Neuer AUA-Chef "muss Gas geben"

Claudia Ruff, 8. Dezember 2010, 18:25

Die Lufthansa erwartet sich vom neuen AUA-Chef, dass er die Airline wieder in die Gewinnzone führt

Wie jetzt durchsickerte, wurde AUA-Vorstand Andreas Bierwirth angeboten, zur Lufthansa zu wechseln. Doch dieser lehnte ab.

***

München/Wien - Für den scheidenden Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber ist der Karrieresprung des bisher konzernweit verantwortlichen Vertriebs- und Marketingchef Thierry Antinori an die Spitze der AUA "die logische Weiterentwicklung" von dessen Berufslaufbahn. Der aus Frankreich stammende Manager stehe schon länger auf der Förderliste des Konzerns, allerdings habe es bisher "nicht geklappt", sagte Mayrhuber vor österreichischen Journalisten in München. 

Antinori, der sich bereits beim Wechsel von Christoph Franz (Mayrhubers Nachfolger) von der Swiss zur Lufthansa Hoffnungen machte, bei der Schweizer Tochter zu landen, bekam nun bei der AUA die Chance, ein ganzes "Unternehmen innen und außen zu begleiten". "Wir erwarten, dass er Gas gibt", betonte Mayrhuber. Schließlich soll die Österreich-Tochter wachsen und nicht dort stehenblieben, wo sie derzeit ist. 

Aus Lufthansa-Kreisen dem Standard bestätigt, dass man im Zuge der Neubesetzungen innerhalb des Lufthansa-Konzerns AUA-Vorstand Andreas Bierwirth angeboten habe, von der AUA zur Lufthansa zu wechseln - ohne zunächst einen bestimmten Job zu nennen. Doch Bierwirth lehnte ab. Sein Vorstandsvertrag bei der AUA läuft noch bis Ende 2012. 

Sparkurs

Angesichts des restriktiven Sparkurses der Airline dürfe Antinori der AUA keine zusätzlichen Kosten verursachen. "Abbau, Umbau, Wiederaufbau", skizzierte Mayrhuber die notwendigen Schritte bei der defizitären Airline. Weiteres Einsparungspotenzial ortet der gebürtige Oberösterreicher Mayrhuber nach wie vor in der Verwaltung. Die AUA mache heuer 50 Mio. Euro Verlust, pro Tag seien das 180.000 Euro. Das müsse man mit Kostenreduktion und höheren Erträgen wegbringen. AUA-intern rechne man für 2011 mit einem niedrigen zweistelligen positiven Ergebnis. 

Vor diesem Hintergrund hat der scheidende Lufthansa-Chef kein Verständnis für die Forderung der 2600 AUA-Boden-Mitarbeiter nach einer zweiprozentigen Inflationsabgeltung. Mayrhuber: "Die müssen erst einmal Geld verdienen. Die Lufthansa hatte in den letzten beiden Jahren eine Nulllohnrunde, obwohl die Airline positiv war". Für 2011 gebe es eine Einmalzahlung von 700 Euro. Nachsatz: "Das hat auch was mit Konzernhygiene zu tun." 

Einmal mehr kritisierte Mayrhuber die Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle am Wiener Flughafen, wenn wie etwa bei den C-Gates nur jeweils ein Band offen ist und die Passagiere Schlange stehen. "Dort schaut es ja aus wie vorm Mausoleum von Lenin", unkte er. Zum Jahresende zieht sich Mayrhuber, der seit 2003 an der Lufthansa-Spitze stand, aus dem operativen Geschäft zurück. "Für die Gehirnmassagen", wie er es nennt, bleiben dem 64-Jährigen Aufsichtsratsjobs bei UBS, Infineon, BMW, Lufthansa-Technik, AUA und der US-Technologieschmiede Heico in Florida. Zur Einstimmung auf mehr Freizeit hat er sich bereits einen Skipass für ganz Salzburg gekauft. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 9.12.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3
ministry of silly walks
01
9.12.2010, 14:39
kennt man aus vielen Betrieben...

