ganzen Jahr eine beachtliche Leistung. Und wie lang und tief in Minus war die Slowakei in dem selben Zeitraum?. 7; 8; 9 %?. Also spielen Sie mit den Zahlen weiter. Viel Spass..
Slowakei Wirtschaftswachstum 2008 plus 6,2% 2009 Minus 4.7 % Prognose 2010 plus 4.1%. Rechnen werden Sie doch koennen? da kommt ein gewaltiges Plus raus in drei Jahren.
Uebrigens 2007 hatte die Slowakei 10.7% Wachstum und wurde der Tatra Tiger genannt. Schon vergessen?
Ich habe mir die Zahlen von Germany Invest angeschaut, und was mir da aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass BIP in Euro von 2008 auf 2009 gefallen ist. Natürlich wegen der Währungsschwankungen, in Zloty ist es nämlich gestiegen. Da sind Daten aus der Slowakei und Slowenien, welche den Euro haben, aussagekräftiger. Wenn man sich nämlich als zB US-Amerikaner das deutsche BIP anschaut, gehts auch gewaltig auf und ab, je nach Dollar und Euro-Kurs.
Wundert es mich das Sie chauvinistische um nicht zu sagen nationalistische "Reiterei" an diesen Herrn ausüben. Lassen Sie mich Sie zu zitieren "und was hat d mit unserer Diskussion ueber Polen zu tun"?.
Es ist immer faszinierend wie alle ungarischen Faschisten immer behauptet, die ganze Welt würde Ungarn hassen, obwohl in Wirklichkeit das genaue Gegenteil zutrifft (d.h. die Ungarn haben "Probleme" mit allen Nachbarn, Westlern, Russen, Slawen, Roma, Juden, kurz mit allen), wie man auch in diesem Forum oder einem Gespräch mit einem Durchschnittsungarn unschwer erkennen kann. Sowas nennt sich Projektion von eigenen Störungen auf andere; komisch ist nur, das es sowas auch bei ganzen Nationen gibt.
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