Will vertrauliche Dokumente der Ministerien veröffentlichen
Die tschechische außerparlamentarische Piraten-Partei (CPS) sieht in der Plattform Wikileaks eine Inspiration für sich und bereitet ein ähnliches Projekt auf heimischer Ebene vor. Darin will sie vertrauliche und geheime Dokumente der tschechischen Ministerien veröffentlichen, berichtete die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" in ihrer Online-Ausgabe.
Der CPS-Vertreter Jakub Michalek bestätigte, dass seine Partei "dabei ist, an einer Webseite zu arbeiten, die Wikileaks in Tschechien ersetzen würde". Diese Webseite könnte etwa "PirateLeaks" heißen, weil die Domäne http://www.wikileaks.cz bereits registriert sei. Die CPS wolle aber in der nächsten Zeit versuchen, den Besitzer dieser Domäne anzusprechen, weil sie nur registriert sei, nicht aber betrieben werde, so Michalek.
"Die Versuche jeglicher Regierung, die Presse- und Wortfreiheit anzugreifen, sind für uns unannehmbar"
Die CPS unterstützte gleichzeitig das Projekt Wikileaks von Julian Assange und kritisierte die verschiedenen Restriktionen dagegen. "Dieser Kampf wird über die Erhaltung von grundlegenden Freiheiten im Internet entscheiden. Die Versuche jeglicher Regierung, die Presse- und Wortfreiheit anzugreifen, sind für uns unannehmbar", betonte Michalek.
Die 2009 gegründete CPS ist eine kleine Partei, die bei den Parlamentswahlen den Einzug ins Abgeordnetenhaus nicht geschafft hatte. Sie erhielt nur 0,8 Prozent der Stimmen und blieb damit tief unter der Fünf-Prozent-Hürde. Vor den Wahlen hatte die CPS Schlagzeilen gemacht, indem eine ihrer Kandidatinnen, eine 24-jährige Studentin der Soziologie, im Wahlkampf mit Nacktfotos im Internet warb.(APA)