10 Mitarbeiter rausschmeissen, dafür 20 Controller einstellen...

Wen OU
01
9.12.2010, 12:44
Auch in diesem Fall: Der bewiesene Erfolg von Privatisierungen ist so überwältigend,

dass jene zwei, drei Prozent, wo - wie überall - auch etwas schiefgeht, überhaupt keine Beweiskraft haben.
Es gibt es keinen Grund, warum die Vorteile der Privatisierung nicht auch bei Schwimmbädern, Müllentsorgung, Abwasseraufbereitung, Stromversorgung & Co funktionieren sollte. Würde das dümmliche Argument stimmen, dass dann die Grundversorgung gefährdet wäre, dann müsste man von Brot bis Milch alles verstaatlichen. Denn die sind noch wichtiger als der Müll.

Totaler Durchblicksstrudel
10
9.12.2010, 14:50

Wie willst du bei "Schwimmbädern, Müllentsorgung und Abwasseraufbereitung" einen funktionierenden Markt mit sich konkurrierenden Unternehmen herstellen?

Ich bin ja bei der AUA schon skeptisch und möchte keineswegs vom Erfolg der Privatisierung sprechen; vergleiche einfach einmal die Preise der AUA mit der anderen Linien in Europa, z.B. für die Zubringerflüge nach Frankfurt (und gegebenenfalls nach London). Auch diese Schieflage ist Ergebnis von zu wenig Wettbewerb. Oder einfacher: wäre die AUA eine Mobiltelefonanbieter würde die Minute immer noch einen Euro kosten. Takt 240/240!

Zum Abschluss: es liegt an der Politik für ausreichend funktionierenden Märkte zu sorgen; nur, Österreichs Politiker haben das bis dato nicht auf der Agenda!

Telefax
00
9.12.2010, 11:32
Wie sieht der Neue Vertag aus? Würds echt gerne wissen!

QUMI
00
9.12.2010, 15:53

Selber keinen guten?

Agnostiker1
01
9.12.2010, 12:30
Dazu besteht nun wirklich kein Anlass.

Sie wollen nur ihre Neid- und Mißgunstgefühle befriedigen. Sonst hätte es keinerlei Nutzen. Dann hätten Sie die AUA nicht verkaufen dürfen, wenn wie bisher jeder seinen Mist zu allem vor die Tür kippt.

frank rosner
14
9.12.2010, 10:53
prinzipiell hat er nicht unrecht

ABER: dann soll er sich auch seinen 3 Vorstand der kolp. 800.000 €/jahr kostet behalten, nach 25 jahren aua trage ich nun schon 5 sparpakete mit, der verlust ist unwiederbringlich weg, aber zum wohl der firma und meines arbeitsplatzes - soll es so sein, aua konnte sich fast durchgehend 4 vorstände leisten, meist wurden zwei geschaßt und zwei neue berufen, die geschaßten bekamen die laufzeit ihrer verträge ausbezahlt, und die haben mehr als ein paar schllinge oder euronen gekostet. aber das sind eben die unterschiedlich standpunkte zwischen schlipsträger und overall-träger. wäre fein wenn sich erwachsene menschen an einen tisch setzen würden zur diskussion, aber leider wird beidseitig polemiesiert

Agnostiker1
22
9.12.2010, 12:41
Sorry, Ihre 25 Jahre AUA-Zeit sind kein Argument für irgend etwas und die Sparkpakete....

...sind der AUA geschuldet und dem Mißmanagemnt der damaligen Zeit, in der Sie aktiv gewesen sind.

Wenn Sie weiterhin Ihre Zahlenspiele über ausbezahle Gehälter/Abfindungen und das sog. kolportierte Gehalt des Neuen betreiben, können Sie bald mit Ihrem persönlichen Countdown Zahlenspiele betreiben, bis Sie jeden Tag für Ihr Hobby Zeit haben werden.

mawi89
010
9.12.2010, 12:58
25 Jahre sind kein Grund ABER

Hätte damals ein gewisser Herrn Streicher nicht die bankrotte LAUDA Air der AUA aufgezwungen, wäre das Unternehmen ganz anders gelaufen! 800 Mio Schilling konnten einfach nicht verkraftet werden. Seit damals kamen nur Probleme über Probleme auf die Firma zu.

Anon Ymous
20
10.12.2010, 20:20
daß die Lauda Air an der Misere Schuld ist

ist genauso ein Märchen wie Rotkäppchen, der Osterhase und der Stein der Weisen...
Typischer Fall von Realitätsverweigerung, Hauptsache, jemand anderer ist Schuld, gell?

Airbusflieger
00
13.12.2010, 16:42
Nicht Schuld, sondern ...

... Mitschuld.
Bei solchen Kapazundern wie Sörensen und Ötsch mit deren jeweiligen Anhängseln in Verbindung mit der ÖIAG & Co. kann man der Lauda Air nicht die ganze Schuld aufzwingen, denn mit einem guten Management hätte die AUA das verkraftet, so aber eben nicht.

Agnostiker1
10
9.12.2010, 17:21
Das mit Schleicher ist eines der beliebten Irrtümer, die.....

..wir so gerne pflegen, weil sie unserem Ego gut tun, denn die Wahrheit ist eine ganz unschöne.

franzi50
11
9.12.2010, 14:48

Es ist schon fad, den schwarzen Peter immer den Lauda seiner Lauda Air zu zuspielen.
Der Vorstand, ich erinnere nur an ÖTSCH und ÖIAG
die haben total versagt, und sich selbst bereichert.
Die haben sich Ihre Unfähigkeit hoch bezahlen lassen.
Heute lachen sich wahrscheinlich Ötsch und Michaelis
ins Fäustchen.

Airbusflieger
01
9.12.2010, 15:08
Stimmt schon, ...

... Ötsch war völlig unfähig und unwillig außer dem Aufgetragenen irgendetwas für den Fortbestand des Unternehmens zu tun.
Die ÖIAG ist eine völlige Katastrophe und alleine ein brauchbares Management dort hätte die AUA die Probleme mit anderen "Systempartnern" zu überstehen. Da war die völlig überschuldete Lauda Air mit den eingebrachten Überkapazitäten nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, aber es war kein kleiner Tropfen, ganz sicher nicht.
Man sollte nie vergessen, was geschah, vor Allem wenn es noch so frisch ist wie der Verkauf der Lauda Air an die Konkurrenz die sie zwar nicht wollte aber nehmen mußte.

franzi50
01
9.12.2010, 19:16

Danke für Ihre nette Antwort, bin völlig Ihrer Meinung. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen,
daß nicht alleine die Lauda Air schuld an der Situation der Austrian ist. Heute fliegen die ehemaligen Lauda-Flieger noch immer bei der AUA, und so haben wir doch noch einige Langstrecken,
da ja die Airbusflieger, die ganz sicher besser für die AUA gewesen wären, vom unfähigsten AUA-Chef
verscherbelt wurden.

shwanzuslongus
11
9.12.2010, 14:42
oh sie armer ...

allein ihre "800 MIO schilling" zeigen, dass sie leider gar keine ahnung haben ...
die aua war und ist noch teilweise ein beamtenverein.
aufwachen, sanieren und dann geld machen - mit anständigen prämien auch für die mitarbeiter.

jeffk
41
9.12.2010, 13:09

a geh, nicht das gschichtl schon wieder

Joesi Prokopetz
13
9.12.2010, 12:22

Bitte nicht persönlich nehmen, aber genau daran leiden ja Unternehmen wie die AUA. Mitarbeiter die 25 Jahre dabei sind und trotz 5 Sparpaketen wesentlich mehr als ein junger Kollege, der die gleiche Leistung erbringt, bekommen, sind eben zu teuer. Erfahrung ist wichtig, aber Leistung ist noch wichtiger in dieser Welt

Bestes Beispiel Stewardessen: eine Junge erbringt die identische "Leistung" wie eine ältere, bekommt aber ein Butterbrot als Gehalt... In Wirklichkeit ist der "Nutzen" einer jüngeren Stewardess sogar höher, weil meist nett anzusehen und somit aus Sicht des (zugegebenermassen männlichen Geschäfts-) Kunden positiv für die Wahrnehmung des Flugerlebnisses

Oje, jetzt bekomme ich sicher haue, weil ich die Wahrheit gesagt habe..

Proconsul
00
Bestes Beispiel Stewardessen

Schon mal mit DELTA geflogen? Ist wie in einem Altersheim....

Airbusflieger
11
9.12.2010, 14:56
Wie definieren sie ...

... die zu beurteilende Leistung einer Flugbegleiterin?
... die zu beurteilende Leistung eines Piloten?

Mit welcher Begründung sprechen sie der Erfahrung gepaart mit der hohen Qualität, das Recht auf bessere Entlohnung ab?

Wie sie jüngere "Stewardessen" nützen ist ihr Problem, hat aber Nichts mit Wahrheit zu tun, die verschließt sich ihnen leider einstellungsbedingt.

franzi50
00
9.12.2010, 14:51

Ich bin schon 39 Jahre in der Firma, und würde gerne
gehen, und den jungen dynamischen, die fast nichts kosten Platz machen, aber leider, leider bin ich für die Pension bin ich noch zu jung und kann ganz einfach nicht gehen.
So ist es.

gas karl
00
9.12.2010, 14:29
ich hätte als junger MA gerne

mehr verdient, weil ich mehr geleistet habe als andere.
Zur Zeit stecke ich noch jeden meiner MAs locker in die Tasche - das wird wohl noch ein paar Jähren so bleiben - drum verdiene ich auch deutlich mehr - Seniorität zahlt sich eben auch für´s Unternehmen aus ...
übrigens: das mit der Saftschubse wo einzig die straffe Titte zählt ist ein Topfen - ich steh auf die über 30 :-)

Joesi Prokopetz
01
9.12.2010, 19:50

@ Airbusflieger: Leistung einer "Flugbegleiterin" - Schön sein, Servieren, Sicherheit an Bord. Leistung eines Piloten: Sicher fliegen. Im Notfall ist die Erfahrung sicherlich hilfreich, aber wer garantiert mir dass ich immer den erfahrensten Piloten/Stewardess vorne sitzen habe? Niemand. Daher bringt es mir als Gast nichts für diese Extra Erfahrung zu bezahlen

@franzi50: Sie müssen ja noch nicht gehen. Nur bitte nicht für leistungsUNabhängige Gehaltserhöhungen streiken und durch die Machtposition den Flugverkehr - und somit weite Teile der Wirtschaft - lahmlegen. Danke!

@gas karl: über 30 ist ja auch OK, aber wie siehts aus mit über 50 oder 60? Oder 70 über (manche US-Airlines)?

Airbusflieger
00
10.12.2010, 07:06
Leistungsbeurteilung a la J. Prokopetz?

Schön sein??? Servieren??? Sicherheit???
Nichts davon können sie zu einer Leistungsbeurteilung verwenden, wobei Ersteres sie sowieso disqualifiziert.
Sicher fliegen???
Siehe oben.

Gehaltserhöhungen die erstreikt werden müssen noch lange nicht leistungsUNabhängig sein, es reicht wenn die Masse des Personals der Meinung ist es so zu wollen. Das Management kann ja versuchen sie von ihrer Meinung abzubringen. Da in vielen Managementebenen Abcasher ohne soziales Gespür sitzen wird das nicht geschehen, schade, aber zu akzeptieren.
Weil wir bei Streiks den Flugverkehr eines Unternehmens lahm legen soll das Ausnutzen einer Machtposition sein? Was war dann der erzwungene Kauf der völlig überschuldeten Lauda Air? "Verkauf" an LH statt AF (für Geld)?

Joesi Prokopetz
11
10.12.2010, 22:01

Klar kann man das zur Leistungsbeurteilung heranziehen, wieso denn nicht?

Das Management tut sich schwer sie von der Meinung abzubringen, wenn das einzige Mittel seitens der AN ist, zu streiken. Eine vernünftige Diskussion wäre hilfreich, aber wenn alle so sind wie Sie dann ist es wohl schwierig

Abcasher - es steht Ihnen frei in der Managementebene einzuziehen und ihr grosartiges soziales Gespür anzuwenden

Ja das ist ein Ausnützen einer Machtposition, nichts anderes

Der Kauf der Lauda Air war eine Sauerei. Der Verkauf an LH langfristig positiv. Aber das hat nichts mit perfiden Streiks zu tun

Also mein Plädoyer an Sie: bitte weiterarbeiten und froh sein dass man überbezahlt ist, und nicht streiken. Danke

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 91
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.